ZUM SCHREIBEN GEBOREN, ZUM LESEN VEREHRT

Es ist der Tag, der zum Lesen anregen soll, der das Lesen feiert und Kinder dazu motivieren soll, zu lesen. Auch, wenn der Autor, den wir heute, am Welttag des Buches, präsentieren wollen, bei Kindern und Jugendlichen in der Schule eher nicht so beliebt ist, wissen ihn andere umso mehr zu schätzen: Friedrich Schiller. Wer sich die Zeit nimmt, sich auf sein Werk einzulassen, dem eröffnet Schiller eine ganz eigene, faszinierende, literarische Welt. 

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Geboren wurde der Württemberger am 10. November 1749 in Marbach am Neckar. Der Screenshot aus Archion zeigt seinen Eintrag in das Taufregister der Gemeinde. Auffällig ist die hohe Anzahl an bedeutenden Paten, die davon zeugt, dass die Familie Schiller eine angesehene Stellung in der Gesellschaft bekleidete. Sein Vater war zur Zeit Friedrichs Geburt Leutnant in württembergischen Diensten und wie der Rest der Familie sehr religiös, weshalb auch Friedrich schon früh die Bibel studierte und eine Lateinschule besuchte. Bei der Position seines Vaters wundert es nicht, dass Schiller 1773 auf ausdrücklichen Wunsch Herzog Karls auf die Karlsschule geschickt wurde, eine 1770 neu gegründete Militärakademie. Dort absolvierte er ein Medizinstudium. Der bei Schulantritt 14jährige Friedrich litt allerdings sehr unter dem militärischen Drill und entfloh in die Literatur. Er begann bald, selbst zu schreiben, bereits während des Studiums beginnt er eines seiner bekanntesten Werke: die Räuber. Schließlich flieht er aus Württemberg, um den Militärzwängen zu entgehen. Der Musiker Andreas Streicher, ein Freund Schillers, begleitet ihn. 

Schillers weiterer Lebensweg ist von Entbehrungen, Schulden und Rückschlägen geprägt. Als illegaler Flüchtling findet er keine Stellung als Autor an fürstlichen Höfen. Sein Weg führt ihn nach Mannheim, Frankfurt, Oggersheim, bis er in Bauerbach eine Weile unterkommt. Nach seiner Rückkehr nach Mannheim erkrankt er an Malaria. Durch seinen Verehrer Oberkonsistorialrat Körner aus Leipzig bessert sich seine Lage und er gastiert zwischen 1785 und 1787 in Leipzig und Dresden. 1787 bricht er nach Weimar auf und lernt dort u.a. Johann Wolfgang von Goethe kennen. Durch ihn erhält er eine Geschichtsprofessur in Jena und veröffentlicht historische Abhandlungen. Die beiden verbindet eine tiefe Freundschaft. 1790 heiratet er Charlotte von Lengefeld, er bekommt mit ihr vier Kinder. 1799 zieht die Familie nach Weimar, Schiller möchte Goethe näher sein. Er hat sich etabliert und ist nun finanziell abgesichert. 1802 wird er geadelt und gilt als „Lieblingsdichter der Nation“. Durch seine angeschlagene Gesundheit kann er seinen Ruhm jedoch nicht lange genießen, er stirbt mit nur 45 Jahren am neunten Mai 1805 in Weimar.