DEM VOLK EINE MUTTER

100ster Todestag von Auguste Viktoria Luise Feodora Jenny von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg

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Beschrieben wird sie heute als streng kirchlich gesinnte Landesmutter, deren Sorge der Familie und der im Volk herrschenden Not galt. Im Volk war sie sehr beliebt. Eine bekannte Stimme ihrer Zeit, Reichskanzler Bernhard von Bülow, bezeichnet sie aber auch als zu kleinkariert, engstirnig und steif, um die Rolle der Deutschen Kaiserin ausfüllen zu können. Bei aller Kritik kann man ihr zwei Dinge aber nicht absprechen: ihre Liebe zu ihrem Mann und ihr soziales Engagement. Sie setzte sich nicht nur für gefährdete Mädchen ein und schuf einen Zufluchtsort für sie, sie widmete sich auch der Säuglingspflege und stiftete den evangelisch-kirchlichen Hilfsverein. 

Die Rede ist von der Preußischen Königin und Deutschen Kaiserin Auguste Viktoria. In einem Brief an seine Mutter schrieb der Preußische König nach seiner Vermählung mit Auguste Viktoria: „Hip, Hip, Hurrah! Endlich habe ich sie!“. Der Screenshot stammt aus Archion und zeigt den Eintrag ihrer Vermählung in das Trauregister der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin vom 27. Februar 1881. Doch der Weg dorthin war steinig. Zweifel an ihrer Ebenbürtigkeit und politische Hindernisse sorgten dafür, dass die Verlobung erst im geheimen am Hof des Herzogs von Sachsen-Coburg stattfand. Der Presse blieb dieses Ereignis jedoch nicht verborgen, sodass Wilhelm seiner Familie davon berichten musste. Am 2. Juni 1880 erfolgte trotz der Bedenken der preußischen Königsfamilie die offizielle Verlobung in Schloss Babelsberg.  

Auguste Viktoria war die älteste Tochter Herzogs Friedrich VIII. von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg. Ihre Kindheit verlebte sie ruhig in Dolzig in der Lausitz, heute in Polen gelegen. Als letzte Worte werden ihr zugesprochen: „Ich darf nicht sterben, ich kann den Kaiser doch nicht allein lassen!“ Gestorben ist sie am 11. April 1921 in Schloss Doorn in Holland. Ihr Todestag jährt sich am 11. April 2021 zum 100sten Mal.