Hildegard Wegscheider

Bekannt ist Hildegard Wegscheider als „Preußens erste Abiturientin“. Tatsächlich zeigt ihr Weg zum Abitur und ihr Bildungsweg im Allgemeinen, wie schlecht es um die Bildungschancen junger Frauen vor 100 Jahren bestellt war. Nach dem Besuch der Höheren Töchterschule, legte sie in der Schweiz das Lehrerinnenexamen ab, studierte darauf ab 1893 in Zürich und trat 1895 mit einer Sondergenehmigung am Königlich Katholischen Gymnasium in Sigmaringen die Abitursprüfung an. Damit war sie berechtigt, an einer deutschen Hochschule zu studieren, entschied sich jedoch, da ihre Wunschhochschule in Berlin die Immatrikulation verweigerte, für ein Studium an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg. Dort erwarb sie als eine der ersten Frauen an einer deutschen Universität den Doktortitel.

Als Oberschulrätin und Landtagsabgeordnete setzte sie sich in der von der Männerwelt dominierten Gesellschaft der Weimarer Republik für eine moderne Schul-, Bildungs- und Frauenpolitik ein.

Erst die Machtübernahme der Nazis stoppt sie in ihrem Engagement, und sie muss alle Ämter aufgeben. Von da an treffen sich bei ihr Oppositionelle und sie hilft Verfolgten. 1953 wird ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Hildegard Wegscheider wurde am 2. September 1871 als Hildegard Sophie Caroline Ziegler in Berlin geboren und starb mit 81 Jahren am 4. April 1953 ebenda.

Entdecken Sie hier ihren Geburtseintrag in das Taufregister der Neuen Kirche in Berlin-Kreuzberg:

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