Kirchenbuch Trippstadt (Pfalz) Nr. 6, 1831

01          Pro Memoria

02 Am 8. Jänner laufenden Jahres sahe man hier, von Abends 7 Uhr an ein, in
03 diesen Gegenden nicht nur äußerst ungewöhnliches und seltenes, sondern auch
04 ein ungemein starkes und prächtiges Nordlicht, das erst gegen zwölf
05 Uhr des Nachts sich am nördlichen Horizont in schwachen Schimmern
06 endigte. Der Aberglaube ermangelte nicht, dieses Nordlicht als
07 Vorbote grausenhafter Weltgeschicke zu verschreyen, und dessen glühende
08 feyerliche Pracht als den ersten Widerschein des baldigen Blutvergießens
09 zu deuten!

10 Am 7. Mai fiel außergewöhnlich, nachdem es einige Tage vorher
11 empfindlich kalt gewesen, ein großer Schnee! Die Flocken fielen
12 in der Größe einer Kinderhand, und der zugleich wehende Westwind
13 vermochte nicht, den gefallenen Schnee aufzulösen, so dicht und
14 gedrängt stürzte er sich herab. Doch scheint es dem in Ähren aufschießenden
15 Korne nicht geschadet zu haben.