Sächsische Kirchenbücher bei Archion – warum liegen bereits digitalisierte Bestände weiterhin offline?

Da inzwischen fast alle Beitragsfachleute keine Lösung bzw. Zuständigen finden konnten. Würde ich vorschlagen diese Endlosschleife zu verlassen und eine höhere Stufe zu erklimmen.
Vorschläge die grundsätzlich geprüft werden müssten, ist vielleicht der Finanzminister zuständig weil es um Geld geht? Vielleicht ist der Justizminister zuständig weil es um Grundrechtfragen geht? Ist vielleicht die Menschenrechtskommission zuständig? Mir fallen noch viele andere mögliche Zuständige ein, die sich um eine Lösung kümmern könnten. Nur ich befürchte, keiner der wirklich Zuständigen liest die endlos Beiträge hier im Forum und daher wird es hier auch keine Antwort geben.
Daher die nächste Stufe erklimmen und das Forum mit dieser Diskussion verlassen, denn hier geht es um die bereits vorhandenen Kirchenbücher.
Und da vornehmlich um Lesehilfe bzw. einen zweiten Blick und andere inhaltliche Fragen.
Ach das fällt mir gerade noch ein, man kann auch an den Weihnachtsmann schreiben, der hat sogar ein eigenes Postamt in 16789 Himmelpfort
Sind das die richtigen Kirchenbücher? https://www.archion.de/de/suche
 
Guten Tag in die Forscher-Runde,

ich möchte hier ein Thema ansprechen, das viele von uns betrifft, aber selten offen benannt wird.

Das Landeskirchliche Archiv der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens verfügt seit Jahren über umfangreiche, vollständig digitalisierte Kirchenbücher, die im Dresdner Lesesaal im Intranet bereits einsehbar sind. Dennoch sind diese Bestände bis heute überhaupt nicht über Archion zugänglich.

Aktuell ist z. B. der Kirchenbezirk Auerbach online gegangen bzw. geht gerade online. Das ist natürlich begrüßenswert.

Aber: Auerbach ist mit 14 Kirchgemeinden einer der kleinsten Kirchenbezirke Sachsens – und seine Digitalisate lagen intern bereits seit Jahren fertig vor.

Für Forscher außerhalb Dresdens bedeutet das bislang:

Jahre des Wartens auf Daten, die längst existieren.

Das eigentliche Problem ist daher nicht, daß nichts passiert, sondern daß nur tröpfchenweise veröffentlicht wird, obwohl der Großteil der Digitalisate längst bereitsteht.

Ein weiterer, oft übersehener Punkt:

Das Dresdner Archiv erklärt auf seiner Website ausdrücklich, daß

das Lesen der alten deutschen Schrift zwingend erforderlich ist
und das Archivpersonal
nur in Ausnahmefällen kleinere Lesehilfen geben kann.

Mit anderen Worten:

Wer die Schrift nicht sicher beherrscht, steht im Lesesaal weitgehend allein.

Gleichzeitig wissen wir alle, daß genau diese Hilfe – also Transkription, gemeinsames Lesen, Entziffern – in genealogischen Internetforen täglich kompetent, schnell und kostenlos geleistet wird.
Nicht zuletzt hier im Archion-Forum.

Aber dafür müssen die Digitalisate online verfügbar sein.

Deshalb geht es hier nicht um „Geduld“ oder „noch ein paar Monate warten“, sondern um eine strukturelle Frage:

Warum bleiben bereits vorhandene Digitalisate in Sachsen offline, während sie anderswo längst im Netz sind?

Und vor allem:

• Wer von Euch wartet konkret auf sächsische Kirchenbücher bei Archion?

• Welche Orte oder Kirchenbezirke fehlen Euch aktuell?

• Welche Auswirkungen hat diese Nichtverfügbarkeit auf Eure Forschung?

Vielleicht können wir hier einmal sichtbar machen,
wie groß das tatsächliche Interesse an sächsischen Kirchenbüchern ist – und was diese Blockade in der Praxis bedeutet.

Ich freue mich auf Eure Erfahrungen.
Max Uwe (maxkli)
Ich hätte großes Interesse an den Kirchenbüchern von Rochlitz und Penig...
 
Mein Forschungsgebiet erstreckt sich auf Thüringen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und ja leider, zum Großteil auf Sachsen. Ich warte sehnsüchtig auf die Kirchenkreise Annaberg, Marienberg und Leipzig. Eigentlich auch auf Bautzen, aber das ist ja noch nicht einmal verfilmt. Es ist schon sehr ärgerlich, denn es betrifft sowohl die väterliche als auch die mütterliche Linie. Und dabei nicht irgenwelche Nebenlinien, sondern direkt die Namenslinie meines Vaters und die meiner Mutter. Ich war schon in manchen Pfarrämtern unterwegs und habe dort schon so manchen Fund gemacht. Aber der Vorteil von Archion ist ja, dass man zu jeder Zeit forschen kann. Oft ist es mir schon passiert, dass ich beim nochmaligen Lesen des Kirchenbucheintrages noch etwas entdeckt habe. Bei Archion kann man seine Entdeckungen ganz einfach und jederzeit überprüfen und weiter verfolgen. Ins Pfarramt fährt man nicht gleich noch einmal, denn die liegen nicht unbedingt immer gleich um die Ecke. Also kurz gesagt, die fehlenden sächsischen Kirchenbücher sind eine enorme Behinderung für meine Forschungstätigkeit. Wenn man sieht, wie es bei anderen Landeskirchen läuft, kann man da schon sehr neidisch werden.

@beichler antworte heute um 15.27 Uhr darauf

Kann ihnen nur Beipflichten. Sicherlich wird es dieses Jahrhundert noch werden, aber nicht mehr in meinen Leben. Wir im sächsischen Zipfel werden die Letzten sein.
 
#Lucy26

Danke für Deine konkrete Nennung. Genau solche Beispiele zeigen, wie viele Familienforscher weiterhin warten.

Nach bisherigem Kenntnisstand sind Waldheim, Döbeln, Erlau und Mittweida bislang noch nicht einmal im Sicherungsverfahren abgeschlossen. Das heißt: Vor einer möglichen Online-Stellung über Archion stehen dort noch weitere Arbeitsschritte aus.

Umso wichtiger ist es, daß fehlende Bestände konkret benannt werden. Nur so wird das tatsächliche Ausmaß sichtbar.
 
Die neue KI-Texterkennung bei Archion zeigt zusätzlich, welchen Wert bereits digitalisierte Kirchenbücher heute haben. Es geht längst nicht mehr nur um den bloßen Bildzugang, sondern auch um bessere Lesbarkeit und schnellere Auswertung historischer Handschriften.

Umso naheliegender wäre es, bereits vorhandene sächsische Digitalisate zeitnah online zu stellen.
 
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