Sächsische Kirchenbücher bei Archion – warum liegen bereits digitalisierte Bestände weiterhin offline?

Dann wäre es doch schön, wenn jemand, der bei den Archivaren noch nicht unten durch ist, eine Email an das Archiv in Dresden schreibt oder persönlich vorspricht und freundlich den aktuellen Stand und das geplante weitere Vorgehen evtl. mit Zeitplan erfragt und anschließend hier postet.
 
Der Gedanke ist nachvollziehbar, verkennt aber die bisherige Praxis. Einzelne Anfragen an das Landeskirchenarchiv – per E-Mail oder persönlich – haben über Jahre hinweg stattgefunden, ohne daß daraus verbindliche Aussagen oder ein nachvollziehbarer Zeitplan hervorgegangen wären.

Gegenstand der Diskussion ist daher nicht ein persönliches Gespräch, sondern eine institutionelle Entscheidung: die Bereitstellung bereits digitalisierter Bestände. Öffentliche Diskussionen dienen hier der Transparenz und der Planungssicherheit für die Forschung. Sollte es seitens des Dresdner Archivs einen belastbaren Stand oder ein geplantes Vorgehen geben, wäre eine offizielle Mitteilung an alle Nutzer der sachgerechte Weg.
 
Ich halte es für eine Verschwörungstheorie, dass archion-fertige Digitalisate in Dresden absichtlich zurückgehalten werden um die Familienforscher zu ärgern.
Was Sie vielleicht nicht nachvollziehen können ist, dass ein vorhandenes Digitalisat nicht sofort hier hochgeladen werden kann. Beispiel Jena, die Digitalisate gibt es seit Jahren, hochgeladen werden sie erst jetzt. Genauso Leipzig, hier fehlen scheinbar noch ein paar Arbeitsschritte bis die Digitalisate hier erscheinen können: das Versehen mit Meta-Daten, usw. Es wäre toll wenn Archion mal ein kleine Dokumentation veröffentlichen könnte, welche Arbeitsschritte zwischen dem Scannen und den Hochladen hier erfolgen müssen.
Ja, Dresden ist extrem langsam, aber der kürzlich erfolgte Upload von Auerbach zeigt, dass es keine institutionelle Entscheidung gegen Archion gibt.
 
Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

Ich möchte nur klarstellen, daß ich nie von einer „Verschwörungstheorie“ gesprochen habe.

Mein Hinweis bezieht sich auf ein persönlich geführtes Gespräch und auf die Tatsache, daß vollständig digitalisierte Kirchenbücher in Sachsen bereits seit Jahren im Intranet verfügbar sind, jedoch nicht an Archion geliefert werden.
Der Vergleich mit Jena oder Leipzig ist in diesem Zusammenhang nicht direkt übertragbar, da dort andere technische und organisatorische Abläufe bestehen.

Daß Auerbach kürzlich hochgeladen wurde, zeigt, daß Lieferungen grundsätzlich möglich sind; die Verzögerungen im übrigen Bestand beruhen auf archivischen Abläufen, nicht auf fehlender technischer Machbarkeit.
 
Guten Tag in die Forscher-Runde,

ich möchte hier ein Thema ansprechen, das viele von uns betrifft, aber selten offen benannt wird.

Das Landeskirchliche Archiv der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens verfügt seit Jahren über umfangreiche, vollständig digitalisierte Kirchenbücher, die im Dresdner Lesesaal im Intranet bereits einsehbar sind. Dennoch sind diese Bestände bis heute überhaupt nicht über Archion zugänglich.

Aktuell ist z. B. der Kirchenbezirk Auerbach online gegangen bzw. geht gerade online. Das ist natürlich begrüßenswert.

Aber: Auerbach ist mit 14 Kirchgemeinden einer der kleinsten Kirchenbezirke Sachsens – und seine Digitalisate lagen intern bereits seit Jahren fertig vor.

Für Forscher außerhalb Dresdens bedeutet das bislang:

Jahre des Wartens auf Daten, die längst existieren.

Das eigentliche Problem ist daher nicht, daß nichts passiert, sondern daß nur tröpfchenweise veröffentlicht wird, obwohl der Großteil der Digitalisate längst bereitsteht.

Ein weiterer, oft übersehener Punkt:

Das Dresdner Archiv erklärt auf seiner Website ausdrücklich, daß

das Lesen der alten deutschen Schrift zwingend erforderlich ist
und das Archivpersonal
nur in Ausnahmefällen kleinere Lesehilfen geben kann.

Mit anderen Worten:

Wer die Schrift nicht sicher beherrscht, steht im Lesesaal weitgehend allein.

Gleichzeitig wissen wir alle, daß genau diese Hilfe – also Transkription, gemeinsames Lesen, Entziffern – in genealogischen Internetforen täglich kompetent, schnell und kostenlos geleistet wird.
Nicht zuletzt hier im Archion-Forum.

Aber dafür müssen die Digitalisate online verfügbar sein.

Deshalb geht es hier nicht um „Geduld“ oder „noch ein paar Monate warten“, sondern um eine strukturelle Frage:

Warum bleiben bereits vorhandene Digitalisate in Sachsen offline, während sie anderswo längst im Netz sind?

Und vor allem:

• Wer von Euch wartet konkret auf sächsische Kirchenbücher bei Archion?

• Welche Orte oder Kirchenbezirke fehlen Euch aktuell?

• Welche Auswirkungen hat diese Nichtverfügbarkeit auf Eure Forschung?

Vielleicht können wir hier einmal sichtbar machen,
wie groß das tatsächliche Interesse an sächsischen Kirchenbüchern ist – und was diese Blockade in der Praxis bedeutet.

Ich freue mich auf Eure Erfahrungen.
Max Uwe (maxkli)
Ich warte sehnsüchtig auf Pirna!
 
Ich warte sehnsüchtig auf Pirna!

Danke Jennybell

Der Beitrag „Ich warte sehnsüchtig auf Pirna!“ bringt sehr gut auf den Punkt, was viele hier empfinden – und genau deshalb lohnt es sich, den offiziellen Hinweis des Archivs präzise einzuordnen, damit keine falschen Hoffnungen entstehen.

Das Landeskirchliche Archiv schreibt zu Pirna sinngemäß:
Sicherungsverfilmung und Digitalisierung laufen; Nutzung voraussichtlich ab dem 4. Quartal 2026 im Landeskirchlichen Archiv.

Das klingt zunächst nach Fortschritt. Tatsächlich bedeutet es aber Folgendes:

1. ERST Abschluß der Sicherungsverfilmung

2. DANN Abschluß der Digitalisierung

3. DANN Freigabe ausschließlich im Dresdner Lesesaal

4. DANACH – ohne feste Zusage – Einreihung dieses vollständig digitalen Bestandes in den bereits seit Jahren bestehenden, internen Digitalbestand

Und genau dieser interne Bestand ist das Problem:
Er wächst kontinuierlich, wird aber nicht systematisch und zeitnah an Archion übergeben.

Für Forschende außerhalb Dresdens heißt das ganz konkret:
Auch nach dem 4. Quartal 2026 ist Pirna nicht automatisch online, sondern zunächst nur vor Ort nutzbar – mit allen bekannten Einschränkungen (Öffnungszeiten, Reiseaufwand, Schriftkenntnisse, fehlende Transkriptionshilfe).

Die hier spürbare Verzweiflung rührt also nicht aus Ungeduld, sondern aus Erfahrung:
Aus der Erfahrung, daß „Nutzung im Lesesaal“ in Sachsen keine verläßliche Perspektive für Online-Verfügbarkeit ist.

Der entscheidende Punkt wäre deshalb ein Verfahrenswechsel:
Sobald ein Kirchenbezirk – wie Pirna – vollständig digitalisiert ist, sollte er unverzüglich im Platzhalter-Modell an Archion übergeben werden.
Struktur online, Inhalte sukzessive ergänzt – genau so, wie es in anderen Landeskirchen seit Jahren Praxis ist.

Das wäre kein technisches Neuland, sondern die Anwendung eines bewährten Modells.
Und es würde bedeuten, daß „sehnsüchtiges Warten“ endlich durch Planbarkeit ersetzt wird.
 
Hallo,

ich warte auch seit Jahren auf Kirchenbücher aus Sachsen. Speziell aus Leipzig, Neukirch, Oschatz, Mügeln, Döbeln, Obersteina, Kiebitz, Wurzen, Lunzenau, Chemnitz, Thum, Hohenkirchen, Zwickau und so weiter. Eigentlich aus allen Ecken von Sachsen. Mit den Kirchenbezirken Freiberg und Meißen konnte ich anfangs viel anfangen. Aber darin hatte ich eben Verzweigungen in andere sächsische Gegenden gefunden. Auch hinsichtlich der expotenziellen Vergrößerung des Stammbaumes.
Ich hoffe nur, dass es nicht so lange dauert wie bei Jena. Ich hatte 2022 an die evang. Kirche in Jena geschrieben. Als Antwort erhielt ich, dass die KB im Laufe 2023 auf Archion zugänglich sind.
 
Jena gehört schon immer zu Thüringen (heute Mitteldeutsche Kirche) und nicht zu Sachsen.
Der Kirchenkreis Jena wird derzeit hochgeladen bei Archion.
 
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