Jesuiterbrunn, Kr. Bromberg

Hallo zusammen,

im Taufregister Nr. 78/1799 wird als Geburtsort der Christina Ziemke ein Dorf namens Jesuiterbrunn angegeben, das ich auf den üblichen Webseiten (Meyers Orts- und Verkehrslexikon, AGOFF, etc.) leider nicht finden kann.


Handelt es sich hier vielleicht um den Ort Jesuiterbruch?

Danke im voraus für Eure Einschätzung
Uwe
 
Guten Abend.

Hier erscheint die Ortsangabe "Jesuiterbrunn" ebenfalls


Gibt es weitere Einträge bzgl. der o.a. "Ziemke", die zur Beurteilung / Einordnung der Ortsangabe herangezogen werden können?

BG,
Vera
 
Hallo,

um die Orte weiter einzugrenzen, habe ich leider auch nicht viel gefunden, aber möglicherweise hilft etwas von den Angaben weiter:


hier als Zieme geschrieben:


Christoph Ziemke starb wahrscheinlich 1809 mit 50 Jahren. Man kommt aber zur Taufe nicht so weit zurück.

Bei Familysearch gibt es noch katholische Kirchenbücher, was aber zu ergründen wäre.

Online Ortsfamilienbuch Grünkirch

LG
 
Hallo Vera und Anne,

vielen Dank erstmal für Eure Hinweise; weiß ich wirklich sehr zu schätzen. Ich beschäftige mich schon sehr lange mit der Ahnenforschung (25+ Jahre) und habe die Familie Ziemke - auch Ziemer, Zimmke, Zincke oder Semke - weitestgehend erforscht. Die mir bekannten Kinder des Christoph Ziemke (+ 19.01.1809 in der 7. Canal Schleusen Colonie) und der Eva Rosine Zick (auch Zilke oder Ziehlke) wurden zeitlich geordnet in Pawlowke, Jesuiterbrunn, Prondy Mühle und 7. Canal Schleusen Colonie geboren. Ich vermute deshalb, daß Jesuiterbrunn irgendwo in dieser Region oder in Bromberg selbst lag. Jesuiterbruch ist eigentlich zu weit entfernt von dieser Gegend um Sinn zu machen, auch wenn die Kolonisten zur damaligen Zeit erstaunlich mobil waren.

Danke nochmals und viele Grüße über den Teich
Uwe
 
Könnte Jesuiterbrunn eventuell eine Verballhornung von Jesuiterbrondi sein,

Hallo Franz,
gute Idee, danke! Das würde auch passen im Zusammenhang mit dem Geburtsort Prondy Mühle (Pronder Mühle) von einigen der Kinder. Muß ich nochmal genauer checken.

unterhalb von ‘Rathaus’ —> ‘Jesuiten’

Ist bekannt, aber trotzdem danke. Das war übrigens der Grund warum ich sagte., daß Jesuiterbrunn ggf. in Bromberg selbst liegen kann. Das Jesuitenkloster in Bromberg ist historisch gesehen relevant, weil es eine nicht unwesentliche Rolle bei der Gegenreformation in der Region spielte.


Gruß
Uwe
 
im Taufregister Nr. 78/1799 wird als Geburtsort der Christina Ziemke ein Dorf namens Jesuiterbrunn angegeben, das ich auf den üblichen Webseiten (Meyers Orts- und Verkehrslexikon, AGOFF, etc.) leider nicht finden kann.

Für die Suche nach einem 1799 erwähnten Ort ist Meyers Ortslexikon (1912) nich' so gut. Ich nutze für Westpreußen lieber den Goldbeck (Vollständige Topographie des Königreichs Preußen. Zweiter Teil: Topographie von Westpreußen. Marienwerder 1789). - Sicherlich auch irgendwo online zu finden.

Seite 87:
Jesuiterbruch: Kreis Gniewkowo, [ev.] Pfarrei Plonkowo [viel zu weit entfernt]
Jesuiterprondi: Kreis Bromberg, [ev.] Pfarrei Bromberg

Siehe dazu auch Wikipedia:
[Die deutschsprachige Version ist wesentlich knapper gehalten.]
 
Hallo Stefan,

den Goldbeck von 1789 habe ich zuhause, außerdem noch Hoffmann: "Verzeichniss sämmtlicher Ortschaften des Regierungs-Bezirks Bromberg" von 1860. Jesuiterbrunn kommt in beiden Quellen nicht vor. Die Schreibweise "Jesuiterprondi" statt Prondi findet sich nur einmal, was ggf. ein Hinweis darauf sein könnte, daß die Idee von Franz in die richtige Richtung weist. Das bedarf allerdings einer weiteren Nachforschung.

Jesuiterbruch ist zu weit entfernt, da gebe ich Dir Recht (siehe auch Post #9 unten). Man darf allerdings nicht die Mobilität der Leute zur damaligen Zeit unterschätzen. Ich habe zum Beispiel Vorfahren in der Region, die ihre Kinder in 40 km entfernten Kirchen haben taufen lassen. Bei einem anderen Fall hat ein Brautpaar zuerst in einer evangelischen Kirche geheiratet und dann zwei Tage später nochmal in einer weiter entfernten katholischen. Bei der Familie Ziemke gab es eine doppelte Eheschließung, wobei die erste zunächst in Bromberg stattfand und die zweite eine Woche später in Labischin. Zum Teil völlig verwirrend, aber durch Dokumente eindeutig nachgewiesen.

Sollte übrigens jemand an der Herkunft des Christoph Ziemke interessiert sein: die Familie kam ursprünglich aus Zeblin, Kr. Bublitz, Pommern.

Vielen Dank nochmal an alle
Uwe
 
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