Lesehilfe für Traueintrag aus 1747 erbeten

Liebe Mitforschende,
ich benötige Hilfe bei der Übertragung eines Traueintrags aus 1747. Folgendes konnte ich lesen:

1747
4.
Meister Jacob Heinrich Hutmann
juv. Leinweber alhier, weiland
Hanß ... auch in
wohners und Taglöhners alhier hin
terlaßener ältester Sohn, mit Jgfr.
Anna Magdalena Schönefeltin
weiland Meister Martin Schö
nefelds Schneiders u. ...
... alhier nachgelaße
ner eherleiblich einziger Tochter, nach
3 maliger proclamation
öffentlich copuliret worden
d. 21. 9br.

Die betroffenen Personen um die es sich handelt sind: Jacob Heinrich Hutmann und Anna Magdalena Schönefeld.
Die bibliografischen Angaben lauten: Kirchenbuch Heyda Taufen Trauungen Beerdigungen 1703-1780, Seite 20, Nummer 4/1747, Bild 16.
Hier der Permalink: https://www.archion.de/p/de7479060c/

Kann bitte jemand versuchen ob er die mit ... gekennzeichneten Worte übertragen kann? Vielen Dank im Voraus.
 
Der Claßhändler (auch Classhändler, Klaßhändler, Glashändler – je nach Quelle und Zeit) ist eine historische Berufsbezeichnung.
Bedeutung
Ein Claßhändler war ein Hausierer bzw. Wanderhändler, der vor allem Glaswaren verkaufte, zum Beispiel:
  • Trinkgläser
  • Fensterglas
  • Spiegel
  • Glasperlen, Knöpfe oder kleine Glasgeräte
Er zog mit seiner Ware von Ort zu Ort und bot sie auf Märkten oder direkt in den Dörfern an.

Wortherkunft
  • Claß / Class / Klaß“ ist eine ältere Schreibweise von „Glas“
  • Claßhändler = Glashändler

In alten Kirchenbüchern, Steuerlisten oder Bürgerregistern findet man diese Schreibweise sehr häufig, besonders im 17.–18. Jahrhundert.

Sozialer Status

  • meist nicht sesshaft
  • oft nebenberuflich tätig
  • gehörte eher zu den einfachen Erwerbsständen
  • gelegentlich auch als Inwohner oder Beisasse bezeichnet
Genealogischer Hinweis

In genealogischen Quellen kann „Claßhändler“ darauf hindeuten, dass:
  • die Person viel unterwegs war
  • Kinder ggf. an wechselnden Orten geboren wurden
  • Einträge in verschiedenen Kirchspielen auftauche
Vielen Dank für die Übertragung. Die Erklärung zur Berufsbezeichnung: Quelle Chat GPT (KI).
 
Wortherkunft
  • Claß / Class / Klaß“ ist eine ältere Schreibweise von „Glas“

Ja, ja, die KI und das fundierte Wissen.

Hört sich ja durchaus schlüssig an, nicht wahr?

Und Teile sind ja auch richtig, wie z.B. dass sich der Clas oder Clawes in historischen Kirchenbüchern findet.
Nur…. hat der so gar nichts mit „Glas“ zu tun, sondern vielmehr mit „Claus“ einer Kurzform von „Nicolaus“

Der Rest der vermeintlichen Herleitung: Glas = Claß ist sprachlich Unfug!

Das kann man auch sehr leicht „für den Hausgebrauch“ z.B. über das

Wörterbuchnetz.de

prüfen.

Suchbegriff: Glas
….eine Fülle von Treffern, unterschiedlicher sprachhistorischer Zeiten, unterschiedlicher Regionen

….und in keinem einzigen davon, findet sich die obige „Herleitung“!!

Kleines Beispiel

(bitte auf die Zeiten: Mittelhochdeutsch, Frühneuhochdeutsch usw. achten)

Es gibt mittlerweile eine Art „geflügeltes „Wort“:
Wenn Sie die Antwort auf Ihre Frage nicht selber bereits 100% sicher kennen, dann fragen Sie niemals die KI…

:LOL:;)
 
Schneider und Glashändler passten für direkt nicht zusammen, deshalb:
zumindest lese ich es so wie oben geschrieben, habe aber kein Ahnung was es sein könnte

Was nun aber ein tatsächlich ein "Nicolaus"händler ist ... keine Ahnung ;)

Es gibt mittlerweile eine Art „geflügeltes „Wort“:
Wenn Sie die Antwort auf Ihre Frage nicht selber bereits 100% sicher kennen, dann fragen Sie niemals die KI…

(y)(y)(y)
 
  • Der Hornickel kütt​

Der frühere Eifeler Hausierer war Universalhändler. Er hatte von allem etwas in seinem Hausiersack: Haus- und Küchengeräte, Hosenträger und Schuhriemen, Wolle, Textilien und anderes mehr. Der heutige Eifelhausierer ist Spezialist geworden. Er führt entweder nur Bürstenwaren oder Fußmatten, Wolle, Strümpfe oder derlei Dinge.
Es waren viele Originale darunter, aber der König von ihnen blieb doch der H o r n i c k e l . Er stammte aus einem armen Dorf […] Die Landstraße war seine Welt. Mit was er eigentlich hausieren ging, war nie restlos zu erfahren. Er schleppte stets einen unergründlichen Sack mit allerhand Zeug mit sich. Noch undurchsichtiger war seine Kleidung und Erscheinung. Er war wie in Lumpen und Sackleinen gehüllt, und mit seinem struppigen Bart und einem tief in den Kopf gezogenen alten Hut war er der Kinderschreck in den Eifeldörfern. Man hielt sich darum stets in achtungsvoller Entfernung von ihm, was aber nicht hindern konnte, daß, sobald er sich dem Dorf näherte, es straßauf, straßab aus Kindermund schallte: »Der Hornickel kütt!«
Zwei, drei Jahrzehnte hindurch war er in einem großen Teil der Eifel bestbekannt.
.
Vor fünfzig Jahren wurde eine Postkarte mit seinem Bild verkauft, auf der zu lesen stand:
……..Von Andernach bis Gerolstein, da ist die ganze Eifel mein.
…….Von Gerolstein bis Trier, gehört sie auch noch mir!

Damit war das Wirkungsfeld von Hornickel räumlich genau umrissen.
.
[Dr. Viktor Baur: ‚Ausgestorbene Eifelberufe‘ – Eifel-Kalender 1955]

Zu dieser Geschichte habe ich eine sehr persönliche Beziehung, die ich hier nicht preisgeben möchte oder doch:
Meine Vorfahren waren ..., nee, lieber doch nicht. Jedenfalls war in meiner Jugend ein Klaaß (mit dunklem a) eine solche Schreckgestalt, die sich von einer eher unheiligen Nikolausvorstellung ableitete. Anzumerken wäre noch, dass das bekannte thüringische Volkslied vom Holzmichel ursprünglich "Lebt denn der alte Hornickel noch?" hieß, nur konnten später die Leute nichts mehr mit dem Wort Hornickel anfangen, ich aber schon und wenn ich nicht versehentlich auf das "Antworten"-Feld drücke, erzähle ich Euch
 
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