Weitergehende Pläne mit KI zur Entzifferung und Vernetzung?

Ihnen als Moderatorin wird aber schon aufgefallen sein, dass in letzter Zeit vermehrt User diesen Irrglauben hatten. Ich sage ja, es ist keine Absicht. Aber das vermehrte Auftreten dieser Fälle ist ein Fakt und zeigt, dass die Werbung bzw. Kommunikation einige neue User in die Irre führt, auch wenn das von Archion nicht gewollt ist.
Ich finde, Archion müsste in seiner Werbung bezüglich KI-Texterkennung deutlicher machen, dass die KI eine bloße Lesehilfe ist und es keine Suchabfrage für KI-erkannten Text gibt. Der Verweis auf das Kleingedruckte ist meines Erachtens nicht ausreichend.

Aus der News-Meldung vom 22. April 2026:
ARCHION bietet ab sofort eine neue Möglichkeit, historische Kirchenbücher noch komfortabler zu lesen und darin zu recherchieren:
Sie und ich wissen, dass damit gemeint ist, händisch in den Kirchenbüchern zu recherchieren. Aber diese Aussage, und vielleicht noch weitere, können durchaus in Richtung Recherche-Datenbank missverstanden werden.

Auf der Archion Startseite:
  • Über 200.000 Kirchenbücher online durchsuchbar
Klingt auch irgendwie nach Suchabfrage, vor allem jetzt, da ja die KI den Text in den Kirchenbüchern erkennt.

Ich kann gut nachvollziehen, wie so mancher neue User sich zu dem falschen Glauben hinreißen lässt, es gäbe eine "Namenssuche". Dass es die eben nicht gibt, kommt für neue User meinem Anschein nach nicht klar genug hervor.
 
Ich finde, Archion müsste in seiner Werbung bezüglich KI-Texterkennung deutlicher machen, dass die KI eine bloße Lesehilfe ist und es keine Suchabfrage für KI-erkannten Text gibt.

Dann wäre meine Empfehlung -sofern nicht bereits geschehen- diese Meinung / Ansicht / Auffassung bitte (zusätzlich auch) direkt über den Kundendienst von Archion bei Archion vorzutragen.

Von Ihren oben beispielhaft angeführten Zitaten, sehe ich nur das zweite Zitat u.U. als "hinterfragungswürdig" an.
 
Archion schreibt ja selber das die Texterkennung als Grundlage für zukünftige neue Suchfunktionen benutzt werden kann. Nur leider mal wieder alles sehr offen formuliert.


Ausblick

Mehr Möglichkeiten für Ihre Forschung​

Mit der Texterkennung erweitert Archion den Zugang zu historischen Kirchenbüchern um eine praktische neue Funktion. Sie unterstützt Sie direkt im Viewer beim Lesen handschriftlicher Einträge und schafft zugleich die Grundlage für weitere Entwicklungen, wie zukünftige Suchmöglichkeiten.

So wird die Arbeit mit historischen Quellen Schritt für Schritt noch komfortabler und flexibler.
 
Es ist seit jeher der Irrglaube Ahnenforschung kann jeder selbst für lau machen ... erst recht jetzt mit KI.
Die Zeiten, dass man selbst vor einem echten Kirchenbuch sitzt sind nunmal vorbei .... Und Anfänger sollte man besser nicht mit diesen empfindlichen Werken in Berührung kommen lassen.
Vielleicht bedarf es hier noch mehr Aufklärung für die Kunden?
 
Also, da die Texterkennung im Moment genutzt wird und die Daten daraus irgendwo gespeichert werden, ergibt sich daraus natürlich ein zukünftiges Potenzial, das erschlossen werden kann. Technisch sollte das keine große Sache sein, aber im Moment ist es noch nicht implementiert. Aber wenn es eines Tages umgesetzt werden sollte, dann ergebe sich daraus ein großer Mehrwert bei der Suche, gerade dann, wenn der Ort, wo die Vorfahren gelebt haben, nicht genau bekannt ist.

Aber richtig ist: Im Moment ist man noch nicht so weit und ob oder wann das kommen wird, steht noch in den Sternen.
 
ein großer Mehrwert bei der Suche, gerade dann, wenn der Ort, wo die Vorfahren gelebt haben, nicht genau bekannt ist.
Das möchte ich mal sehr anzweifeln! Wenn ich nicht weiß, wo ein Vorfahre geboren ist, sondern nur z. B. Johannes X, der irgendwann um 1750 plusminus 15 Jahre irgendwo geboren ist, wie viele passende Einträge finde ich dann wohl? Selbst bei Beschränkung auf eine Region hätte ich in der Regel noch zu viele Funde.

In vielen Internetstammbäumen findet man dann Personen, die passend gemacht wurden, weil die arbeitsintensive und kritische Recherche unterblieben ist. Selbst, wenn ich mindestens die Region kenne, kann(!) ein KI-Ergebnis allenfalls anteilig hilfreich sein. Aber selbst dann brauche ich Lesekompetenz, um zu sehen, was die KI (oder z. B. ein FS-Freiwilliger, oder selbst Leute in Standesämtern) falsch oder nicht erkannt hat und die Kompetenz kritisch zu prüfen, ob die Daten zusammenpassen. Dann sichte ich also doch wieder jede Seite im KB und kann das auch gleich tun.

Abseits der KB: In Namenslisten zu Standesamtsregistern habe ich kürzlich oft so etwas gefunden wie "Weishenfels", weil die Person, die das Register erstellt hatte die Kombination von kleinem s und langem s für ein Doppel-s offensichtlich nicht kannte. Würde eine KI heute oder in Zukunft immer zuverlässig das lange s und ein h unterscheiden können?

Es ist seit jeher der Irrglaube Ahnenforschung kann jeder selbst für lau machen ... erst recht jetzt mit KI.
Genau! Man muss schon viel Arbeit, aber auch teilweise Geld investieren.

Glückauf
Wolfgang
 
Hallo, nur ein kleines Beispiel: Hans Müller. Zur Zeit ca. 800000 Müller in Deutschland, davon 50000 Hans!!
Jetzt soll mir mal eine KI meinen Hans Müller aufzeigen!?
Es sind KB von Orten in Archion zu lesen, da heist der halbe Ort "Voigt" oder "Müller".

Und schmerzlichst zuletzt selbst und die KI falsch gelesen: aus einem C ein L gemacht.

Schritt für Schritt, lesen, prüfen, vergleichen, recherchieren und fragen. Es einfach wissen wollen, Gruß Rainer
 
Kann man KI auf patronymische Namensgebung trainieren?

Der Sohn Peter von einem Hans Müller oder beliebig Anderen würde ja patronymisch richtig Peter Hansen heißen und dessen Kinder dann Petersen usw.
Jedenfalls in den Kirchenbüchern des alten Herzogtums Schleswig ging das selbst noch nach dem königlichen Verbot noch lange so weiter.
 
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