Carl August Gustav Bier entdecken

Der Chirurg des Waldes

Carl August Gustav Bier wurde am 24. November 1861 im nordhessischen Helsen (heute Bad Arolsen) geboren. Er war Chirurg und Förster. Seine Person ist mit zwei bedeutenden Beiträgen verknüpft: der Spinalanästhesie und dem Sauener Wald.

Nach seiner Habilitation arbeitete er gemeinsam mit seinem Assistenten August Hildebrand in Kiel an der Durchführung einer Spinalanästhesie zur Betäubung großer Körpergebiete. In einem Selbstversuch spritzten sie sich 1898 gegenseitig eine Kokain-Lösung direkt ins Rückenmark. Sie waren damit die Ersten, die erfolgreich eine Spinalanästhesie durchführten.

Im Jahr 1907 wurde er Professor an der Chirurgischen Universitätsklinik in Berlin. Als bekannter Arzt behandelte er sowohl Kaiser Wilhelm II als auch Reichspräsident Friedrich Ebert.  Aufgrund seines Engagements für Sport und Heilgymnastik wurde er 1920 der erste Leiter der Berliner Hochschule für Leibesübungen.

In Brandenburg erwarb Bier 1912 ein Hofgut zusammen mit dem Sauener Forst und begann neben seiner ärztlichen Tätigkeit den bestehenden Kiefernwald zu einem Mischwald umzugestalten. Biers Arbeit gilt noch heute als Vorbild für gelungenen ökologischen Waldumbau. Der forstwirtschaftliche Betrieb wird heute durch eine Stiftung sichergestellt.

Bier geriet posthum immer wieder in Kritik, weil er dem Nationalsozialismus nahe stand. Er starb am 12. März 1949 in Sauen und wurde dort in seinem Wald beigesetzt.