Wie haltet ihr es mit der Software?

Bernd
Mitglied seit
15.12.2014

236 Beiträge

Bei meiner prsönlichen Familienforschung bin ich ca. 1980, also in der Prä-Computer-Zeit natürlich mit Papierordnern angefangen. Irgendwann jenseits des tausendsten Vorfahren kann man die Sache nicht mehr überblicken und ich habe die Eintragungen auf WIN-Ahnen umgeschrieben. Ein kostenloses Generalogieprogramm, mit dem ich 1995 sehr zufrieden war. Leider ist es DOS-Basiert und bei der vorletzten Umstellung auf Windows 7 lief es nicht mehr. Wie jedes DOS-Programm kann man auch WIN-Ahnen mit einer speziellen Emulationssoftware auf modernen Computern laufen lassen, aber es ist umständlich und wird in Zukunft garantiert nicht einfacher.
Nun bin ich seit vielen Jahren auf der Suche nach einem zukunftssicheren Generalogieprogramm, habe wohl ein Dutzend Programme ausprobiert, aber das rundum optimale war nicht dabei. Alle mir bisher bekannten schwächeln z.B. an der Heuristik der Auswertung. Die Schreibweise Meier und Meyer ist z.B. in meiner Gegend vollkommen egal, wechselt andauernd. Für den Computer aber nicht, wenn ich ihn "bitte", mir mal sämtliche Meiers anzuzeigen, dann listet er mir natürlich nur die Meier auf und nicht auch die Meyer und umgekehrt.
Ein Königreich für ein Generalogieprogramm, was mir ohne große Programmierung, am besten nur durch Eingabe der beiden Namen zugleich oder noch besser (nach entsprechender Programmierung)nach Eingabe nur eines Begriffs automatich auch den anderen Namen abarbeitet und das gewünsche Ergebnis liefert. Kennt jemand so etwas? Die Mormonen haben es. Ist auch für ihre Datenbank mit Millarden von Namen dringend notwendig.
Für die Auflistung von Kirchnbüchern verwende ich Exceltabellen. Es ist schon phantastisch was der Computer daraus anzeigt wenn man die Installation entsprechender Auswertungsformeln beherrscht.
Drei Bedingungen und zwei Ausnahmen? Kein Problem, der Rechenknecht sucht in einer Tabelle mit mehreren hunderttausend Einträgen und zeigt nach wenigen Sekunden das Ergebnis.
Einziger Nachteil von Exceltabellen: sie sind nicht GEDCOM-fähig.
Die Exceltabelle läßt sich zwar in eine Datenbank konvertieren und diese wiederum kann nach GEDCOM ausgelesen werden, aber das ist aufwändig.
Nun ja, die "eierlegende Wollmilchsau" haben wir nicht und werden wir auch so schnell nicht reinkriegen. Ein bisschen Mühe wird unser Hobby wohl immer machen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd

rainerminnerop
Mitglied seit
17.01.2015

7 Beiträge

Hi.

Meine Software TNG liefert mir bei Eingabe von H%lzb%cher alle Einträge mit Holzbecher bis Hölzbächer. Diese Schreibweisen kommen bei mir vor. Kann deine Software so etwas nicht auch? Also mit Platzhaltern suchen? Bei mir ist es ein %, bei anderen Programmen ein * oder ein ?

Me%er würde bei mir alle Einträge Meier bis Meyer liefern. M%er auch noch Mayer.

Ansonsten ist TNG webbasiert, und also zukunftsfähig. Ein Programm wie Webtrees, aber kostenpflichtig, ich glaube 39,-$. Ich bin sehr zufrieden damit. Es gibt eine deutschsprachige Mailingliste, auch ein deutsches Sprachmodul. Hier mal meins: http://www.tng.goldberg-haynau.de

LG ... Rainer

G_Brose
Mitglied seit
12.08.2016

111 Beiträge

Hallo miteinander,

jaja, die verschiedenen Schreibweisen. Bei Mayer mit a-e, i-j-y, er-r. Und dann taucht jede Person immer wieder auf (Täufling, Pate, Hochzeiter, Elternteil, ... ). Und keineswegs in einheitlicher Schreibweise. Oftmals taucht auch ein und dieselbe Person an mehreren Stellen in der Verwandtschaft auf; vor allem, wenn man auch noch Patenschaften berücksichtigen kann (was meistens eh nicht möglich ist). Und dann hat man noch ein Programm (wie so viele oder gar die meisten), bei dem man unter Umständen eine Person erst mal neu eingeben muß, um sie anschließend als identisch mit einer schon vorhandenen Person mit dieser zu vereinigen.

Und dann wechselt man auf ein neues Betriebssystem und das Programm läuft nicht mehr.

In dieser Situation habe ich damit begonnen, eine eigene Datenbank auf Access 2.0 zu schreiben. Das läuft schon lange nicht mehr direkt unter meinem aktuellen Betriebssystem und läßt sich auch nicht auf neuere Versionen von Access konvertieren. Aber ich kann aus neueren Versionen von Access auf die Daten darin zugreifen. Und in der "Dosbox", die DOS emuliert, läuft die alte Version immer noch. Und an der arbeite ich immer noch, auch am Programm. Zum Drucker kann ich mit dieser alten Version aber nicht mehr.

Als wesentlichen Gesichtspunkt habe ich Namen und Vornamen als Folge einzelner Namensbestandteile abgespeichert (Familienname, Geburtsname, alternative Schreibweise, ..., Vorname, Rufname, Inoffizieller Rufname (Seppel für Josef), ...) abgespeichert. Und nach jeder Eingabe eines solchen Namensbestandteils werden alle vorhandenen Personen nach dem Grad der Übereinstimmung zum Vergleich in einer Liste angezeigt. Dann kann ich entweder die neu eingetragene Person oder eine aus der Liste an die neu zu besetzende Position innerhalb der Verwandtschaft übernehmen. Und ich brauche nur soviel einzugeben, bis eine solche Übereinstimmung ersichtlich ist, z.B. indem ich mit selteneren Namensbestandteilen anfange und nicht gerade mit den Mayers.

Aber sowas läßt sich wirklich nur in einer echten Datenbank erledigen. Und die ist bei mir immer noch nicht fertig. Und wenn dies einmal der Fall sein sollte, kann ich immer noch auf eine aktuelle Version umschreiben.

Aber die ganze Diskussion hier hat mich zumindest dazu gebracht, mein Programm mal nicht nur über Emulation zugänglich zu machen, sondern auch als Textversion der einzelnen Programmbestandteile.

Bernd sagte richtig: " Nun ja, die "eierlegende Wollmilchsau" haben wir nicht und werden wir auch so schnell nicht reinkriegen. Ein bißchen Mühe wird unser Hobby wohl immer machen."

Viele Grüße,

Gerhard

Bernd
Mitglied seit
15.12.2014

236 Beiträge

Hallo Rainer,

auf die einfachsten Ideen kommen offebar immer nur andere. Ich werde die Sache mit den Platzhaltern mal ausprobieren. Vielen Dank!
Das Meier/Meyer - Beispiel ist freilich nur die Spitze des Eisberges. In Ostwestfalen werden vor 1760 viele Namen sehr kompliziert geschrieben in mehreren Wörten, z.B. "vor dem Baume" oder "auf der Lake". Das ändert sich um 1770, als die Pastoren anfangen, den Stamm zu nehmen und auf ..er oder die Endung ...mann enden zu lassen. In den Beispielen heißen die Menschen also plötzlich (und bis heute) Bäumer (oder Baumann) und Lakemann (oder Laker). Beim Bäumer wird es da schon schwierig mit den Platzhaltern. Aber das ist dann auch wohl ein bisschen viel verlangt von einer Datenbank.

MfG

Bernd

G_Brose
Mitglied seit
12.08.2016

111 Beiträge

Hallo Rainer,
Hallo Bernd,

von der Arbeit mit den Platzhaltern halte ich in diesem Zusammenhang nichts. Schon im gezeigten Fall der Mayers (das ist bei mir die häufigste Schreibweise) würden sich dann eben auch die Müller, die Maurer, die Meschenmoser und viele andere zeigen.

Im Fall von Josef und Seppel wäre nur das "se" gemeinsam.

Im Fall Nikolaus mit seinen Kurzfassungen Niko und Klaus ist nur noch das "k" gemeinsam.

Rosemarie, Annerose und Rosine erscheinen dann über ihre Kurzfassungen Rosel letztlich dann auch noch untereinander äquivalent.

Man müßte da schon mit Äquivalenzlisten arbeiten. Ich habe dies bei mir noch offen gelassen, werde aber wohl kaum noch dazu kommen. Das Programmieren ist, selbst wenn man es gut kann, doch immer noch mit mehr Arbeit verbunden als man sich später damit ersparen kann. Und mehr als eine Arbeitshilfe ist es schließlich nicht.

Viele Grüße,

Gerhard