Wenn jemand eine andere Erklärung/Interpretation hat, möge er/sie sich melden.
Die beschriebene Situation ereignet sich in der evangelischen Pfarrei (Markt) Schopfloch in der -wie bereits beschrieben- für die Bevölkerung schlimmsten Phase des 30-jährigen Krieges.
Es findet gerade ein evangelischer Gottesdienst statt, da reitet ein "Bayrischer Reüter" [Katholik] mit seinem Pferd rüde und respektlos vor "diesem besonderen Ort" durch die Kirchentür in die Kirche hinein.
Er tut dies "mit Begern eins Boten" -
mit dem Auftreten, Habitus, der unbedingten Forderung eines "wichtigen -vielleicht Unheil bringenden- Boten" - er stürmt die Kirche - löst damit Schrecken bei den Gläubigen aus und
er [der "Reüter"] macht der Predigt / dem Gottesdienst -der aus seiner Sicht Andersgläubigen Evangelischen- ein Ende.
Er kommt auch nicht allein, sondern wird von noch "3 andern mit 3 geraubten Pferden" begleitet, womit er seinem Auftritt sehr wohl Nachdruck verliehen haben dürfte.
Und so bleibt dem Pfarrer nur noch der Gemeinde zu wünschen, Gott möge ihr Elend [von Krieg, Bedrohung durch Andersgläubige, Tod...] wenden.
Zu dieser Lesart von frühneuhochdeutsch "beger" / "begern" siehe
5.
›Forderung nach einer Handlung, Erhebung eines Anspruchs auf etw., auf das man ein Recht zu haben vermeint‹
--> hier: der "Reüter, gleich einem wichtigen Boten" erhebt den Anspruch auf "Endschafft" der Predigt der andersgläubigen Evangelischen.