Kirchenbücher Kellinghusen

berndsh
Mitglied seit
19.10.2018

59 Beiträge

Wenn ich die Zeile aus dem oberen Beitrag lese:
"Kellinghusen 1643 Steinburg Rantzau 1643 1764 1764"
dann bedeutet es doch, dass Taufen ab 1643 vorliegen, alles andere ab 1764.
Also keine Trau- und Sterbereg. vor 1764 existieren.

btb780pb
Mitglied seit
29.04.2016

13 Beiträge

Ich habe diese Listen 1996 aus den Archiven erhalten. Herr Mann war zu dieser Zeit der Archivar für Münsterdorf.

Alles sind genau. Die Daten sind der Zeitpunkt, an dem die Taufen-, Heiraten- und Sterberegister beginnen. Es sind keine Aufzeichnungen vor diesen Jahren bekannt.

eggi
Mitglied seit
02.06.2015

823 Beiträge

Herr Jensen behauptete 1958 was anderes:

https://dis-danmark.dk/bibliotek/900425.pdf

Aber hilft ja nichts, wenn keine älteren KB im Archiv vorhanden sind, dann ist das so.

btb780pb
Mitglied seit
29.04.2016

13 Beiträge

Meine Vermutung; Wenn es etwas vor 1764 gibt, dann ist es bestenfalls unvollständig. Ich würde gerne falsch liegen!

Ich freue mich darauf, endlich meinen Wilstermarsch Ahnentafel fertigzustellen!

acdraeger
Archivmitarbeiter
Landeskirchliches Archiv der Nordkirche
Mitglied seit
16.01.2018

23 Beiträge

Zum Zeitpunkt der Verfilmung der Kirchenbücher (1990er Jahre) waren leider nur für die Taufen Kirchenbücher vor 1764 vorhanden.

Ich vermute, dass die anderen beiden Kirchenbücher für Trauungen und Bestattungen in den etwa 40 Jahren zwischen der 2. Auflage von Jensen und der Verfilmung durch das Archiv verloren gegangen sind.

Leider haben wir gerade bei den ältesten Kirchenbüchern gelegentlich den Fall, dass diese Kirchenbücher innerhalb der Kirchengemeinde einem Familienforscher mit nach Hause gegeben wurden, weil "man sich ja kennt" und die Schrift natürlich schwerer zu lesen ist und man mehr Zeit benötigt. Die allermeisten dieser nicht erlaubten Ausleihen haben bestimmt den Weg ins Gemeindebüro zurückgefunden, aber da wir immer mal wieder Anrufe/Mails von Angehörigen haben, die Kirchenbücher bei Haushaltsauflösungen finden, ist der andere Fall, dass die Kirchenbücher nicht zurückgegeben wurden, leider auch manchmal vorhanden.

Vielleicht kommen die abweichenden Angaben auf diese Weise zustande...

Viele Grüße
A. Draeger

heinzi76
Mitglied seit
15.12.2014

1948 Beiträge

Hallo,
solche Fälle kenne ich persönlich auch.
Da hat jemand die Kirchenbücher mit nach Hause genommen um ein Familienbuch oder Register zu erstellen.
Dann ist der alte Herr verstorben und die Bücher waren nicht mehr da und auffindbar.
Zweitschriften gab es nicht somit sind diese einmaligen Dokumente für immer verschwunden, manchmal tauchen diese auch wieder nach Jahrzehnten auf.

Habe auch schon Bücher zur Forschung übergeben bekommen ?
Warum das nicht erlaubt sein soll verstehe ich nicht so recht ?
Ist doch Eigentum der Gemeinde und die kann doch selber entscheiden wehr wann und wo was einsehen darf ?
Oder ist das nun rechtlich nicht mehr möglich ?

Sven

acdraeger
Archivmitarbeiter
Landeskirchliches Archiv der Nordkirche
Mitglied seit
16.01.2018

23 Beiträge

Das ist richtig, dass die Kirchenbücher Eigentum der Kirchengemeinden sind, aber sie gehören zum Archivgut der Kirchengemeinde und unterliegen daher dem Archivgesetz und der Benutzungsordnung der Nordkirche.

Dort steht in §5 Persönliche Einsichtnahme im Lesesaal unter Absatz 1 "Kirchliches Archivgut sowie Find- und Hilfsmittel werden in für die Benutzung bestimmten Räumen zu festgelegter oder vereinbarter Zeit unter dauernder Aufsicht benutzt."

§ 8 regelt die Umstände, unter denen eine Ausleihe möglich ist, was generell im Archivbereich auf Grund der Einmaligkeit der Archivalien nur in Ausnahmefällen gestattet wird:

Absatz 1 "Kirchliches Archivgut kann in Ausnahmefällen ausgeliehen werden
zu Zwecken der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere für Ausstellungen,
zur eigenen amtlichen Benutzung,
zur nichtamtlichen Benutzung in hauptamtlich verwalteten auswärtigen Archiven in der Bundesrepublik Deutschland."

Eine Ausleihe zur Einsichtnahme/Forschung ist grundsätzlich nicht gestattet. Neben dem Punkt, dass Kirchenbücher oder anderes Archivgut manchmal den Weg zurück nicht finden, geht es auch darum, die Stücke so gut wie möglich zu bewahren, d.h. so wenig Transporte wie möglich, aber auch bei häufig benutztem Archivgut wie den Kirchenbücher entsprechend Digitalisate (früher Microfiches) zu erstellen, um die Originale zu schützen.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Benutzungsordnung im Fachinformationssystem Kirchenrecht der Nordkirche zu finden ist (https://www.kirchenrecht-nordkirche.de/document/40128).

Viele Grüße
A. Draeger

heinzi76
Mitglied seit
15.12.2014

1948 Beiträge

Hallo,
danke für die Ausführung.

Es betrifft also nur die Nordkirche als solches.

Ich forsche fast nur in Bayern und Baden-Würtenberg.

Für Bayern lagern fast noch 40 % der Kirchenbücher vor Ort in den Gemeinden.

Herzlichen Dank

Sven