Eddelak interessanter Toteneintrag mit Familiengeschichte

Guten Tag allerseits
[ich bin nicht sicher, ob dieser Beitrag besser hier nach Schleswig-Holstein oder unter Lesehilfe gehört. Ich verlasse mich auf das Urteil der Archion-Verantwortlichen.]

ich möchte hier einen Totenbucheintrag aus Eddelak, Kreis Dithmarschen (SH) aus dem Jahr 1781 (Claus Johannßen in Eddelak) vorstellen.

Den üblichen Personalien wird eine ungewöhnlich ausführliche Familiengeschichte angefügt.
Die hier relevanten Passagen beziehen sich vor auf die väterliche Seite des Toten.

Abgesehen davon, dass Ahnenforschler, die in der gleichen Ecke Deutschlands arbeiten, vielleicht Interesse und Spaß an einem solchen Eintrag haben könnten, geht es auch um das Entziffern von Teilen dieser lokal doch etwas berüchtigten 'Eddelaker Schönschrift'.

Das Wesentliche ist bereits bekannt/erarbeitet (inkl. der meisten durch Kirchenbücher zu erschließenden Vorfahren des Toten), aber vielleicht gibt es hier ja ein paar echte Profis und Abenteurer, die die Lücken im Text und damit einige wichtige Aussagen schließen können.

Es geht mir, auch in folgender meiner Zusammenfassung, NICHT um eine buchstabengetreue Lösung, eher um den Sinngehalt der betrefflichen Sätze.
Ich freue mich über jede Hilfe und jede Teilnahme und weiß beides wie immer sehr zu schätzen.
Ich lese für die Familiengeschichte (ab Zeile 8 = Beginn der Familiengeschichte)
"Der Großvater väterlicher Seite, der ältere Dr.* Jürgen
Johannßen. Dessen ??? ??? ??? Leben denk-
würdig. Zu dessen weiland(?) Wohnung ist besonders
zu bemerken, dass derselbe zu Reval in Livland
geboren. Seine Eltern widmeten ihn der Chirur-
gie. Da er hierin das Nötige gefasset, ging er
aus seiner Vaterstadt in fremde(?) Länder und
kam in unser Königreich.
Zu der Zeit hatte ??? ???
[ihro Majestät?] ??? ??? Grenz/Krieg(?)
einen gar geschickten Regiments-Feldscher ???
dero Truppen, der zu Eisleben, wo
unser bester Lehrer und Religions...(???)
M. Luther(?) 1483 sein Dasein zudankte(?)**, und nach
Viborg in Nordjütland von dem gütigen(?) Gott
gelenkt/geleitet war. Dieser schutzlose(?) Regiments-

[SEITENUMBRUCH]***
??? des Namens Andrees Schulz hatte(?)
der in seiner Ehe eine Tochter namens Anna
Maria gezeugt. Sie wurde entdessen(?)
??? ein(em) geschickten Chirurgius namens
Samuel Olfs/Afs ehel. verbunden(?). Nur(?)
13 Jahre dauerte diese Ehe, und nach
dessen Ableben sendete/schickte der gütige
Gott den Großvater Jürgen Johannßen
von unserem Claus Johannßen dieser Witwe zu
einem Ehegatten, da er in der Chirurgie
und Heilung des Leibes(?) ??? Ge-
schicklichkeit(?) erwirken/erwirkte(?)
[Sinn des Satzendes???]. In Viborg
nahm diese Ehe den Anfang, aber da sollte(?)
sein(?) Fuß nicht ruhen. Gott leitete ihn in
unser gesegnetes Dithmarschen auf St. Mich[aelis]-
donn. [...]

Der Rest soll hier nicht so wichtig sein, das Wesentliche ist wie gesagt bekannt.

*In der Literatur zur Heimatforschung wurde das Kürzel vor Jürgen anscheinend als Cl. für Claus gelesen. Dieser Großvater wird auf externen Stammbäumen daher oft als Claus Jürgen Joh. geführt. Ich habe mir dieses Detail aber näher angesehen: Der Opa hieß nur Jürgen und war, wie der Text hier ja erzählt, in St. Michaelisdonn Chirurg. Ein paar Jahre vor Claus Joh. stirbt sein Schwager; sein Eintrag sagt, er sei mit der Tochter (korrekt Enkeltochter) des "sog. Herrn Doctor von St. Michel" verheiratet gewesen.
** Hier in diesem Satz bin ich, wie man an den vielen Fragezeichen sieht, recht unsicher. Ich habe das Gefühl, dass da ein Halbsatz fehlt.
Wurde der Feldscher in Eisleben geboren, so wie Luther - oder was ist seine Verbindung zur Stadt? Das erkenne ich einfach nicht.
***Täusche ich mich oder fehlt auch hier ein halber Satz im Seitenumbruch?

Wer also etwas an den doch zahlreichen Lücken [???] und Unsicherheiten [(?)] ändern kann oder Verbesserungen anzubieten hat, darf sich meiner Dankbarkeit gewiss sein.

Vielen Dank und beste Grüße
Daniel
sasda
 
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