KB Heuerssen 1621-1697

Hallo in die Runde,

mir fehlt ein Wort, das in diesem KB häufig vorkommt. Auf dieser Seite gleich mehrmals.
Ich lese Schween, Schwenen oder ähnliches. Kann das stimmen? Und welche Bedeutung hat dieses Wort?


42. 10. 1624 Des Hern Junckern Ludolph vom Münchausen Schwenen Curtt p burtig gewesen von grossen Wihen, begraben den 2. Septembris

45. 13. 1624 Dem Herrn Juckhern Ludolpho von Munchausen abermahl einen Schween begraben so auch ein fein jung starker gesell gewesen, burtig von grossen hegstorf den 12. Septembris

47. 15. 1624 Dönnigs Degettmeier von Obernwöhren gewesener Schwenen den 23. Septemb. begraben

DANKE für jede Hilfe - Tina
 
Ich lese Schween und vermute das es Schweineknechte vom Hof des Junkern sind, spricht auch dafür das keine Namen oder nur Vorname angegeben ist.
Rechts bei 56/24 ist Hanßen Hermelinge Schweenmeistern von Vber... und bei 1621/10 ist Hanß Hermenings Schweinmeisters von Vbern...
 
Ich lese ebenfalls Schween.

Und da Schweinezucht in der Gegend wohl eine nicht unbedeutende Rolle spielte - so finden sich Schweinemeister (https://www.archion.de/p/2ef5abc888/), einige Schweinehirten (https://www.archion.de/p/b6f62ec1cf/) und etliche "Schweene" - wäre ich bei dieser Interpretation:



Dieser Vater eines Täuflings wird bezeichnet als "..von Wöhren, itzo Schween Auffm Haußerhof in Stadhagen". Die Formulierung klingt für mich wie die Anstellung als eine Art Knecht oder Hirte.


Die o.g. "Schworn" lesen sich für mich in dem zitierten Zusammenhang wie (Holz-)Geschworene (https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11817067?page=452,453&q=holzgeschworene und https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11011915?page=252,253&q=(holzgeschworene+UND+lippe)), von ihrer Tätigkeit möglicherweise Feldgeschworenen nicht unähnlich.
 
@Bettina65 versuchen Sie einzugrenzen, um welchen Junker Ludolf von Münchhausen es hier geht

-den „senior“ der auf seinem „Hof / Anwesen“ in Heuerßen selbstverständlich Schweinehaltung betrieben hat und dafür u.a. „Schweinehirten“ benötigte und der zugleich im verpflichtete „Untertanen“ im Umland hatte, oder

-den „jüngeren“ der zur hier im Speziellen angefragten Zeit des 30-jährigen Krieges mit seinen Gefolgsleuten aus der Gegend im Einsatz war.

Aber ja, die Lesung „Schween“ / Schweinehirt kann man sicherlich auch rechtfertigen.
Auch wenn sie nur bedingt dem dortigen niederdeutschen Dialekt entspricht.

(Sobald von einem „Schweine / Schween / Schwien Meister“ / „Schweinehirten“ die Rede ist, bedarf es ohnehin keiner weiteren Betrachtung.)
 
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