Herkunft Vater

Die Taufe von 1752 und die Ehe von 1785 scheinen ja nicht recht zusammenzupassen. Woher weiß man denn, dass die Taufe von 1752 die richtige ist? Dort wird eine Eva Margaretha getauft, der nichteheliche Vater ist ein Jacob Köhler, die Mutter eine Dietz. Und warum soll ausgerechnet das nun die Eva Margaretha sein, die 1785 den Johann Paulus Weller heiratet? Das bekomme ich nicht gebacken. Deswegen mein Kommentar "Kann sein, kann nicht sein". Was weiss man denn noch über die Eva Margaretha? Ist ihr Sterbeeintrag bekannt?
 
Ok, danke, aber da sind doch große Zweifel angebracht:
(1) Der Ehemann ist ein Johann Nicol Weller, kein Johann Paulus.
(2) Das Sterbealter führt mitnichten auf den 13.10.1752 .... (Sterbetag: 7.11.1805, Sterbealter: 52 Jahre, 3 Monate, 5 Tag).
 
glaube wir haben da alle einen Denkfehler drin, es sind 2 verschiedene Personen, es müsste alles nachgesehen werden,
ob das alles so stimmt.

Sven
 
Ja, das ist schön, aber wie hilft der Hinweis „Nach den Taufpaten der 4 Kinder zu beurteilen, ist es die richtige Eva Margaretha“ den Hilfswilligen weiter? Sollen wir uns die Infos dann selbst mühsam zusammensuchen? Ich wollte lediglich ein bißchen motivieren, in Suchanfragen die bereits bekannten Infos ebenfalls aufzunehmen, um den Hilfswilligen einen schnellen Einstieg zu ermöglichen und ihnen zu zeigen, wie der aktuelle Stand ist. Bitte nicht falsch verstehen.

Hier die Kinder, die ich auf die Schnelle ermitteln konnte. Und ja, es scheint einen Bezug zur Familie Dietz (welchen?) zu geben:
Der Zwillingssohn Johann Albrecht soll am 18.7.1794 gestorben sein, die Totgeburt war am 13.7.1794. Das erscheint doch seltsam. Vielleicht ein Fehler und stattdessen Bezug zur Taufe 1794/129 von Johann Albrecht Fuchs, der ein Zwilling war.

Johann Paulus Weller schein drei Ehen gehabt zu haben:
Angesichts der dritten Ehe 1806 ist der Tod der zweiten Frau Eva Margaretha 1805 ja tatsächlich nicht abwegig, nur passen die Namen so überhaupt nicht…
 
Bei den unehelichen Sohn und der ersten ehelichen Töchter ist der Bezug zu Dietz da. Die Mutter war eine geborene Dietz aus Döhlau. Die Taufpatin war die Schwägerin der Mutter.

Jedenfalls ist es seltsam das die Vornamen nicht Stimmen.

Fest steht das der Vater bei der Taufe noch Soldat gewesen und und später Kutscher.
 
Hier noch ein womöglich interessanter Dietz-Taufeintrag von 1771/45: https://www.archion.de/p/9abc3e1064/.
Es steht "Eva Margaretha, Jacob Köhler, Taglöhner alhier einige Tochter" Pate. Kein Hinweis, ob sie ehelich/nichtehelich geboren war. Wenn, dann scheint mir Jacob der richtige Vorname des Vaters zu sein. Das löst das Problem seiner Herkunft aber auch noch nicht...
 
Zumindest hat er 1771 gelebt. In Konradsreuth, Selbitz, Naila, Issigau, Berg und Schauenstein gibt es keine Taufe im Zeitraum von 1715-1735. Woher zogen die Reitzensteiner ihrer Soldaten ein
 
die Soldaten können weiß gott wo herkommen, das kann auch wo ganz anders sein.
Wichtig wäre seinen Sterbeeintrag zu finden, Jacob Köhler Tagelöhner zu Hof, verstorben nach 1771.

Das Dekanat Hof ist halt noch nicht ganz online, da fehlt noch was.

Sven
 
Soldat im Reitzensteinischen Regiment

Das heißt i.d.R.: er war Soldat im „Regiment von Reitzenstein“, also einem Regiment, das nach seinem „Kommandeur“, einem Herrn von Reitzenstein, benannt wurde.

Haben Sie bereits recherchiert, welcher Herr von Reitzenstein zur fraglichen Zeit Kommandeur eines Regimentes gewesen ist?
 
Reitzensteins gab es ja sehr, sehr viele...

Es gehört sicher nicht zur Suchanfrage hier, aber mir kamen die teils wenig schmeichelhaften Memoiren der Markgräfin Wilhelmine, die Schwester Friedrichs des Großen, die 1731 den Erbprinzen Friedrich von Bayreuth in Berlin heiratete, in den Sinn und ich möchte dieses Zitat aus ihren Memoiren zu ihrer Ankunft im Markgraftum "spendieren" - als alter Hofer darf ich das sicher und es lockert das zähe Thema vielleicht etwas auf ;):

"... Endlich erreichte ich Hof, die erste Stadt auf Bayreuther Gebiet. Ich wurde unter Kanonendonner feierlich empfangen. Die Bürgerschaft in Waffen bildete bis zum Schlosse Spalier. Der Hofmarschall von Reitzenstein mit einigen Herren des Hofes und dem ganzen Adel der Umgegend erwarteten mich vor der Treppe (wenn man eine hölzerne Leiter so nennen darf) und führten mich in meine Gemächer. Herr von Reitzenstein beglückwünschte mich im Auftrag des Markgrafen zu meiner Ankunft in seinem Lande. Dann mußte ich eine lange Ansprache von seiten des Adels über mich ergehen lassen. Herr von Voigt hatte mich sehr gebeten, diesen Leuten zuvorkommend zu begegnen. Das Haus Österreich hat bekanntlich dem Adel gewisse Privilegien auf Kosten der Fürsten bewilligt; Privilegien, die ganz ungerechtfertigt sind und nur den Zweck haben, das Ansehen der Monarchen herabzudrücken. Diese haben sie infolgedessen nie anerkennen wollen; jeder reichsunmittelbare Freiherr besteht darauf, auf seinem Besitztum ebensosehr als Herrscher aufzutreten wie der Fürst, dessen Lehnsmann er ist, was zu unaufhörlichen Streitigkeiten und Reibereien Anlaß gibt. Der Adel des Vogtlandes hatte sich mit dem der andern Kreise entzweit. Der Markgraf benutzte die Gelegenheit, um diese Vorrechte ungefähr bis auf die seines übrigen Adels zu beschränken; er war aber damit noch nicht zufrieden, sondern hatte kurz vor meiner Verheiratung getrachtet, den Bevorzugten auch noch die wenigen Privilegien zu nehmen, die er ihnen gelassen hatte. Diese Herren ließen es sich nicht gefallen und empörten sich, so daß es zu einem unheilvollen Aufstand gekommen wäre, hätte man die Gemüter nicht beruhigt. Herr von Voigt, der aus einem vornehmen, reichsunmittelbaren Hause eines andern Kreises stammte und keinen Grundbesitz in der Markgrafschaft hatte, machte dem Fürsten begreiflich, daß man die Leute auf gütlichem Wege und mittels Höflichkeiten wiedergewinnen müsse. Sie waren alle von edlem Geschlecht und manche sehr reich. Daraus konnte man wohl schließen, daß sie entsprechende Manieren hatten – wie sehr fand ich mich aber enttäuscht! Ich sah deren ungefähr dreißig, wovon die meisten Reitzenstein hießen. Sie sahen alle aus wie der Knecht Ruprecht; statt der Perücken ließen sie ihre Haare tief ins Gesicht hinein fallen, und Läuse von ebenso alter Herkunft wie sie selbst hatten in diesen Strähnen seit undenklichen Zeiten ihren Wohnsitz aufgeschlagen; ihre sonderbaren Figuren waren mit Gewändern behangen, deren Alter hinter dem der Läuse nicht zurückstand. Es waren Erbstücke ihrer Ahnen und vom Vater auf den Sohn übergegangen; die meisten waren dem Maß ihrer Ahnen zugeschnitten worden, und das Gold war so abgenutzt, daß man es nicht mehr erkennen konnte; dennoch waren dies ihre Galakleider, und sie dünkten sich in diesen antiken Lumpen zum mindesten ebenso imposant wie der Kaiser in der Tracht Karls des Großen. Ihre groben Manieren standen mit ihrem Äußeren vollkommen im Einklang; man hätte sie für Bauernlümmel halten können. Zum Übermaß waren die meisten auch noch dazu krätzig. Ich hatte große Mühe, ihnen nicht ins Gesicht zu lachen. Es war noch nicht alles..." (s. auch hier: https://projekt-gutenberg.org/autho...rkgraefin-wilhelmine-von-bayreuth/chapter/14/).
 
Jacob Köhler, Taglöhner alhier einige Tochter,
das bedeutet ja, er hat mehrere Kinder ( Mädchen ) gehabt oder versteh ich das falsch ?

Sven
 
Theoretisch kann das aber auch bedeuten, dass das die einzige Tochter, die zu diesem Zeitpunkt noch am Leben, war. Weitere Töchter könnten somit im Säuglings-/Kindesalter verstorben sein.
 
Zurück
Oben