Lesehilfe für Taufeintrag aus 1754 erbeten

Liebe Mitforschende,
ich benötige Hilfe bei der Übertragung eines Taufeintrags aus 1754. Folgendes konnte ich lesen:

1754
4.
Elisab. Dorothea Hornungin

... hat Hanß Paul Hornungs hiesiger Mitnachbar
... ... Eheweib Anna Maria geb. ... ein Töchterlein
gebohren, welches ebenfalls am 26. ej[us]d. die Taufe u. in
... den ... Elisabetha Dorothea empfing, ...
Pathen waren 1) Dietrich ... Steger hiesiger Mitnach
bar u. ") Elisabeth Dorothea der Wöchnerin ...
Rest für mich leider nicht lesbar.

Die betroffene Person um die es sich handelt ist: Elisabeth Dorothea Hornung.
Die bibliografischen Angaben lauten: Kirchenbuch Dannheim Taufen Trauungen Beerdigungen 1691-1790, Seite 246, Nummer 4, Bild 139.
Hier der Permalink: https://www.archion.de/p/aee3de0f89/

Kann bitte jemand versuchen ob er die mit ... gekennzeichneten Worte und den fehlenden Text übertragen kann? Vielen Dank für die Hilfe.
 
[dit]o die & eadem hora
= selber Tag und selbe Stunde, also 24. Februar wie im Eintrag zuvor

hiesigen Mitnachbars [un]d Steinigers
geb. Krausin [Krause]
die heil.[ige] Tauffe und in derselben den Nahmen E. D., wobey die Pathen waren
Alberts
Schwester, p. t. [zur Zeit] in Dürrenfeld an der Ilm in Diensten
 
Zur Berufsangabe: Steiniger

Hier: jemand, der z.B. Salzpfannen (der Salzgewinnung) von Steinen reinigt.

www.woerterbuchnetz.de/DWB/steinigen

….siehe dort unter 5. …“als handwerkswort“…

Lt. diesem Lexikoneintrag war der Begriff nur in Halle in Zusammenhang mit der Salzproduktion gebräuchlich.

In Arnstadt und Stadtilm wurde zwar Salzsole gefunden und gefördert, aber, sofern man sich auf Wikipedia hier verlassen mag, erst zu einem späteren Zeitpunkt:


Da der Begriff im Archivportal Thüringen zu finden ist, in Arnstadt auch in Zusammenhang mit Grenzangelegenheiten, muss man wohl davon ausgehen, dass es sich um einen "Steinsetzer", mancherorts auch "Steiner" oder "Steinerer" genannt, also einen Feldgeschworenen handelt.

Beispiele:
Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Rudolstadt
Konsistorium Arnstadt

- Vermessung der Pfarrwiese an der Bachspitze durch den Steiniger in Rudisleben

Versteinigung der Pfarräcker an der Schenke und am Kirchheimer Wege in Rudisleben
Enthält u.a.: Beschwerde des Pfarrers über Abackern durch die Anlieger.- Anweisung an die Steiniger.

- Falsche Anschuldigung des Pfarrers durch Steiniger Hans Meuselbach in Witzleben

- Zuweisung eines durch Sturm entwurzelten Obstbaums an Nikol Matthäus Schmidt in Reinsfeld
Enthält u.a.: Streit mit Pfarrer Johann Heinrich Reislandt.- Vermessungen durch die Steiniger.

- Vermessung, Abmarkung und Versteinigung des Pfarrackers im Kalge ohne Wissen des Konsistoriums und des Pfarrers
Enthält u.a.: Verweis für Gemeindevorsteher und Steiniger in Reinsfeld.- Wiederherstellung der ursprünglichen Grenze.

- Herumtragen des Klingelbeutels durch Johann Heinrich Kott in Siegelbach anstelle seines Schwagers Gerichtsschöffe, Steiniger und Maurer Johann Michael Kirchner

- Beschwerden der "Steiniger" Nicol Heinrich Heyner, Johann Heinrich Höring, Johann Jacob Schulze
 
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