Großenmainfelt(d)

Hallo Forschergemeinde!
Ist schon jemand dieser Ortsname untergekommen? KI sagt, es gäbe einen Ort in der Eifel, andererseits sei dies ein veralteter Begriff für das Maindreieck, bzw. Mainfranken. Der Kirchbucheintrag ist jedoch aus Betzenstein im südl. Oberfranken (16. Jh), passt also geografisch überhaupt nicht, Auch die verwandtschaftliche Beziehung zwischen Hans Gömmel und der Witwe Margaretha Engelhardt will wir nicht einleuchten.
Vielen Dank für die potentielle Hilfe.
https://www.archion.de/p/09126b3211/
 
Der Bräutigam ist Witwer ("verlassener Wittib"), seine erste Frau war die Margaretha. "Wittib" ist mir in Franken immer mal wieder als Bezeichnung für den Witwer begegnet, was mich auch zuerst sehr irritiert hat. Es gibt auch "verwittibt" für beide Geschlechter.
 
Trotz der eigenartigen Kommasetzung würde ich die Variante, dass er der Bauknecht der Wittwe Engelhardt war, nicht ausschließen.

Indizien, die m.E. eher für diese Auslegung sprechen: der Ehestand der Bräutigame, die als Wittwer heiraten, wird hier i.d.R. direkt nach dem Namen angeführt. Auch wäre er als Ehemann der Wittwe des Bürgers und Ratsherrn Engelhardt vermutlich spätestens mit der (vorigen) Heirat selbst Bürger Betzensteins geworden (ansonsten wäre diese Ehe wohl auch nicht "standesgemäß"). Auch, dass die Wittwe namentlich genannt wird, ist doch eher ungewöhnlich (eine Ausnahme könnte man sich eher bei der Wittwe einer besonders hochgestellten Persönlichkeit, eines Bürgermeisters oder Pfarrers vorstellen). Und eigentlich fehlt in der Beschreibung auch ein zweites "Wittbe(r)", also "der Wittwer der Wittwe".
 
Vielen Dank für die Antworten!
Die Ausdrücke Witbas oder Wittib sind mir wohlbekannt. Es spricht manches für die Version von swanahilt und manches für die Version von curiosita. Witwer könnte er gewesen sein, da kein, wie es sonst üblich ist, Vater benannt wurde. Schade ist, dass die Kirchenbücher von Vorra (Großmeinfeld) erst ab 1607 existieren. Ich lasse den Fall erst mal liegen, da ich seitens des Bräutigams vermutlich sowieso nur noch den Namen seines Vaters herausfinden könnte. Habe noch andere Baustellen.
Nochmals Danke, VG Thomas
 
Auch die verwandtschaftliche Beziehung zwischen Hans Gömmel und der Witwe Margaretha Engelhardt will wir nicht einleuchten.

Es besteht keine erkennbare bzw. ableitbare verwandtschaftliche Beziehung zwischen dem Bräutigam und seiner früheren Arbeitgebein, der Witwe Margaretha Engelhardt.

Auch die Überlegung der Bräutigam könnte der Witwer der Witwe Engelhardt gewesen sein, sollten Sie bitte ad acta legen.

Die o.a. Heirat erfolgt im Juli 1599, die

"....Margaretha des Görgen
Engelhardten, seligen weylandt Bürgern,
vnd des Raths alhier hinterlasene Wittib..."


tritt im April 1600 bei der folgenden Taufe "noch" als Gevatterin in Erscheinung, was selbstverständlich bei der o.a. Annahme "Witwer, der Witwe" wohl kaum möglich wäre.

 
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