Hauptbuch, Duplikat, Kopie, Kontraministerialbuch Schleswig-Holstein ab 1775

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JM_Dinark
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17.01.2021

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Ist es möglich, die Identität des Archion-Digitalisates zu erkennen? Das heisst, in welchem Archiv das Original aufbewahrt wird, ob es sich um “Hauptbuch”/Erstschrift/Original das vor Ort vom Pastor verwaltet wurde oder um das Duplikat/Kopi/Kontraministerialbuch handelt. Die Frage ist auch relevant in Bezug auf Mikrofiches und Fotokopien in Kirchenbuchämtern oder Ortsarchiven, die ich lange Zeit als einzige erhaltene Quellen betrachtet habe. Mir war nicht klar, dass man unter Umständen auf zeitgenössische Zweitschriften zurückgreifen kann, wo “das Kirchenbuch” vor Ort unleserlich, schlecht oder gar nicht erhalten ist (Schwabstedt wurde hier im Forum erwähnt). Gibt es irgendwo eine Liste, die die Erhaltung dieser Duplikate und deren Aufbewahrungsort/Zugänglichkeit verzeichnet? Mfg J. Meyer

JM_Dinark
Mitglied seit
17.01.2021

4 Beiträge

Zum Thema: Wilhelm Jensen, Die Kirchenbücher Schleswig-Holsteins, der Landeskirche Eutin und der Hansestädte ... (https://slaegtsbibliotek.dk/900425.pdf)
Detalierte Verzeichnisse; aber mit Hinblich auf die Problemstellung nur wenige Bemerkungen; z.B. Seite 19; oder habe ich etwas übersehen?
Mfg
J. Meyer

JM_Dinark
Mitglied seit
17.01.2021

4 Beiträge

Ja, man stösst gelegentlich auf Digitalisate von verschiedenen Kirchenbücher eines Kirchspiels gestossen, welche sich zeitlich teilweise decken. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich eben um die nachgefragten zeitgenössische "Sicherheits"kopien. Eindrucksvoll ist das Beispiel von Fahrenstedt, wo es anscheinend zwei Versionen der gleichen Liste gibt: Die Serie "Taufen 1763-1828" (https://www.archion.de/de/viewer/?no_cache=1&type=churchRegister&uid=278715) und die Serie "Taufen 1784-1830" (https://www.archion.de/de/viewer/?no_cache=1&type=churchRegister&uid=278716). Die Fahrenstedter Bücher sind schön sauber geführt, deutlich geschreiben und damit unmittelbar lesbar. In anderen Kirchspielen kann das Studium verschiedener Versionen allerdings sicher wertvoll sein; bei schlechter Lesbarkeit oder, um aus geringen Abweichungen neue Informationen zu gewinnen.
Und zu alledem macht sich der Pastor 1763 ganz offensichtlich noch die Mühe, auf der ersten Seite die Verordnung zu kopieren, die ihn verpflichtet, Abschriften anzufertigen... Ich habe mir nicht die Mühe gemacht das zu Entziffern--- bei Gelegenheit kann ich das nachholen. hier aber einmal als Hinweis für andere Interessierte hinterlegt... MfG Jochen

berndsh
Mitglied seit
19.10.2018

65 Beiträge

Mich würde eine Antwort auf die erste Frage auch intereessieren, denn es wäre gut zu wissen, ob etwas eine Kopie oder das Original ist.
Ich meine gehört zu haben, dass zumindest die Microfiches vom Kreis SL-FL und wohl auch von RD-ECK von den Zweitbüchern stammen. Die Digitalisate wiederum haben daher ihren Ursprung. Also in der Regel sollte es sich um die Digitalisate der Kopien der Kirchenbücher handeln.
Wenn es nicht stimmt, möge man mich korrigieren.
Wie es aber mit den Kirchspielen aussieht, wie z.B. Fahrenstedt, wo es anscheinend beides gibt, weiß ich nicht. Dem Buch sieht man es nicht an, und der "Info"-Button gibt darüber leider auch keine Auskunft.

Gruß
Bernd Schmidt

acdraeger
Archivmitarbeiter
Landeskirchliches Archiv der Nordkirche
Mitglied seit
16.01.2018

37 Beiträge

Guten Morgen!

Im Regelfall ist es in Schlesiwg-Holstein so, dass die Erstschriften der Kirchenbücher in den Kirchengemeinden aufbewahrt werden und die Zweitschriften in den Kirchenkreis(archiv)en.

Wir versuchen immer, die Erstschriften zu verfilmen, da wir davon ausgehen, dass diese weniger Fehler enthalten. Von dem erstellten Film wurden früher die Microfiches erstellt und inzwischen die Digitalisate. Wenn wir in einer Kirchengemeinde die Erstschrift eines Kirchenbuches nicht finden können (aus welchen Gründen auch immer), verfilmen und digitalisieren wir die Zweitschrift. Dies sind aber Einzelfälle.

Wenn es wirklich eindeutig zu identifizieren ist, wird die Information darüber, dass es sich um eine Zweitschrift = Duplikat handelt, hier in Archion hinterlegt. Dies tun wir aber nur, wenn wir uns wirklich sicher sind. Es ist also durchaus möglich, dass Sie hier eine Zweitschrift finden, die nicht als solche gekennzeichnet ist. In Zweifelsfällen macht es am meisten Sinn, sich an das entsprechende Kirchenkreisarchiv zu wenden.

Viele Grüße
A. Draeger

JM_Dinark
Mitglied seit
17.01.2021

4 Beiträge

Super. Danke fuer die Info. Mfg Jochen Meyer

berndsh
Mitglied seit
19.10.2018

65 Beiträge

Vielen Dank Frau Draeger!
Also doch anders als ich es gehört hatte.
Schön wäre es natürlich, wenn beides, Erst- und Zweitbuch da wären um zu vergleichen. Manchmal kann man das eine nicht mehr lesen oder schlecht, da wäre ein Vergleich sehr hilfreich. Vielleicht kommt das noch irgendwann. Es fehlen ja noch viele Bücher, die wohl gar nicht verfilmt wurden. Z.B. Strudorf/Thumby ist ein Extrem: nichts nach 1853 ist vorhanden. Außerdem fehlen aus dem Kreis SL-FL so gut wie alle Namensregister, die im Kirchenkreisarchiv aber vorhanden sind. Ohne die ist Forschung aber deutlich schwerer. Ist natürlich alles eine Geld- und Zeitfrage, aber irgendwann müssen z.B. von Struxdorf auch die Bücher der letzten 170 Jahre erfasst werden.
Verstehe ich es richtig: in den Kirchenkreisarchiven sollen die Zweitbücher als Bücher lagern, die Microfiches dort stammen aber ebenso wie die Digitalisate hier bei Archion von den Erstbüchern?

Schönes Wochenende
Bernd Schmidt

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