Nach meiner Einschätzung ist der Taufeintrag von 1677 der richtige.
Die Kirchenbücher von Kautendorf sind in der fraglichen Zeit bei den Taufen und Beerdigungen ja nach Orten aufgeteilt. Das macht die Suche manchmal leichter, birgt aber auch die Gefahr, familiäre Zusammenhänge bei Ortswechseln innerhalb der Kirchengemeinde zu übersehen.
Es scheint in Kühschwitz in der fraglichen Zeit nur einen Hans Schmidt gegeben zu haben. Seine Ehe dürfte diese sein:
https://www.archion.de/p/8a9688d96f/. Die Trauung fand am 8.1.1674 statt.
Versucht man nun die Kinderreihe zusammenzustellen und nimmt dafür den Teil Kühschwitz her, finden sich folgende Taufen:
x 1677 Johannes
x 1682 Nicolaus
x 1683 Georgius
x 1687 Cunrad
x 1688 Johannes.
Dabei fällt auf, dass diese Kinderreihe erst 1677 startet, wo doch die Eheschließung 1674 gewesen war. Sieht man nun noch bei den Taufen in den Teil Kautendorf, findet sich noch eine weitere Taufe Schmidt, nämlich die für einen Johannes am 30.10.1674 (
https://www.archion.de/p/253f6ce701/). Dieser Johannes ist in der Kinderreihe also zu ergänzen. Damit ist der 1677 geborene Johannes tatsächlich der zweite oder andere Sohn, wie es in seinem Heiratseintrag auch vermerkt ist.
Der 1674 geborene Johannes dürfte 1697 heiraten (
https://www.archion.de/p/625339ac77/) und wird dabei auch ältester Sohn bezeichnet. Der 1677 geborene Johannes heiratet als „anderer“, also zweiter Sohn dann 1702 (
https://www.archion.de/p/3bd4634e45/). Ein dritter Sohn Johannes heiratet schließlich 1708 als jüngster Sohn (
https://www.archion.de/p/e836291d17/). Das ist wieder einmal ein schönes Beispiel dafür, dass es in einer Familie gleich mehrere Hans geben kann, die erwachsen werden und heiraten und die bei der Forschung sorgfältig zu trennen sind.
In der Tat führt das Sterbealter des gesuchten und 1742 verstorbenen Hans Schmidt – auch das bitte noch einmal überprüfen - nicht exakt auf den Tauftag 6.8.1677. Rechnet man das Sterbealter von 65 Jahren, 30 Wochen und vier Tage exakt zurück, kommt man selbst bei Berücksichtigung der Kalenderumstellung – 10 Tage werden ausgelassen! – früher raus. Liest man die 30 Wochen als 20 Wochen passt es ohne Berücksichtigung der Kalenderumstellung genau. Allerdings steht da tatsächlich 30 Wochen im Sterbeeintrag und nicht 20 Wochen.
Meine Empfehlung ist, die ganzen Schmidts in der fraglichen Zeit systematisch zu erfassen und auseinander zu dividieren und auch meine Angaben noch einmal kritisch zu überprüfen. Macht etwas Arbeit, wird sich aber lohnen. Ich meine aber schon, dass der Taufeintrag von 1677 der richtige ist.