Einige Worte über die Vorteile einer guten, haltbaren schwarzen Tinte

Brauchen Sie noch ein Geschenk für eine Person, die gerne schreibt? Dann haben wir das Richtige für Sie! Im Buchdeckel eines Biedebacher Kirchenbuchs aus dem 19. Jahrhundert ist ein ausführliches Rezept für eine „gute, schwarze Dinte“. Alles, was Sie brauchen, sind Galläpfel, Eisenvitriol (heute auch bekannt als Eisen(II)-sulfat), Wasser, Gummi arabicum und viel Zeit.

Kurhessen-Waldeck: Landeskirchliches Archiv Kassel > Hersfeld > Biedebach > KB 1830-1990; Bild 141

Doch nicht nur das Rezept ist sehr interessant, sondern auch die „nachtheiligen Folgen“ einer minderwertigen Tinte, die der Buchhändler und Buchbinder Friedrich Carl Hoffmann weiter unten aufgeführt hat: „Das Schlimmste hierbei ist, daß die nachtheiligen Folgen […] nicht sogleich, sondern oft erst nach Verlauf von zehn und mehreren Jahren sich zeigen […]: daß entweder die Dinte ganz verbleicht und die Schrift unleserlich wird, oder daß die Schrift eine gelbrötliche Farbe annimmt, oder daß die Dinte nach und nach das Papier zerfrißt und durchschlägt.“ Davon können Familienforscher bestimmt ein Klagelied singen!
Jedenfalls wünscht das Archion-Team gutes Gelingen bei Ihrer selbst hergestellten Tinte! Aber Vorsicht: Eisenvitriol ist stark reizend und sollte mit äußerster Vorsicht behandelt werden! Denn sonst leidet nicht nur das Papier, sondern möglicherweise auch Ihre Haut. ;-)

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