Problem mit dem Nachnamen

Liebe Ahnenforscher,

zunächst einmal das Wichtigste:
Ihnen allen zunächst ein gesundes und glückliches Neues Jahr mit weiterhin viel Erfolg und Freude bei der Ahnenforschung. Ich denke, auch für uns gilt das Goethe zugeschriebene Zitat: „Sammler sind glückliche Menschen“!

Ich bin nun unsicher, ob ich folgenden Fund in meine „Sammlung“ aufnehmen kann, da man den Beleg als „nicht ganz kosher“ ansehen könnte.
Bereits unter „Ortssuche“ hatte ich ja eine Anfrage, wobei es um Angaben zum Bräutigam Johann Hinrich Samuel Hannemüller ging, der in Kotzenbüll, Nordfriesland heiratet. (Hier nochmals der Eheeintrag: https://www.archion.de/p/6f586a6d48/)

Nun geht es um seinen Sterbeeintrag. Nachdem eggi mich auf den Sterbeeintrag der Braut hingewiesen hat, habe ich nach dem des Bräutigams gesucht und gesucht - allerdings „nur“ dies gefunden: https://www.archion.de/p/a98b81906f/

- Sterbeeintrag 1815:

50./ Gestorben: Junius 17 Beerdigt: Junius 21. Alter: 92

Johann Hinrich Samuel Möller [sic!]. Seine

Frau ist schon vor ihm gestorben und hat ge-

heißen Margaretha Elisabeth Möller

geb. Mecklenborg. Keine Erben.

Vgl. Archion, Schleswig-Holstein / Landeskirchliches Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland / Kirchenkreis Nordfriesland / Tönning / Bestattungen 1801-1866, 1815, o. S., Eintrag 50, Bild 102.


Frage: Würden Sie diesen Sterbeeintrag gelten lassen, oder ruiniert man sich damit seine sachliche Arbeit?

Gut, ein harter „wissenschaftlicher“ Beweis ist es nicht, dass dies der Sterbeeintrag meines Johann Hinrich Samuel Hannemüller ist. Das offensichtliche Problem ist der ("falsch") angegebene Nachname.
Es gibt aber auch starke Indizien, die mit hoher Wahrscheinlichkeit dafürsprechen:

1. die exakte Reihung seiner drei Vornamen, wobei „Samuel“ zudem in Nordfriesland eher seltener zu der Zeit auftrat.
2. Seine Ehefrau ist in der Tat vor ihm gestorben vgl. https://www.archion.de/p/daae0e7ac8/
3. Seine Ehefrau war Margaretha Elisabeth Meklenburg (vgl. obigen Eheeintrag) und wurde als solche auch geboren vgl. https://www.archion.de/p/c8a870013d/
4. Er ist in der Tat ohne Erben – wie bereits in dem Sterbeeintrag seiner Ehefrau ersichtlich.
5. Nicht zuletzt meine eigene Lebenserfahrung mit diesem Nachnamen:
„Wie heißen Sie?“
„Hannemüller“
„Vornamen brauchen wir nicht. Der Nachname reicht völlig, Frl. Müller“.
Wie oft ich früher falsch angesprochen, falsch einsortiert und abgelegt wurde, kann ich gar nicht sagen. Vielleicht passierte dies hier „Johann(e) Müller“ auch?

Der langen Rede kurzer Sinn: Für wie belastbar halten Sie diesen Eintrag? Würden Sie den Sterbeeintrag als den seinen angeben?

Klar, in einem Fließtext (wie zum Beispiel in einer Familienchronik) könnte ich ja darauf eingehen, meine Argumentation darlegen – aber was ist zum Beispiel mit der Ahnentafel? Würden Sie das Sterbedatum angeben oder nicht?

Ich bin mir unsicher und freue mich darauf, Ihre Meinung dazu zu hören.

Beste Grüße,
Anette
 
Für mich ist das völlig nachvollziehbar, auch auf Grund meiner Erfahrung mit ähnlich gelagerten Fällen wie (Lütke)Müller, (Neu)Schulze oder (Nie)Klopp.
Und wenn du die Geburt um 1723 dann findest, dann kannst du auch die letzten Fragezeichen beseitigen.

Da ich auch weiterhin um Weteritz suche ist mir heute ein alvenslebischer Pächter Huth in Polvitz begegnet der 1749 in Weteritz heiratet. Ich werde mal weiter auch auf Müller achten.
 
Vielen Dank für die Einschätzung! Genau - bei der Suche nach der Geburt bin ich immer noch dran.

Da ich ja auch in der Gegend suche, biete ich gerne an, für Sie ebenfalls nach etwas Ausschau zu halten, wenn Sie mögen.

Beste Grüße,
Anette
 
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