Ludwig Erhard

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Bayern: Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche > Dekanat Fürth > Fürth-St. Michael > Taufen 1892-1897, Bild 468

Der Schöpfer des deutschen Wirtschaftswunders

Ludwig Erhard wurde 1897 in Fürth geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre und einem zweijährigen Einsatz im 1. Weltkrieg, in dessen Verlauf er sich eine schwere Verletzung zuzog, absolvierte er ein Studium an der Handelshochschule Nürnberg. Es folgten ein Studium der Betriebswirtschaft, Nationalökonomie und Soziologie an der Universität in Frankfurt sowie die Promotion. Für einige Jahre arbeitete Erhard im elterlichen Betrieb, ehe dieser in Konkurs ging, woraufhin Erhard in die Wirtschaft wechselte und als wissenschaftlicher Assistent an einem Institut für Konsumforschung tätig war. 1942 gründete er mit dem „Institut für Industrieforschung“ ein eigenes Konsumforschungsinstitut.

Erhards Haltung während des 2. Weltkrieges galt als umstritten. So warfen ihm Historiker einerseits vor, dem Naziregime willentlich gedient zu haben, während andere dem widersprachen und unter anderem auf seine Weigerung, der nationalsozialistischen Partei beizutreten, nebst den daraus resultierenden Karrierekonsequenzen verwiesen. 

Ludwig Erhards aktive politische Karriere begann nach Ende des 2. Weltkriegs mit der Mitgliedschaft im bayerischen Kabinett. 1947 wurde er als Leiter einer Expertenkommission mit der Vorbereitung der Währungsreform betraut und verantwortete daneben die Wirtschaftspolitik in den westlichen Besatzungszonen. 1949 trat Erhard, ohne zunächst Mitglied der Partei zu sein, als Kandidat der CDU für die ersten Bundestagswahlen an und wurde unter Konrad Adenauer Bundesminister für Wirtschaft. In diesem Amt verhalf Erhard der CDU zu großen Wahlsiegen, die insbesondere auf seiner Wirtschaftsstrategie der Sozialen Marktwirtschaft beruhten. Eine zunächst äußerst umstrittene Strategie, die auf Misstrauen und Skepsis stieß und ihm im Laufe der Jahre auch zahlreiche Niederlagen und Rückschläge beschied. 1957 übernahm Erhard die Rolle des Vizekanzlers, die er – mitsamt Posten des Wirtschaftsministers – bis 1963 innehatte. 1963 wurde Erhard zum Bundeskanzler gewählt. Bei Antritt seines Amtes kündigte er eine neue Politik der Mitte und der Verständigung an, die auf volksnahe, direkte Kommunikation mit den Bürgern und Stärkung und Stabilisierung der jungen Bundesrepublik setzte. Aufgrund eines spürbaren Autoritätsverlustes auch in den eigenen Reihen trat Erhard 1966 als Bundeskanzler zurück, blieb jedoch bis zu seinem Tod Mitglied des Deutschen Bundestages, zuletzt als Alterspräsident.

Nur wenige Monate vor seinem Tod am 5. Mai 1977 in Bonn erhielt Ludwig Erhard anlässlich seines 80. Geburtstages zahlreiche Ehrungen als „Vater des Wirtschaftswunders“.