Schlagstorf / Schlagsdorf... wo und welches?

Hallo in die Runde,

auf der Suche nach den Wurzeln meines Urahn, dem Schmiedemeister Johann Christian NEULICH (ca. 1768-1807), stieß ich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Sterbeeintrag seiner Mutter, Helena NEULIG, geb. STIER, Ehefrau des ehemaligen Pächters Johann NEULIG zu Schlagstorf, gest. am 01.06.1803 in Goldebee, einem OT von Benz bei Wismar.

Kann mir jemand weiterhelfen, welches "Schlagstorf" hier gemeint sein könnte?
Es gab Schlagsdorf bei Ratzeburg, sowie Alt und Neu Schlagsdorf zum Kirchspiel Retgendorf bei Schwerin gehörig. Im "Allgemeines Verzeichnis Mecklenburg-Schwerin- und Strelitzscher Städte und Land-Güther, in ihren statistischen und steuerfähigen Verhältnissen, etc", 1787 von Christoph Friedrich JARGOW, werden Alt und Neu Schlagstorf noch "..torf" geschrieben, später scheinbar nicht mehr. Das andere Schlagstorf bei Ratzeburg ist dort gar nicht aufgeführt.

Für weiterhelfende Ideen und Hinweise wäre ich äußerst dankbar.

 
@heinzi76 Vielen Dank für die Hinweise zu den auswärtigen, gleichnamigen Orten. Schlagsdorf (Dahme/Mark), größtenteils eine Wüstung, war von 1746 kurfürstlich sächsisch und danach ab 1806 königlich sächsisch. Schlagsdorf (Guben) befindet sich ebenfalls außerhalb von Mecklenburg-Schwerin, in der Niederlausitz. Und wie du selbst erwähnst, das andere Schlagsdorf auf Fehmarn im Kreis Ostholstein.

Bin da ziemlich fest der Meinung, dass der Pfarrer erwähnt hätte, wenn es sich um einen Ort außerhalb Mecklenburgs gehandelt hätte. Er hätte es dann "aus dem sächsischen", "dem holsteinischen", oder "aus dem preußischen" bezeichnet. Da der Hinweis "zu Schlagstorf" nicht nur einmalig und nicht nur von einem Pfarrer so erwähnt wurde, würde ich diese Schlagstorf schon in die Grenzen von Mecklenburg-Schwerin verorten.

Inzwischen ist mir ein OFB von Schlagsdorf (im Westen des LK NWM, zum Bistum Ratzeburg gehörend), aufrufbar über den Datenraum des MFP, untergekommen, in welchem ich jedoch keinerlei Hinweise über einen Johann NEULICH, oder weitere Familienmitglieder finden konnte.
 
Guten Morgen.

Finden sich denn in Alt-Karin oder in Drüschow vor(!) dem 07. Mai 1795 [Datum seiner Verheiratung in Alt-Karin] überhaupt keine weiteren Hinweise zu dem Schmied Johann Christian Neulich?

Wurden die entsprechenden Patenangaben in diesen Orten vor 1795 bereits im Detail ausgewertet?

BG
 
Hallo Vera,

doch in der Tat, es existiert von Johann Christian NEULICH ein Konfiirmationseintrag (zu Gründonnerstag, oder zu Palmarum) von 1781 in Kröpelin. Jedoch ohne Angabe der Eltern, oder des Vaters.

 
Hallo Jens.

Da der FN Neulich / Neulig ja nicht soooo häufig ist, finden sich denn vor "Palmarum 1781" denn keine weiteren Hinweise auf diese Familie in Kröpelin?

BG
 
Hallo Jens.

Da der FN Neulich / Neulig ja nicht soooo häufig ist, finden sich denn vor "Palmarum 1781" denn keine weiteren Hinweise auf diese Familie in Kröpelin?

BG
Bei meinen Recherchen in den Büchern von Kröpelin konnte ich die Familien einer Schwester (Sophia Carolina NEULICH) und eines Bruders (Caspar Hinrich NEULICH) des Johann Christian NEULICH auffinden, zu seinen Eltern habe ich als einzigen Hinweis den eingangs genannten Sterbeeintrag der Mutter, Helena NEULIG, geb. STIER, vom 01.06.1803, jedoch in Goldebee.

All diese recherchierten Ergebnisse konnte ich heute bestätigt finden, nachdem ich auch ein OFB von Kröpelin entdeckte und dort alle Personen wiederfand. Auch dieses OFB ist meines Wissens nur über den Datenraum des MFP erreichbar. Für die Nutzung der Ortsfamilienbücher ist keine Mitgliedschaft beim MFP erforderlich.
 
Guten Abend Vera,

das sind äußerst interessante Funde, natürlich verbunden mit weiteren Fragen.
Zum Beispiel: Lautet der Name tatsächlich „VON NEYLICH“, oder „VON NEGLICH“? Denn im OFB von Kröpelin wird der Name als „VON NEGLICH“ geführt. Aber "VON NEYLICH" hätte natürlich eine zusätzliche Brisanz und ich würde es ehrlich gesagt auch eher als Neylich lesen.
Es gibt übrigens noch einen dritten Taufeintrag vom 26.04.1782:



DIe Namensparallelen sind wirklich erstaunlich, obgleich es oft üblich war, dass sich ein Bruder des Bräutigams eine Schwester der Braut zur Frau nahm. Da, wie Sie bereits feststellten, der Name Neulig / Neulich / ja, auch Neuling, nicht allzu häufig waren, werde ich mich bei nächster Gelegenheit mit Hilfe der Werke von Franz Schubert auf die Suche nach diesen Namen in ganz Mecklenburg machen, denke das wird am zielführendsten sein.
 
@Neuling Hallo und vielen Dank für die Wegbeschreibung nach Alt Schlagsdorf. Das wäre auch ein infrage kommender Ort. Interessant wäre, ob es zu Alt Schlagsdorf (früher übrigens Alt Schlagstorf geschrieben), ähnlich der im Mecklenburgischen Staastkalender aufgeführten Pächter der Herzoglichen Domanialhöfe, es auch irgendwo Aufzeichnungen über Pächter von ritteramtlichen Gütern existieren. Alt und auch Neu Schlagsdorf gehörten nämlich zum Ritteramt Mecklenburg. Aber vielleicht hilft schon das Durchforsten der Kirchenbücher von Retgendorf.
 
Zum Beispiel: Lautet der Name tatsächlich „VON NEYLICH“, oder „VON NEGLICH“? Denn im OFB von Kröpelin wird der Name als „VON NEGLICH“ geführt.

Guten Abend Jens.

Nehmen Sie zum Beispiel diese Seite


.....und vergleichen Sie die hier vielfach vorkommenden Buchstaben "g" und "y" in der Wortmitte --- dann sollte die Frage m.E. zu beantworten sein.

;)
 
Schau mal hier, deinen Gesuchten habe ich nicht entdeckt. Zwischen den Herren 3. und 4. wäre aber ausgerechnet 1805 noch unbesetzt, oder es fehlt nur der Nachweis im KB für einen der beiden?
 
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