Nach Neu-Digitalisierung veränderte Bildnummern und fehlende Schrift

Tonx
Mitglied seit
30.04.2018

196 Beiträge

Hallo Linde und weitere Mitnutzer,

einiges an den angerissenen Problemen ist ja nicht neu und schon woanders aufgetreten.

1. Nummerierung der Bilder / Aufnahmen

Die Kirchenbücher aus dem Großraum Berlin sind teilweise schon in den 1930er Jahren verfilmt worden. Sie werden in der entsprechenden Qualität heute beim Wettbewerber ancestry angeboten.

Eine Verfilmung in deutlich verbesserter Qualität wird nun hier seit ein paar Jahren auf Archion angeboten, mit komplett anderen Bildnummern, da auch die Reihenfolge der Darstellung geändert ist. Probleme gibt es nicht, man sollte ohnehin die Seitennummern des Originals favorisieren, soweit vorhanden.

In Dänemark werden die älteren schwarzweißen Verfilmungen der Kirchenbücher aus dem 19. Jahrhundert seit etwa 2 Jahren sukzessive durch Farbverfilmungen ersetzt (www.sa.dk). Da jetzt auch Einlageblätter, Vorsatzblätter, Einbände mitverfilmt werden, ändern sich die Bildnummern auch. Das scheint keine Probleme zu machen.

2. "Fehlende Schrift"

Wenn auf den Aufnahmen der Kirchenbücher ärgerlicherweise Schrift nicht sichtbar ist, weil sie in der Seitenbindung des Kirchenbuches bei einer späteren Neueinbindung verschwunden ist, nützt eine Neuaufnahme auch nichts, denn dann ist die Schrift immer noch verschwunden und fehlt auf den Bildern. Man müsste die Bindung erneut öffnen, alles verfilmen und dann wieder neu einbinden.

Und darum bekommt man das Original erst recht nicht vorgelegt: Dem Archiv ist ja klar, dass man das Buch ganz flach drücken will, um doch etwas lesen zu können. Und genau das ist nicht gewünscht.

Dieses Kirchenbuch kommt also ganz nach hinten, bis eines fernen Tages ohnehin diverse Neueinbindungen anstehen.

3. Bildverarbeitung

Matricula-Online ist kein Anbieter von Software und die dort in dem System vorhandenen Bildverarbeitungsmöglichkeiten funktionieren nicht auch bei anderen Systemen, wie etwa dem, das bei Archion genutzt wird. Das gilt natürlich auch umgekehrt.

Es ist also nicht möglich, bei Archion einfach dieses oder sonst gewünschte Feature zu implementieren. Man müsste Geld und Menpower in die Hand nehmen und möglicherweise eine Zeitlang den Zugriff stilllegen und/oder das Einstellen von weiteren Kirchenbüchern unterbrechen, um eine grundlegend neue Programmierung aufzusetzen.

Geld und Manpower sind knappe Ressourcen und Unterbrechungen führen zu den nächsten Protestrufen.

Beste Grüße, Tonx

Phil59
Mitglied seit
03.09.2016

118 Beiträge

Hallo Tonx,

Zitiert von:
...möglicherweise eine Zeitlang den Zugriff stilllegen und/oder das Einstellen von weiteren Kirchenbüchern unterbrechen, um eine grundlegend neue Programmierung aufzusetzen.

Glauben Sie wirklich, daß ARCHION nur einen einzigen Server besitzt und keine Möglichkeit hat, Software auf einem anderen Rechner ohne Unterbrechung des Archivbetriebes zu testen?

-Uwe

Tonx
Mitglied seit
30.04.2018

196 Beiträge

Hallo Phil59,

Zitiert von: Phil59

Glauben Sie wirklich, daß ARCHION nur einen einzigen Server besitzt und keine Möglichkeit hat, Software auf einem anderen Rechner ohne Unterbrechung des Archivbetriebes zu testen?

Nein. Ich nehme allerdings auch nicht an, dass das die einzigen Aspekte sind, die hier Zeit und Geld kosten würden. Und irgendwann muss man sowohl den Einlesebetrieb für die Kirchenbuchdigitalisate als auch den Auslesebetrieb der Nutzer unterbrechen und auf das zweite mit der neuen Umgebung programmierte System umstellen (so wird man das wahrscheinschlich machen).

Und irgendwie sagt mir die Erfahrung, dass das nicht auf Anhieb klappen wird und dass erste Nutzer bereits bei kurzfristigen Ausfallerscheinungen sich mit Archionintoleranz melden werden.

Gruß, Tonx

Linde
Mitglied seit
13.01.2015

1095 Beiträge

Kafkaeske Flachdrückerei:

Leider wird sehr oft nach Fragen und Vorschlägen
am Thema vorbei geantwortet. Warum eigentlich ?

z. B. TONX zu seinen Beiträgen s. u.

Meine Antwort noch einmal:
Bei mir war nie von "Neueinbindungen" die Rede (Archion bekannt) ! -
und außerdem wollte und müßte ich auch nichts "flach drücken " -
sondern es gibt andere Lösungen - (Archion bekannt - übrigens auch den
Kirchengemeinden bekannt) ! Und schon die nächste Frage =
WARUM dürfen denn zu bezahlende Kirchengemeindebeauftragte Bücher
flach drücken - denn das müßte diese ja auch - wenn der Archion-Kunde
den Kirchengemeindebeauftragten beauftragen muss, da er selbst
nicht flach drücken darf ....

Beitrag TONX =
2. "Fehlende Schrift" :
" .... Wenn auf den Aufnahmen der Kirchenbücher ärgerlicherweise Schrift nicht sichtbar ist, weil sie in der Seitenbindung des Kirchenbuches bei einer späteren Neueinbindung verschwunden ist............
Und darum bekommt man das Original erst recht nicht vorgelegt: Dem Archiv ist ja klar, dass man das Buch ganz flach drücken will, um doch etwas lesen zu können ....... "

Zum Beitrag TONX s. u.

Wann wurde behauptet, dass Matricula ein "Softwareanbieter" ist -
bei dem sich die Firma Kirchenbuchportal GmbH eine Software kaufen kann ?? -
Leider wird hier schon wieder das Thema "fehlendes Geld und Manpower" als Entschuldigungsgrund genannt ...
anstatt Lösungen anzustreben . Ist es nicht mehr als peinlich,
da doch jeder weiß, dsss die Geldtöpfe der EKD übervoll sind -
trotz massenhafter Kirchenaustritte ? Oder ist die "Manpower"
auch mit ausgetreten ... ?
Auch schrieb Tonx einmal vom "bildungspolitischen Auftrag der EKD" ...
Kommentar dazu nicht mehr.

aus dem Beitrag TONX :
3. Bildverarbeitung
" Matricula-Online ist kein Anbieter von Software und die dort in dem System vorhandenen Bildverarbeitungsmöglichkeiten funktionieren nicht auch bei anderen Systemen, wie etwa dem, das bei Archion genutzt wird. Das gilt natürlich auch umgekehrt.
Es ist also nicht möglich, bei Archion einfach dieses oder sonst gewünschte Feature zu implementieren. Man müsste Geld und Menpower in die Hand nehmen und möglicherweise eine Zeitlang den Zugriff stilllegen und/oder das Einstellen von weiteren Kirchenbüchern unterbrechen, um eine grundlegend neue Programmierung aufzusetzen.
Geld und Manpower sind knappe Ressourcen und Unterbrechungen führen zu den nächsten Protestrufen."

Wenn TONX präzise Lösungen kennt noch die Frage:
Wie sollen Familienforscher präzise forschen -
wenn ihnen der Zugang zu Originaldokumenten
- obwohl möglich -
in jedweder Form verweigert wird ?
Auch keine Lösungen zugelassen werden ?

VG

Bernd
Mitglied seit
15.12.2014

247 Beiträge

Das Problem kommt vereinzelt im Bereich der westfälischen Landeskirche vor.
Bei ARCHIO eingestellt sind Digitalisate von Mikrofilmen, die die Mormonen vor über 50 Jahren angefertigt haben.
Diese Mikrofilmaufnamen sind unvollkommen, weil ohne Graustufen und ungleichmäßig ausgeleuchtet. Besonders in den unteren Ecken ist auch mit einer Aufhellung und Kontrastverstärkung durch ein Bildbearbeitungsprogramm die Schrift oft kaum lesbar.
Dem Landeskirchenarchiv sind diese Mängel bewusst. Die übelsten Fälle sind deshalb schon vor der Einstellung in ARCHION neu digitalisiert worden und ab und an werden Neudigitalisate an ARCHION versendet und dort aktuell auch eingestellt (unter "Verlust" der alten Mormonendigitalisate, versteht sich).
Die Sache ist jedoch nicht unproblematisch: Wohl nach der Mormonendigitalisierung hat man sich im Landeskirchenarchiv die Kirchenbücher angeschaut und in einer Vielzahl von Fällen beschlossen, sie neu einzubinden und - wenn nötig - Seiten zu restaurieren.
Vereinzelt wurde dadurch die Lesbarkeit verbessert, weil Textstellen, die vorher durch getrübte Klebestreifen verdeckt waren, lesbar wurden.
Andererseits führte die Neueinbindung aus verschiedenen Gründen zu einer leicht abweichenden Blattanzahl oder es wurden bei der Neudigitalisierung nicht die gleiche Anzahl Fotos gemacht wie bei den Mormonen, die Leerblätter pauschal mit einer Aufnahme als "Blank Pages" kennzeichneten. Stört im allgemeinen nicht, aber wer sich bei Auszügen die Archion-Nummer notiert, muß das bei einer Neueinstellung evtl. nacharbeiten.
Schlimmer ist, dass bei der Restaurierung zerrissener Seiten ein etwa fingerbreiter Streifen nicht mehr lesbar ist. Das führt zu Textverlust gerade bei den ersten und ältesten KB.
Es wäre schön, wenn diese KB - es sind ja nur wenige - in der alten und in der neuen Fassung veröffentlicht würden, um auch das letzte aus ihnen herauszuholen.
In diesem Zusammenhang kann ich auch ARCHION einen Vorwurf nicht ersparen. Im Vergleich zu dem, was auf dem Monitor im Landeskirchenarchiv zu sehen ist, fallen die ARCHION-Digitalisate ab. Die Umwandlung in PDFs und die Reduzierung der Auflösung fordern ihren Preis. Das betrifft wieder vor allem die ersten KB, wie ich erst letzte Woche bei einem direkten Vergleich eines ARCHION-Bildes auf meinem Laptop mit dem LKA-Monitorbild feststellen mußte.
Und nicht jeder kann wie ich kurz mal zum Archiv fahren und sich notfalls auch das Orginalkirchenbuch vorlegen lassen.

okhaine
Mitglied seit
16.01.2015

303 Beiträge

Mann, was bin ich froh, dass ich zuhause in meinem gemütlichen Zimmer fernab eines Archivs mir all die Kirchenbücher anschauen kann - lesbar sind sie doch fast alle irgendwie. Ich habe auch schon krasse Ausnahmen gesehen, aber das Original gibt es nicht her - kaputt ist kaputt.
Wir alle sollten die Zeit zur Recherche nutzen und nicht damit hadern, dass Dinge hier besser laufen könnten. Fehler müssen natürlich gemeldet und korrigiert werden. Meine Meinung.
Gruss und schöne Weihnachten!
Oliver