Der Begründer der Kinderlieddichtung des 19. Jh.

Friedrich Wilhelm Güll wurde am 1. April 1812 in Ansbach geboren. Nach seiner Ausbildung arbeitete er als Lehrer, erst in seiner Heimatstadt und danach, ab 1842, an einer evangelischen Pfarrschule in München. Da er eine große Familie ernähren musste, sah er sich zudem gezwungen, Privatstunden zu geben. So unterrichtete er die Töchter des Prinzen Eduard von Sachsen-Altenburg und im Laufe der Jahre zahlreiche Mädchen anderer wohlhabender Familien. Schon als Kind ließ sich Güll von Landschaft, Natur und Tierwelt inspirieren und ließ Eindrücke und Motive in sein dichterisches Werk einfließen. Pädagogische Begabung gepaart mit dichterischem Talent – dies bescheinigte ihm Gustav Schwab, dem Güll seine Gedichte vorlegte und um Einschätzung bat.

Im Jahre 1836 erschienen mit Kinderheimath in Bildern und Liedern erstmals Gülls Werke, darunter Gedichte wie Das Büblein auf dem Eis oder Der erste Schnee, denen – wie auch Winterrätsel – das Motiv Winter zugrunde lag. Gülls Gedichte basierten stets auf einem heiteren, stimmungsvollen Grundton, der nicht nur Komponisten zur Vertonung inspirierte, sondern auch Künstler wie Franz Graf von Pocci dazu einlud, anschauliche Illustrationen dafür zu entwerfen.

Mit seinen Gedichten, Rätseln und Sprüchen wurde Friedrich Wilhelm Güll zum Begründer der Kinderlieddichtung des 19. Jahrhunderts. Er zählt zu den wichtigsten Vertretern des Biedermeier.

Güll starb am 24. Dezember 1879 in München.

Jetzt seinen Taufeintrag erforschen:

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Sp. 1 | 59, Friedrich Wilhelm
Sp. 2 | 34 d. 12. gebohren den ersten April
    V. Joseph Güll, Galanterie Arbeiter.
    M. Margaretha Regina, geborene Zumbrunn.
    T. Johann Michael Güll, Galanterie Arbeiter
       Marie Regine Zumbrunn, Witwe des weil.
    Zumbrunns, Kanzleydieners.

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Bayern: Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche > Dekanat Ansbach > Ansbach-St. Johannis > Taufen 1808-1817, Bild 218