KB Leipzig

Aktuell werden in Sachsen wohl nur die KBs von Freiberg für Archion aufbereitet und selbst da steht nicht fest, wann sie genau online gehen - ich vermute, dass dies in 1-2 Jahren der Fall sein wird. Daher dürfte es bei den KBs von Leipzig wohl doppelt so lang oder noch länger dauern.
 
Danke für diese sehr interessante Information ...
Grund genug beim Dresdner Archiv mal nachzufragen ... Hab eben ein Mail abgesetzt ...

Sehr geehrter Herr Krahmer,

mit der Auflösung des Kirchlichen Archivs Leipzig zum 1. September 2025 und der Übergabe der dort verwahrten Bestände an das Landeskirchliche Archiv Dresden ist für die genealogische Forschung ein bedeutsamer Schritt vollzogen worden.

In diesem Zusammenhang möchten wir höflich anfragen, wann Ihr Haus beabsichtigt, die genealogisch interessierte Öffentlichkeit offiziell über die neuen Regelungen – insbesondere hinsichtlich der Einsichtnahme in die Digitalisate – zu unterrichten.

Für eine entsprechende Mitteilung wären wir Ihnen sehr verbunden.

Mit besten Grüßen
maxkli
 
Hallo,
hat die Mail was bewirkt?
Das Landeskirchliche Archiv in Dresden stellt wesentlich mehr KB zur Verfügung, als Archion. U.a. liegt dort Großenhain bereits digital vor, nicht aber hier.
 
@Hunkel

Die von Dir angesprochene Diskrepanz ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines strukturellen Problems im Umgang des Landeskirchlichen Archivs Dresden mit bereits vorhandenen Digitalisaten.

Vergleiche hier bitte: https://www.archion.de/de/forum/threads/s%C3%A4chsische-kirchenb%C3%BCcher-bei-archion-%E2%80%93-warum-liegen-bereits-digitalisierte-best%C3%A4nde-weiterhin-offline.25625

Faktische Ausgangslage (unstrittig):
• In Dresden existieren umfangreiche, vollständig nutzbare Digitalisate, die

- im Lesesaal eingesehen

- und sogar für kostenpflichtige genealogische Recherchen durch Archivmitarbeiter genutzt werden
Dieselben Digitalisate werden jedoch nicht an Archion weitergegeben.

Damit entsteht eine systematische Ungleichbehandlung:

● Forscher mit Möglichkeit zur persönlichen Anreise bzw. zur Beauftragung kostenpflichtiger Recherchen

vs.

● Forscher außerhalb Dresdens, mobilitätseingeschränkte Personen, ältere Menschen

Beispiel Leipzig/Stadt (Zahlen aus dem Bestand selbst):
• Gesamtbestand: 1.188 Kirchenbücher
• Davon 972 KB (81,8 %) ohne Einträge nach 1875
rechtlich und technisch sofort archion-fähig
Verbleibend 216 KB (ab 1876), die lediglich konfektioniert werden müßten

Trotzdem erklärt das Archiv:

„Aufgrund der umfangreichen Vorarbeiten und des Gesamtumfanges … erste Online-Stellung voraussichtlich Ende 2026.“
Diese Begründung hält einer fachlichen Prüfung nicht stand.
Denn:


● Kirchenbücher des 19. Jahrhunderts sind verlagsmäßig gedruckte Tabellenformate
● Die behauptete „aufwendige Bearbeitung“ reduziert sich praktisch auf:

• Trennung der Seiten ab 1876 im PDF

• Abdeckung einzelner Namenseinträge in vorhandenen Registern im PDF

● → standardisierbare Routinearbeit, delegierbar, zeitlich klar kalkulierbar

Dasselbe Muster zeigt sich bei Großenhain:
150 digitalisierte KB im Dresdner Archiv

131 KB (87,3 %) vor 1876 → sofort lieferfähig
• trotzdem: keine Übergabe an Archion
Aufsichtsrechtlich relevant ist dabei nicht die Frage des Wollens, sondern des Handelns:

● Warum werden Digitalisate intern genutzt, aber öffentlich zurückgehalten?

● Warum erfolgt keine priorisierte Lieferung der eindeutig freigegebenen Bestände?

● Warum wird eine Blockbearbeitung behauptet, obwohl eine Teillieferung sofort möglich ist?

Kurz gesagt:
👉 Die Verzögerung ist nicht technisch, nicht rechtlich, sondern organisatorisch-administrativ verursacht.
👉 Sie führt zu einer sachlich nicht gerechtfertigten Ungleichbehandlung der Nutzer.


Genau an diesem Punkt setzt inzwischen auch mein aktuelles Schreiben an das zuständige Dezernat V des Landeskirchenamtes an.


maxkli
 
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