OLDENBURG in Drieberg (Kirchspiel Cramon/Vietlübbe) & WÜSTHOFF – Suche nach Ansätzen vor 1700

Hallo zusammen!

Ich glaube, ich habe das vorläufige Ende meiner Forschungsreise erreicht. Sie begann im Altona-Hamburg der 1850er-Jahre und hat mich bis nach Drieberg ins frühe 17. Jahrhundert zurückgeführt.

Beim Erforschen meiner väterlichen Linie bin ich beim bisher ältesten belegten Vorfahren angelangt: Hans Oldenburg, der in Drieberg verstarb und am 4. Januar 1706 in der Kirche zu Cramon beigesetzt wurde. Wie der Eintrag zeigt, gibt er keinen Hinweis auf seine Herkunft, sondern nennt ihn lediglich als Hausswirth in Drieberg.

https://www.archion.de/p/9e9e2db368/

Einundzwanzig Jahre später starb seine Witwe Margaretha geb. Wüsthoff im Alter von 91 Jahren ebenfalls in Drieberg und wurde am 24. Januar 1727 in Cramon beerdigt. Der Pastor bemerkte im Kirchenbuch, dass es für eine einfache Bäuerin ungewöhnlich war, so einflussreiche Verwandte zu haben: Ihre Onkel waren Joachim Wüsthoff (Pastor in Kirch-Stück) und Jürgen Wüsthoff (Küster in Kirch-Stück), ihr Bruder der verstorbene Rostocker Zinngießer Andreas Wüsthoff, Vater eines weiteren Joachim Wüsthoff, der Pastor in Alt Karin war.

https://www.archion.de/p/0e08d7dc3e/

Die Kinder des Paares blieben in der Region und wurden der älteste Hausswirth in Drieberg, der Krüger in Dragun, der Schneider in Drieberg sowie ein Rademacher in Drieberg. Sie heirateten und gründeten große Familien in diesen Dörfern; die Taufen wurden zunächst in Cramon und später in Vietlübbe verzeichnet.

So weit, so gut, aber wie gehe ich nun am besten weiter vor? Sind die ab 1701 einsetzenden Kirchenbücher von Cramon tatsächlich die ältesten erhaltenen Register? Ich möchte so viel wie möglich über die Lokalgeschichte dieser Orte erfahren, weiß aber nicht genau, wo ich ansetzen soll. Ist Hans Oldenburg hier das endgültige Ende der Fahnenstange, oder gibt es außerhalb der Kirchenbücher Quellen (wie Steuerlisten, gutsherrliche Akten oder Erbgrundbücher), die ich durchsuchen sollte? Für jeden Hinweis wäre ich außerordentlich dankbar!

Dieses Forum war mir bereits eine unschätzbare Hilfe. Dank eines Hinweises aus Ihren Reihen auf eine Volkszählung konnte ich den entscheidenden Sprung von meinem in Ottensen-Altona-Hamburg aufgetauchten Vorfahren zurück zu seinem Geburtsort Hagebök/Neuburg machen.

https://www.archion.de/en/forum/thr...nborg-drieberg-cramon-1727.26019/#post-127471

Dadurch ließ sich die Migration des Küsters Hartwig Oldenburg lückenlos rekonstruieren: von seiner Geburt in Dragun und der Taufe in Vietlübbe über seine erste Hochzeit in Güstrow und die zweite in Hagebök/Neuburg (wo Ernst Peter Heinrich Oldenburg geboren wurde, der spätere Altonaer), seine Zeit als Küster in Israelsdorf, den schmerzlichen Verlust zweier Kinder in Zweedorf bei Lauenburg/Elbe und seine Jahre als Pächter in Bahrenfeld bei Ottensen bis hin zu seinem Ruhestand und Tod in Kirchdorf auf der Insel Poel, der Heimat seiner Frau Johanna Schliemann. (Sie war die Tochter des Kirchdorfer Pastors und Schwester von Johannes Christopher Schliemann, dem Kaufmann und Bürgermeister von Boizenburg, der ihr eine Rente hinterließ und jedem ihrer 3 Kinder 200 Taler vermachte.)

Das Kartieren dieser verschiedenen Oldenburg-Zweige quer durch Mecklenburg und Holstein war bislang eine faszinierende Reise, und ich hoffe sehr, dass sie noch nicht ganz zu Ende ist.

Herzliche Grüße

Viktor
 
und hat mich bis nach Drieberg ins frühe 17. Jahrhundert zurückgeführt.

Beim Erforschen meiner väterlichen Linie bin ich beim bisher ältesten belegten Vorfahren angelangt: Hans Oldenburg, der in Drieberg verstarb und am 4. Januar 1706 in der Kirche zu Cramon beigesetzt wurde.

Guten Morgen.

Bitte erlauben Sie eine ganz kleine Randbemerkung vorab: Ihre spannende Reise hat sie bis dato bis ins frühe 18. Jahrhundert, zu dem das Jahr 1706 gehört geführt.
( https://de.wikipedia.org/wiki/17._Jahrhundert )

Ja, das erste Kirchenbuch für Cramon wurde ab dem Jahre 1701 durch Pastor Christian Gotthard Turlag geführt.

Siehe hierzu bitte auch den entsprechenden Hinweis "Not" [Nota bene] von Pastor Turlag eingangs des ersten Kirchenbuches von Cramon

Viele historische Quellen insbesondere zur Kirche von Cramon inkl. verschiedener Familien, denen das Patronatsrecht/Lehensrecht über Ort und Kirche zustand, finden sich z.B. in diesem Artikel


Besonderes Augenmerk mögen Sie vielleicht auf die dort genannten "Ungedruckten Quellen" legen, die sich in den Beständen des Landeshauptarchivs/Landesarchivs Schwerin bzw. dem Landeskirchlichen Archiv Schwerin befinden.

Beide Archive wären potentielle Ansprechpartner für Ihre weiteren Recherchen zu Cramon (Ort, Kirche und Einwohner).




Weiterhin ganz viel Erfolg bei Ihren weiteren Recherchen
Vera
 
Vielen Dank für deine sehr informative Antwort! Das gibt mir einiges zu tun und macht mir Hoffnung, dass ich bei meiner Suche doch noch weiterkommen kann.

Auf das Nota bene des Pastors auf der ersten Seite des Kirchenbuchs hatte ich bisher gar nicht geachtet. Das bringt wirklich viel Klarheit.

Bezüglich des Jahrhunderts wollte ich nur kurz aufklären: Ich meinte tatsächlich das 17. Jahrhundert, da das Geburtsjahr von Margaretha geb. Wüsthoff laut ihrem Sterbeeintrag um 1636 liegt. Damit war ich in Gedanken schon im 17. Jahrhundert gelandet!

Nochmals vielen Dank für deine Zeit und die wertvollen Links!
 
Vielleicht noch eine Anregung, falls Sie das nicht schon gemacht haben:

Manchmal lohnt auch ein Blick in die Kirchenbücher der umliegenden Kirchspiele, in denen die recherchierten Personen vielleicht vor(!) Beginn der Kirchenbücher von Cramon geheiratet haben, oder in denen sie als Taufpate bei Kindstaufen auftreten.
 
Ich habe Stammbäume für drei Oldenburg-Familiengruppen erstellt, die ich außerhalb meines Drieberg/Cramon-Zweigs gefunden habe. Ich habe drei Hauptgruppen in Gadebusch, Schwerin und Wedendorf aufgestellt, konnte aber bisher keine Verbindung zu Cramon/Drieberg finden. Es scheint, dass die Oldenburger aus Gadebusch und Wedendorf ihre Frauen vom Hof in Hundorf genommen haben.

Die Schweriner Oldenburg-Linie beginnt mit einem Küster, dessen zahlreiche in der Stadt geborene Kinder alle spurlos verschwinden. Es ist verlockend zu glauben, dass es sich hierbei um denselben Hans Oldenburg handelt, der in Cramon/Drieberg verstarb, was erklären würde, wie die Nichte des Pastors aus Kirch Stück einen Hausswirth heiratete, aber auch das ist reine Spekulation. Die Altersangaben und Namen passen zusammen, mehr habe ich nicht.

Außerdem gab es einige Oldenburgs als verwalter in Wendelstorf, nördlich von Cramon, allerdings wurde kein Name genannt, sie taucht nur als Taufzeugin bei einem Kind der Cramon/Drieberg-Oldenburgs auf.

Kürzlich bin ich auf diesen Forumsbeitrag von vor 16 Jahren gestoßen: https://forum.ahnenforschung.net/forum/thread/26870-oldenburgs-aus-drieberg/.

Allerdings konnte ich bisher nichts über das Buch „Die alte Familie Oldenburg in Mecklenburg“ finden, das angeblich in der Universitätsbibliothek Rostock vorhanden sein soll. Vielleicht sollte ich für den nächsten Sommer eine Reise nach Deutschland planen und dort mein Glück versuchen. Ich bin dem Forum beigetreten und warte noch auf die Freischaltung, vielleicht kann ich den Nutzer kontaktieren, der den Beitrag verfasst hat, da er meine Vorfahren Johann Christian Oldenburg und Dorothea Wellner erwähnt. Laut einer Arbeit eines Schliemann-Genealogen war Johann Christian, den ich als den Krüger von Dragun identifiziert habe, auch der Zöllner; dazu habe ich jedoch nichts gefunden. Vielleicht gibt es ein entsprechendes Zöllnerverzeichnis? Sein Sohn Hartwig war ebenfalls Küster und heiratete die Tochter des Pastors Schliemann aus Kirchdorf auf der Insel Poel und zwei auf Johann Christian folgende Generationen starben im Ruhestand und an Altersschwäche in Kirchdorf, wenngleich ich seinen Sterbeeintrag nicht ausfindig machen konnte.

Weitere Oldenburg-Gruppen in der Nähe von Cramon/Drieberg habe ich nicht gefunden.

Ich denke, was mir helfen würde, festzustellen, ob dieser Zweig auf einen Ursprung in Cramon/Drieberg zurückgeht, ist das Eheregister zwischen Hans Oldenburg und Margaretha Wüsthoff. Genau daran arbeite ich gerade, ich versuche, einen möglichen Herkunftsort für sie zu kaufen, um zu sehen, ob es Unterlagen dazu gibt, mit denen ich weiterarbeiten kann.
 
Allerdings konnte ich bisher nichts über das Buch „Die alte Familie Oldenburg in Mecklenburg“ finden, das angeblich in der Universitätsbibliothek Rostock vorhanden sein soll.

Dabei geht es sehr wahrscheinlich um dieses mecklenburgische Adelsgeschlecht


das jedoch nicht(!) mit dem hochadeligen Fürstenhaus Oldenburg verwechselt werden darf.
das angeblich in der Universitätsbibliothek Rostock vorhanden sein soll.

Sie können die Universitätsbibliothek in Rostock doch auch einfach anschreiben und nach diesem Buch fragen, oder Sie durchsuchen deren Bestände.


Dann sehen Sie weiter.
 
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