Todesumstände Philip Düe aus Dölme 1747

Hallo allerseits,

mir fehlen zwei Worte zum Verständnis bei diesem Todesfall, Eintrag Nr. 15:


d. 12 Xbr ist philip Düen
Von garVeshagen kom̅en
und schweine aus der Mast
langet (?) Zu Reileifsen mit
hans harm notbaum in
Kruge wesen bis an den abend.
unterwegen
ist Düen der Huht im Starcken
Wind Sturm weggewehet.
Den notbaum wieder kriegen
Wil. Kompt der Düe von ihm
ist den andern Morgen auf
der Wißel berge Tod gefunden
ist d. 20 Xbr aufgeschnitten
hat im Herzen ein gewächs ge-
habt. Wie ein finger lang.
Das ihm in Wind Sturm gedönft (?)
ist d. 21 dito begraben sein
alter 60 jahr 13 Tage.

Wer kennt sich aus und kann helfen?

Sinngemäß hat Philip Düe etwas mit der Schweinemast erledigt und bis abends mit Hans Harm Notbaum gezecht. Auf dem Rückweg kamen sie in einen Schneesturm, dem Düe ist der Hut weggeweht und Notbaum wollte ihn fangen, dabei wurden sie getrennt und Düe am nächsten Tag tot gefunden. Die Obduktion ergab eine Wucherung am Herzen - aber was hat das mit dem Sturm zu tun? Und wo liegt Garveshagen?
 
„langet“ lese ich auch

heißt hier wohl sinngemäß „holen“ - er hat Schweine aus der Mast im Hagen bei Grave geholt, oder er hat nach den Schweinen in der Mast gesehen.

Den Rest verstehe ich so, dass Not(t)bohm (hier: Notbaum) hinter dem Hut hergelaufen ist und er dabei den Düe aus den Augen verloren hat / von ihm getrennt wurde.

Das Gewächs am Herzen (Herztumor) hat ihn (den Düe) bzw. seine Herzfunktion (vielleicht durch die vom Sturm verursachte Aufregung und/oder in Verbindung mit der „Zecherei“) so „gedämpft“, dass er verstarb.

BG
 
"Langen" für "holen" oder "reichen" kenne ich aus dem Südhessischen - "Lang mer des emal her" - an der Weser hätte ich den Ausdruck nicht vermutet.

Im Mittelteil sind wir d'accord.

"Gedämft" ohne p - da muß man erstmal drauf kommen. Aber wenn jemand alle Tricks kennt, bist Du das :D
Danke
 
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