Fundstücke (makabres, trauriges, erheiterndes)

haertlin
Mitglied seit
07.01.2015

6 Beiträge

Gibt es irgendwo eine Möglichkeit solche Einträge sinnvoll kategorisiert zu sammeln, so dass sie der Forschung zur Verfügung stehen? Ich meine z.B. eine Kaiserschnittgeburt aus den 1790ern, bei der das Kind einige Tage und die Mutter ca. zwei Wochen überlebt hat oder die Geburt des Kindes eines farbigen Soldaten um 1800. Uta Härtling

BerndSchulz
Mitglied seit
04.01.2016

382 Beiträge

Hallo Uta

Zitiert von: haertlin
Gibt es irgendwo eine Möglichkeit solche Einträge sinnvoll kategorisiert zu sammeln, so dass sie der Forschung zur Verfügung stehen? Ich meine z.B. eine Kaiserschnittgeburt aus den 1790ern, bei der das Kind einige Tage und die Mutter ca. zwei Wochen überlebt hat oder die Geburt des Kindes eines farbigen Soldaten um 1800. Uta Härtling

Du kannst ja hier verschiedene Kategorien als Beitrag eröffnen oder Du erstellst eine Website auf der Du solche Fundstücke der Forschung zur Verfügung stellst.

Grüße
Bernd

msiegle
Mitglied seit
10.01.2015

587 Beiträge

„Gottes Güte, Lieb und Treu / Sei uns alle Morgen neu“
http://www.archion.de/p/00153892ef/

Immer wieder habe ich mir diesen Spruch angeschaut und gerätselt was dahinter stecken könnte,.. und neulich bin ich endlich draufgekommen:
Im Eingangsspruch zum Verzeichnis der Ehen aus dem Jahr 1677 in Pommelsbrunn hat der Pfarrer die JAHRESZAHL mittels „Buchstabencode“ versteckt:
Groß hervorgehoben sind die römischen Ziffern V, L, I, D, und M:
Gottes GVte, LIeb VnD treV,
SeI Vns aLLe Morgen neV.

Alle hervorgehobenen Ziffern summiert ergeben:
V+L+I+V+D+V+I+V+L+L+M+V = 1677

(Dasselbe Spiel übrigens einige Seiten zuvor für 1675)

Und ein "späterer" Pfarrer setzt noch eins oben drauf, genauer gesagt sind es sogar gleich DREI Sprüche, in deutsch und lateinisch...: (gleicher Ort, nächstes Buch)
„O dass Gerechtigkeit und Friede sich küsseten!“ ...etc.
http://www.archion.de/p/7a659c329a/
Wer nachrechnen mag: Natürlich ergibt sich für alle drei Zeilen jedesmal korrekt
die Jahreszahl 1714!

(War denen manchmal evtl auch langweilig? Gab es diesen Begriff damals überhaupt schon???)

Gruß,
MIChaeL, In VoLLer BewunDerung fVr soLCh VIeLe RätseLeIen (2019 )

eggi
Mitglied seit
02.06.2015

823 Beiträge

Ein tragisches Unglück beim Begräbnis des Schultheiß von Neckargemünd.

Am 10. Juni 1681 wurde Johann Casimir Müller begraben, der Schultheiß von Neckargemünd, der nach mehreren Monaten des Siechtums verstorben war. Sargträger war unter anderem der langjährige Glöckner der reformierten Gemeinde, Johann Philips Plappert, zu diesem Zeitpunkt ca. 59 Jahre alt. Dabei geschah ein tragischer Unfall:

"Johann Philips Plappert, Sechster(?) und Glöckner, wie auch Kramer und Schneider allhir, fiel bey jetzt vermeldt H. Schultheißes Begräbnis, da er den Leichnam wollen helfen einsenken, und ihm das Seil entwichen, rücklings über das Grab, in welches er auch nach seinem Tod, d. ihm durch die darob entstandene Schrecken und zugestoßene Schwachheit verursacht wurde, gelegt worden."

Er erlitt also vermutlich durch den Schreck einen Herzinfarkt, verstarb, und wurde am 17. Juni im gleichen Grab wie der Schultheiß beerdigt.

KB Neckargemünd > Mischbuch 1635,1639,1650 - Sept. 1720,1734,1749, Blatt 112/145

http://www.archion.de/p/2445b95cc5/

G_Brose
Mitglied seit
12.08.2016

119 Beiträge

Hallo Bernd,

also ich interpretiere das so, daß er über das (ungeöffnete und wohl leere) Nachbargrab gefallen ist. Nur das macht Sinn!

Viele Grüße,
Gerhard

eggi
Mitglied seit
02.06.2015

823 Beiträge

Zitiert von: G_Brose
Hallo Bernd,

also ich interpretiere das so, daß er über das (ungeöffnete und wohl leere) Nachbargrab gefallen ist. Nur das macht Sinn!

Viele Grüße,
Gerhard

Kann gut sein. Da man beim Herablassen des Sargs üblicherweise mit dem Gesicht zum Grab steht, ist es wenig wahrscheinlich, dass man rücklings hineinfällt. Dann ist er wohl im Nachbargrab bestattet worden ...

swanahilt
Mitglied seit
22.03.2015

276 Beiträge

Was für ein grausames Schicksal mag wohl hinter diesen wenigen Zeilen stehen?
http://www.archion.de/p/ef8af82644/
"Anno 1693 d 18 decembris hab ich einen bettelbuben der zu Tuchenbach beim Hürten gestorben und Abraham N geheißen, so weder Vatter noch Mutter mehr gehabt; ist auß den Thälern bei Savoyen bürtig, hat nicht viel Teutsch können reden, sondern nur französisch, allhier begraben."

msiegle
Mitglied seit
10.01.2015

587 Beiträge

Eine gescheiterte Eheschließung, Jebenhausen 1731 (Papierkram bzw. Bürokratismus)
http://www.archion.de/p/e01a18c69a/
Jebenhausen, Dekanat Göppingen, Württemberg, 1731:
Der Pfarrer muss leider einen bereits vorbereiteten Hochzeitseintrag plötzlich "abbrechen" und erklären ...

"D: 27. Martÿ am Osterdienstag u. tage Ruparti ist nach vorgezeigten legitimations
schein von einem commandierenden Officier und leibgnädiger Concession hießiger
Herrschaft Wilhelm Flein (?) Garde Reüter mit NB. Er hat mir versprochenermaßen
den Zettel nicht überpflichtet, darumb kan ich die Braut nicht aufziehen."

Alles muss seine Ordnung haben!
Ob der feine Herr Garde-Reüter und verhinderte Ehemann die damals am Ort fällige saftige Heirats-Gebühr an die Liebensteinsche Ortsherrschaft schon entrichtet hatte geht aus dem Text nicht hervor. Das müsste ich vielleicht noch recherchieren :-)

Gruß.
Michael

msiegle
Mitglied seit
10.01.2015

587 Beiträge

Nicht gut Kirschen essen! (Tod durch Verstopfung)

„Anno 1626 …
13 Julÿ Hans Beck begraben worden, der aus grossem Hunger sich mit suvil [?] Kürschen gefült, das er verstopt worden, kein Stulgang mehr haben können, endlich da er d[en]Stulgang wid[er]bekommen, gestorben.“

http://www.archion.de/p/a1382f63e5/

eggi
Mitglied seit
02.06.2015

823 Beiträge

Von schwedischen Soldaten erschlagen

Sontag, den 1. July (1632). Ist Hanß Biler Fuhrmann, im 26. Jahr seines
Alters zue Mönchen in dem Herren seelig entschlaffen, Folgenden Tag ehrlich zur
Erden bestattet worden. Gemelter Fuhrmann ist von den schwedischen Soldaten
angegriffen, und mit einem Spitzhammer also geschlagen worden, daß er Hanß Biler
deßwegen sein Leben in der Frembde hat einbüßen müssen und ...
(Der Rest ist teilweise unleserlich.)

Zur falschen Zeit am falschen Ort.

Tatsächlich war die schwedische Armee im Mai und Juni 1632 in München, zog sich dann aber zurück. Hanß Biler muss den Truppen auf seinem Weg nach München dann begegnet sein.

http://www.archion.de/p/2de12ac9ce/