Moin,
das ist ja eine ganz ausgezeichnete Antwort ! Vielen Dank. Den WIKIPEDIA Eintrag kannte ich noch nicht, und ich befürchte, dass der kurz nach der Jahrtausendwende gar nicht oder nicht so ausführlich existierte. Deshalb sieht meine Frage ja heute reichlich dämlich aus.
Wegen des Wilke-"Problems" muss ich etwas weiter ausholen. Im ganzen dortigen Bereich ist Wilke der einzige Familienzweig, der mir Probleme macht. Meine Haupt-Suchgebiete in Sachsen-Anhalt sind Anhalt-Zerbst, um die Saalemündung in die Elbe in Preußen, der Bereich zwischen Fallstein, Huy und Großem Bruch und Magdeburg. Wenn ich oben öfter von Ermsleben schreibe, so beruht das auf der ARCHION-Bez. der St. Andreas-Kirche in Sinsleben. Diese Familie Wilke ist sozusagen bei mir das "karierte Maiglöckchen" und regional dort allein auf weiter Flur.
Nach Magdeburg bzw. in die Vororte Prester und Gübs zog der Sohn von besagtem Martin Christoph Wilke und seiner absolut "problemlosen" Ehefrau Dorothea geb. Mießner aus Sinsleben zu. Taufe von diesem Ludwig Matthias Gabriel hier:
https://www.archion.de/de/viewer/ch...oom=12&cHash=6645b62fa956cab4571fd5bd3bed18f5
Dort leider keine auswärtigen Paten, wie auch nicht von seinem älteren Bruder Carl Methusalem (früh +), wohl aber bei einer Schwester, später oo Oertel in Sinsleben, Taufe hier (Nr. 599):
https://www.archion.de/de/viewer/ch...oom=12&cHash=6645b62fa956cab4571fd5bd3bed18f5 #
Mangels Ortskenntnis kann ich den Heimatort der 6. Patin nicht richtig entziffern, vermute aber es handelt sich um Friesdorf (das wäre dann schon Richtung Wallhausen (Helme) im Mansfeldischen.
Kinder der Eheleute Wilke/Mießner zwischen 1783 und 1792 fehlen mir auch noch, wahrscheinlich weil ich völlig frustiert irgendwann mal den toten Punkt gedanklich gestrichen habe. Ich habe tatsächlich das Wilke-Problem sicher schon an die 10 Jahre ruhen lassen.
Die Ehe des Sohnes Ludwig Matthias Gabriel wurde in Magdeburg geschlossen, aber in Sinsleben aufgeboten. Ich finde bei Archion das Aufgebot von 1815 leider nicht, wahrscheinlich habe ich es aus Magdeburg aus dem Archiv (Nr. 1 von 1815), die Trauung selbst in in der Altstadt-Gem. St. Jakobi Nr. Traureg. 1815/2/9. Leider gibt es auch hierfür kein Archion-Digitalisat, so daß ich das bei meinem Besuch im Landeskirchenarchiv erfahren haben muss.
Die Ehe Wilke/Mießner ist hier auf Bild
https://www.archion.de/de/viewer/churchRegister/324107?cHash=ab70ba43bd9cba46fbba9273102ab22d Nr. 94, hier die Herkunft Friedrichsaue, und hier als Randbem. durch den Tod getrennt 1801, was sich auf den Mann beziehen muss, denn die Frau heiratet wieder in Sinsleben im Nov. 1803 den Gemeindevorsteher Joh. Ernst Gille.
Insofern kann ich die Frage nach einer Verwandtschaft von diesem Martin mit Paul Martin Wilke nicht beantworten.
Spuren bei älteren erfolglosen Suchen:
Spur in Sinsleben: zeitgleich 1783/4 läßt auch noch ein Arbeitsmann Frantz Wilke in S. Kinder taufen ! (Er war oo mit einer Frau aus Walhausen). - Wenn ich die Heimat der Patin von Wilkes Tochter 1792 mit Friesdorf richtig entziffert habe, wäre das schon wichtig)
Spuren in Schadeleben
im alph. oo Ind (355): Wilke 2x vorhanden
* (370) Wilke ca. 10 x
+(376) 4x aber leider kein Martin
Vermerk zum Todesjahr im Traureg: "durch den Tod im Jahr 1801 getrennt". Im Sterbereg. aber nicht gefunden, also nicht Sinsleben. Auch nicht im alph. Reg. von Hoym (dort nur ein Unglücksfall Martin W. aus Aschersleben erst 1825), definitiv auch nicht in Friedrichsaue.
Somit gibt es zu den Lebensdaten keine absolut belastbaren Daten. Außer bei seiner oo ist er im Sinslebener Kirchenbuch nur noch einmal als Pate am 19.08.1787 gefunden worden bei einem Kind von Gabriel Miessner (arc 104) und Frau geb. Tockhorn; er ist sein Schwager.
Gatersleben habe ich allerdings noch nicht durchgesehen, Martin Christoph Wilke als Pate in Friedrichsaue auch bislang noch nicht gefunden.
Das ist leider etwas viel geworden, aber ich hoffe, ich habe alle Fragen beantworten können.
Herzlichst