Lesehilfe für Taufeintrag erbeten

Bei diesem Taufeintrag und dem danebenstehenden Marginal habe ich einige Probleme und hoffe auf Hilfe: https://www.archion.de/p/938bcee008/

Ich meine, Folgendes entziffern zu können:

Den 10 Januarij Conrad Dechern ein Söhnlein
getaufft nahmens Johannes da der
Ehrn undt tugendhaffte Erbahre stille Züchtige
per mi pietatem [= m.E. ein Zeileneinschub für die Zeile darüber oder darunter?, bedeutet wohl übersetzt so viel wie „durch meine Barmherzigkeit“]
durch fromme |: wer ihn ... ... gekand hatt
... ... Gott auffrichtig bekennen :| Gotts-
... ... [m.E. ein Zeileneinschub]
fürchtiger wohlgelahrte Jungergesell Johannes
Habermehl des Ehrhafften ... ... Habermehls
seel. hinderlassene Eheleibliche Sohn Grosgevatter gewesen.

Das links unter der Jahreszahl und der laufenden Nr. 77 befindliche Marginal kann ich nahezu überhaupt nicht lesen, außerdem erscheint es mir in Latein verfasst zu sein (Entzifferung und Übersetzung?)

Danke schon vorab für jede Bemühung um die erbetene Lösung!
 
-ohne nachträgliche Ergänzungen und Randvermerk links-


den 10 Januarij Conrad Dechern ein Söhnlein
getaufft nahmens Johannes da der
Ehrn vndt Tugendthaffte Erbahre stille Züchtige
?auch? fromme /: wer ihn kennet undt gekant hatt
muss gegen Gott auffrichtig bekennen :/ Gotts-
fürchtige wohlgelarthe Jungegesell Johannes
Habermehl des Ehrenhafften Hennrichen Habermehls
sel. hinderlassener Eheleiblicher Sohn Grosgevatter gewesen
 
Davidi=
cas fere
tentatio=
nes, Deo
adjuvante
toleravit (?)
et (?) sustinuit (?)

Übersetzung wohl in etwa: Mit Gottes Hilfe hat er annähernd Davidische Versuchungen (*) erduldet und (ihnen) standgehalten.

* Davon gab es wohl mehrere, vielleicht ist jemand so bibelfest, diese genauer zu benennen zu können.


Großgevatter/Großpate:
Vielleicht Hauptpate unter mehreren, vgl.
 
Unter den "Versuchungen von David" werden Ehebruch und Mord an herausragender Stelle genannt.

Hier nur exemplarisch Kommentar / Auslegung von Altes Testament, 2. Samuel, 11


 
Herzlichsten Dank noch einmal für die vielen Hilfen, die biblischen Verweise auf David und die Wortdeutungen von "Curiosita". Jetzt kann ich mir auch einen "Reim" darauf machen, warum der Pfarrer den Taufpaten in so ungewöhnlicher Weise in den höchsten Tönen gelobt hat: Es würde nicht überraschen, wenn er zunächst (wie David) ein "Sünder vor dem Herrn" gewesen wäre, dann wohl aber sein Leben auf gottgefällige Weise änderte, den Versuchungen widerstand und so zu einem "Gerechten" (im biblischen Sinn und wie David) geworden wäre.
 
Zurück
Oben