LIEBEL vermisste Heirat - in Weißenbrunn bei Altdorf, Nürnberger Land

Guten Tag allerseits,

seit schon einer Weile komme ich an folgender Stelle nicht weiter:
In Weißenbrunn (gepfarrt zu Altdorf b. Nürnberg) habe ich die Eheleuete Hans/Johann und Margarethe Liebel (Name in der Gegend ggf. Liebl, Löbel o.ä.).
Hans (Tagelöhner/Köbler) stirbt 1756, Margarethe 1787 (wenn ich richtig zugeordnet habe!).
Sie MÜSSTEN die Eltern von Georg Liebel sein (*1742 in Weißenbrunn) sein.
Der Vater heißt bei Georgs Geburt und Heirat Georgs Hans, bei den beiden Todesanzeigen steht Johann (mag natürlich derselbe sein).

Ich finde leider die Heirat von Hans/Johann Liebel und Margarethe XY nicht! Somit komme ich leider nicht weiter.
Hans müsste ca. 1719* geboren sein, Margarethe ca. 1716.

Ich habe die Register Altdorfs und auch einiger Orte der Umgebung durchgesehen, aber nichts gefunden.
Habe ich etwas übersehen, hat jemand einen Tipp?
Hat jemand vielleicht die Liebels in seinem eigenen System oder findet jemand einen Hinweis?

*(1719 kommt meine ich in Weißenbrunn ein Hans/Johann Liebel zur Welt, auch wenn der Geburtsmonat nicht ganz mit dem angeblichen Sterbealter (ich lese 1756 "37 Jahre und 9 Monate [oder 5?]").

Wie immer weiß ich jede Hilfe sehr zu schätzen und bedanke mich schonmal bei der Archion-Gemeinschaft.
Beste Grüße
Daniel
 
Guten Morgen,

"Hans" und "Johann" ist für die damalige Zeit das gleiche. Selbst in der ersten Zeit nach der Einführung der Standesamtsregister habe ich die Verwerndung von Rufnamen in der offiziellen Eintragung bei Heiraten und Todesfällen festgestellt.

Ihr Problem mit dem etwas abweichenden Geburtstag erklärt sich einfach damit, daß der Pfarrer sich verrechnet hat.

Was die Hochzeit angeht, sehe ich Probleme, nachdem ich Heiratsorte gefunden habe, die (soweit im Augenblick bekannt) nichts mit den Heiratenden zu tun hatten und wo sie gerade wohnten, weil sie da "in Stellung" waren.
 
Hallo,
eventuell die Hochzeit stattgefunden wo die Frau herkommt.

Habe Sie alle Kinder des Paares ?
Haben Sie sich mal alle Taufpaten angesehen ?
Eventuell gibt es da Hinweise zur der Herkunft der Frau.

Sonst bleibt nur übrig die Kirchenbücher im Umkreis auszuwerten und die Kreis dann erweitern.

Die Hochzeit kann man da ja zwischen 1739 und 1741 eingrenzen.

Sven
 
@RGaenssler: Vielen Dank für die Hinweise!
@heinzi76 / Sven: Auch vielen Dank für die Tipps. Alles schon geschehen, bisher ohne Erfolg (Sichtungsfehler natürlich immer möglich)

Es leben in Weißenbrunn mindestens zwei Johann Liebels, vielleicht sogar drei. Die gefundene Heirat in Leinburg (danke für den Link) muss einer der anderen sein, der Bauer wurde.

Es scheint übrigens etwas nicht an meinen bisherigen Daten zu stimmen, aber auch allgemein etwas nicht in Ordnung zu sein:
Sohn Georg, von dem es bei mir ausgeht (*1742 +1817) heiratet 1769, da soll sein Vater Hans laut beider Altdorfer Traueinträge schon tot sein. Zwischen seiner Geburt (ergibt sich genau aus der Angabe bei seinem Tod 1817) und der Heirat 1769 stirbt nur ein Hans/Johann Liebel.

ALLERDINGS wird diesem bald nach seinem Tod 1756 noch ein Sohn namens Georg geboren...(schulterzuck)

Ich weiß, es gab seinerzeit Fälle, in denen zwei Söhne einer Familie den gleichen Namen trugen, ist mir hier in der Zeit bisher aber nicht untergekommen. Irgendwas stimmt da also offenbar nicht.

Daniel
 
bei den Paten nichts gefunden ?

Wenn gar nichts zu finden ist mal in den katholischen Büchern geschaut.
Alles schon dar gewesen, so weiß ich auch nicht wie ich da noch helfen kann.

Sven
 
Gerade der Taufeintrag für den posthum geborenen Sohn Georg (https://www.archion.de/p/b13b7e5307/) scheint doch sehr interessant zu sein. Dort wir der Bruder (!) der Witwe als Pate genannt, der Hirte Georg Effert (Efferten ?) in Grünsberg. Wenn die Witwe nun nicht gerade nur eine Halbschwester mit anderem Vater als der Pate Georg war, sollte doch nun ihr Geburtsname bekannt sein und - bei aller Mobilität von Hirten - auch ein Hinweis auf ihre Familie gegeben sein.
 
Ich habe bei der ersten Angabe die Ortsangabe vergessen. Es war Altdorf bei Nürnberg. In der Gegend sieht es bei katholischen Kirchenbüchern etwas dürftig aus.
 
Hallo,

haben Sie eigentlich alle Kinder des Paares herausgesucht, somit kann man die Zeit der Trauung ein wenig eingrenzen? Haben Sie auch mal in Nürnberg geschaut, evtl. war es eine Fornicanten-Trauung und das Paar wurde im Loch oder ggf. in den Eisen getraut. Da würde sicherlich ein Blick in Nürnberg, St. Sebald und St. Lorenz nicht schaden.
 
wenn er um 1719 geboren ist dürfte die Ehe zwischen 1739 und 1741-42 gewesen sein.
Kann auch sein das er irgendwo Tagelöhner war und dort dann geheiratet hat.
Das kann auch im Umkreis von 20-50 km sein.

Am besten mal alle Taufen das Paares hier reinstellen eventuell kommt da weiter.

Sven
 
Sein Taufeintrag scheint klar zu sein (https://www.archion.de/p/b5ac6c3913/), wenn (!) er der 1756 verstorbene Hans Liebel ist.
Seine Ehefrau hieß Margaretha, die einen 1757 noch lebenden Bruder namens Georg Effert hatte, und damit wahrscheinlich auch eine geborene Effert war. Georg Effert war 1757 Hirt in Grünsberg.
Vielleicht lohnt es sich, die Effert-Seite näher zu untersuchen, um vielleicht darüber den Heiratsort zu finden.
Und ja, eine Liste aller feststellbaren Kinder des Ehepaars samt der Paten wäre hilfreich. Es ist tatsächlich auch an eine Fornikantentrauung um 1741/1742 zu denken...
 
wenn es das Paar ist und nicht eine weitere Familie Hans Liebel mit Frau Margaretha in Weißenbrunn gab.
Da er erst 18 Jahre alt war kann es wirklich eine Fornicanten-Trauung wo geben haben.

Sven
 
Ich glaube eher nicht, dass diese Taufe zu einem Kind des gesuchten Ehepaars gehört. Der gesuchte Hans Liebel wird nie als Bauer bezeichnet. Vielleicht gehört diese Taufe doch eher zu diesem Ehepaar (oo1729): https://www.archion.de/p/e5cec3b5ff/... ...
Mit viel Zeit und Lust könnte "man" alle Liebels in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in den KB Altdorf auflisten, um Ordnung in die verschiedenen Liebel-Familien zu bringen.
 
Zur Hirtenfamilie Effert hier ein eventuelles Geschwisterpaar als potenzielle Kandidaten (nicht weiter geprüft):
Taufe einer Tochter Margaretha des Hirten Georg Effert zu Grub und seiner Ehefrau Catharina (*1717): https://www.archion.de/p/1fcafcc593/
Taufe eines Sohns Georg des Tagwerckers Georg Effert zu Grub und seiner Ehefrau Catharina (*1702): https://www.archion.de/p/52789c45a3/

Leider keine Trauung Liebel-Effert um 1740 in Rasch oder Oberferrieden auffindbar (sofern ich sie nicht übersehen habe).
 
Guten Tag allerseits,
ich möchte, auch wenn es Raum in Anspruch nimmt, mich auch hier besonders für die große und rege Hilfe bedanken!!!
Wahnsinn, was seit gestern abend hier an Interesse und Tipps reingekommen ist. Ich versuche, auf alles einzugehen, zumal die Sache ja auch etwas unübersichtlich geworden ist durch die Zweifel an der Identität der Ehepartner für die Todesjahre 1756 und ggf. auch 1787:

@Allgemein: Die einzelnen Kindstaufen von Hans und Marg. Liebel in Weißenbrunn habe ich nochmal durchgesehen. Aber da es wie gesagt zwei-drei Namensträger im Dorf gibt (mind. zwei haben zudem eine Margarethe zur Frau. Da ein Tagelöhner zum Köbler "aufsteigen" kann, wird sich nur der Bauer Johann L. ausschließen lassen), ist es echt schwer zu sagen, welche jetzt überhaupt zu "meinen" Liebels gehören.

@heinzi76 /Sven: Wegen Paten bitte siehe Vorvermerk (und vgl. bitte unten Komm. an Martin1977) - wegen katholischen Büchern: Habe ich bestimmt schon mal angesehen, werde ich aber erneut versuchen, ob sich etwas findet.

@jkorn : Soweit richtig, aber ich zweifle wie gesagt seither, dass der 1756 gestorbene Johann Liebel der Vater meines Georg Liebels war. Dieser ist nach eigenem Toteneintrag 1742 geboren, Monate und Wochen etc. passen da auch eindeutig. Wenn sich die Herren Pastoren 1817 da mit Georgs Sterbealter und der richtigen Notiz von damals NICHT vertan haben, stimmt das also soweit.
Es wäre abere ben komisch, dass der 1756 posthum geborene Sohn Georg genannt wird, wo doch schon ein Georg in der Familie ist!

@Martin1977 : Wegen Taufen siehe oben beschriebenes Problem bitte. Es KÖNNTE allenfalls eine Dopplung eines Paten namens Erhard Prögel geben, aber auch hier habe bei dessen Heirat zuhause keinen Hinweis auf den Namen Liebel gesehen, zumal ich eben nicht sagen kann, ob hier die 'richtigen' Joh. und Marg. Liebel in Weißenbrunn unter Prögels Patenschaft taufen oder die falschen...
Das mit Nürnberg ist durchaus interessant, ich wusste bisher nicht (oder habe es wieder vergessen, denn da klingelt etwas beim "Loch"), dass es in Nürnberg eine besondere Stelle für Musi- äh Fornicanten gab!
Laufen dise Fälle "normal" unter Sebald bzw. Lorenz oder sind die da irgendwo versteclt zu fiden? Das wäre nämlich sehr interessant.

@Curiosita : Ihnen auch vielen Dank für den Beitrag. Ich schließe im Moment also den 1756er Toten als Vater meines Georg Liebels (*1742) eher aus, da jenem ja posthum ein zweiter Georg nachgeboren würde. Die Verbindung Effert aber ergibt sich eben für dieses Liebel-Paar mit dem später geborenen Georg.
@auch an die Allgemeinheit: Habe ich vergessen zu sagen: "Mein Georg Liebel" hat einen Georg Odörfer in Grub zum Paten. Dessen Heirat habe ich aber noch nicht eindeutig feststellen können. Es sind im Thema doch viele Baustellen auf einmal ;)

Sollte ich auf jemandes Vorschläge oder Fragen hier nicht eingegangen sein, bitte ich angesichts der dankbar vielen Beiträge um Entschuldigung.

Viele Grüße
Daniel
 
Vielen Dank für die Zusammenfassung!! Familienforschung darf und soll ja auch spannend bleiben. Umso mehr freut man sich dann, wenn man eine nur scheinbar taube Nuss am Ende doch noch knacken kann.
Ich würde mich tatsächlich nicht am mehrfachen Vorkommen eines Vornamens in einer Kinderreihe stören. Da gibt es bei uns im Oberfränkischen, wo ich hauptsächlich forsche, über die Jahrhunderte hinweg zahlreiche Beispiele: "Hans und aber Hans, die NN.", solche oder ähnliche Formulierungen finden sich z.B. oft in einschlägigen Lehensbüchern. Die Herausforderung besteht eher darin, die ganzen Hänse und Nickels, Annas und Margarethas sauber zu trennen, was zugegebenermaßen oft schwierig und machmal auch unmöglich ist. Selbst zwei Brüder einer meiner Urgroßmütter wurden Hann und Hans genannt, um sie auseinanderhalten zu können. Weiter viel Erfolg!!
 
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