IM GLAUBN GEFESTIGT, IM TODE UNGEBROCHEN

100ster Geburtstag von Sophia Magdalena Scholl

Tapfer, mutig, stark – SOPHIE SCHOLL feiert heute 100jähriges Geburtsjubiläum. Geboren am neunten Mai 1921 in Forchtenberg in Württemberg, aufgewachsen in Forchtenberg, Ludwigsburg und Ulm, wurde sie bereits früh zu liberalen, christlichen Werten erzogen. Der Screenshot aus Archion zeigt den Taufeintrag ihrer Mutter, die unter dem Namen Luisa Magdalena Müller am fünften Mai 1881 in Künzelsau geboren wurde. Sie war bis zu ihrer Eheschließung Diakonisse gewesen, Sophies Vater Robert (1891 – 1973) arbeitete zu diesem Zeitpunkt als liberal gesinnter Politiker.

Klicken Sie auf das Bild, um zum Kirchenbucheintrag zu kommen.

Zunächst selbst aktives Mitglied im Bund Deutscher Mädel, wendet sie sich, wie auch ihr Bruder Hans Scholl (1918 – 1943), bereits früh vom nationalsozialistischen Regime ab und tritt in Kontakt mit einer verbotenen Jugendorganisation, der „Bündischen Jugend“. Dadurch geraten die Geschwister ins Visier der Gestapo und werden 1937 verhört. In den folgenden verschiedenen Stationen ihrer Ausbildung zur Kindergärtnerin und dem Reichsarbeitsdienst festigt sich ihr Glaube und ihre anti-nationalsozialistischen Haltung. 

1942 beginnt sie ein Studium der Biologie und Philosophie in München, der Universität, an der Ihr Bruder Medizin studiert. Sie schließt sich der dort tätigen studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ an. Hauptsächliche produziert die Gruppe öffentliche Kritik in Form von Flugblättern. 1943 ist Sophie das erste Mal an der Herstellung eines Flugblatts beteiligt. Über die Grenzen Münchens hinaus gelangen die Flugblätter auch in andere Städte, u.a. Stuttgart, Köln, Berlin oder Wien. Eines der Blätter gelangte sogar bis nach Großbritannien, wo es vervielfältigt und später mit Flugzeugen über Deutschland abgeworfen wurde. 

Im Februar 1943 werden die Geschwister Scholl bei einer Flugblattaktion an der Universität München von einem Universitätsmitarbeiter entdeckt. Nach einem vier Tage andauernden Verhör durch die Gestapo, in dem Sophie alle Schuld auf sich und ihren Bruder nimmt, um ihre Kommiliton*innen zu schützen, kommt es zu einer Verhandlung vor dem Volksgericht in München. Am 22. Februar werden die Geschwister zusammen mit ihrem Kommilitonen Christoph Probst zum Tode verurteilt und noch am selben Tag durch die Guillotine hingerichtet.