Frage unklarer Herkunfstort in der Pfalz oder eher Oberpfalz

Guten Tag zusammen,

ich bitte um Hilfe beim Lesen und identifizieren eines Orts in der Pfalz bzw. eher Oberpfalz.

1677 heiraten in Oberferrieden (Raum Altdorf b. Nürnberg) Hans Effert und Catharina Pfältzer.

Der nicht genannte Vater des Bräutigams sei Hirte in - ich lese - Wechtersdorf(?) in der Pfalz.

Die Lage Oberferriedens legt nah, dass es sich um die heutige Oberpfalz handelt. Ich komme aber bei der Identifizierung und damit der kirchlichen Zugehörigkeit des Orts nicht weiter.

[Der Name Effert scheint ursprünglich eher in den rheinisch-westfälischen Raum zu zeigen, inklusive der eigentlichen Pfalz. Das macht mir die Lokalisierung nicht leichter].


Ich würde jede Hilfe zu schätzen wissen.
Vielen Dank und beste Grüße
Daniel
 
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Guten Tag,

gebe ich "Wächtersdorf" in meine präferierte Suchmaschine ein, findeich nur einen Ort, der allerdings nicht in der Pfalz liegt, sondern in Mähren: https://de.wikipedia.org/wiki/Hlásnice

Eine Namensverteilungskarte zeigt allerdings einige Punkte in der Pfalz an: https://nvk.genealogy.net/map/1890:effert Allerdings ist das die Verteilung für 1890. Es ist fast auffallend, daß es insgesamt nur wenige Einträge mit dem Namen gibt.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden Protestanten von dort vertrieben => Exulanten.
 
@RGaenssler Danke, wenigstens lese ich es nicht als einziger so wie angegeben.

In der Umgebung von Altdorf habe ich vereinzelt ähnlich klingende Orte gesehen, aber nie auf -dorf und sicher nicht Wechter/Wächter am Anfang.

Daniel
 
Bringt erst mal keine schnelle "Lösung" des Problems, aber vielleicht lohnt sich (u.U. über Umwege) der Blick auf einen aus dem Württemberigschen stammenden Hans Effert, der sich mit seiner Ehefrau Margaretha um 1645 in der näheren Umgebung (gut 10-15 km entfernt), in oberpfälzischen Orten aufgehalten hat.

In den Blättern für fränkische Familienkunde (20) findet sich der Hinweis auf einen Zufallsfund:

"Offenhausen:
~ 01.04.1645 (S. 71, Nr. 16) „Erichtag, ist dem Hanß Eferten einem vertribenen Mann, so sich zu
Dieppersricht auffgehalten, eine tochter Margaretha getaufft, heist die Mutter Margaretha, auß H Tauff ist sie erhoben von Margaretha, des Contz lederers, von Eißmansberg Hauß-frau, so zur Zeit noch nicht Papistisch worden."

Im Jahr zuvor hat er noch in Wappeltshofen gewohnt, siehe Taufeintrag seiner Tochter Katharina im selben KB, in welchem auch auf seine Herkunft eingegangen wird:

Unklar bleibt, von wo er vertrieben wurde (aus der Oberpfalz aufgrund der fortschreitenden Rekatholisierung?; denn, aus Württemberg, das liegt ja erst mal nicht so auf der Hand...).

Aber Vorsicht: zeitgleich/parallel lässt ein Hans Effert aus Grünsberg in Altdorf eine Tochter taufen:

Generell scheint der Name aber erst im 17. Jh. in die Gegend gelangt zu sein. Insofern könnte man vielleicht noch etwas herausfinden, wenn man alle "frühen" Efferts der Region systematisch zusammenträgt.
 
Das Herzogtum Württemberg war nach der Rückgabe an das Haus Württemberg 1648 offiziell rein protestantisch. Es kann durchaus sein, daß es kleiner katholische Gemeinden gab. So wurden z.B. in Freudenstadt Tiroler Holzhauer angesiedelt, die natürlich katholisch waren. Nachdem sie nicht mehr benötigt wurden, sind sie geblieben...

Auf der anderen Seite hat Württemberg durch den Dreißigjährigen Krieg 2/3 seiner Bevölkerung verloren. Ich habe Zweifel, daß unter den Umständen Katholiken vertrieben worden wären. Im Gegenteil, es wurden Exulanten aufgenommen.
 
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