Fundstücke (makabres, trauriges, erheiterndes)

msiegle
Mitglied seit
10.01.2015

612 Beiträge

Pfarrerstochter mit ANNAGRAMM:

Michael Offterdinger, Pfarrer "in loco" in Faurndau bei Göppingen, tauft im Jahr 1686 seine Tochter auf den Namen "Anna Susanna" und hat an ihrem Namen eine solche literarische Lust und Freude, dass er diesen noch einmal ganz deutlich erkennbar als Annagramm im wahrsten Sinne des Wortes notiert:
AnnA=SuS=AnnA

http://www.archion.de/p/9403ec08a1/

msiegle
Mitglied seit
10.01.2015

612 Beiträge

AnnA=SuS=AnnA ist ja eher ein Palindrom
Jetzt ist mir endlich der Begriff eingefallen, den ich vorhin gesucht hatte

Profil gelöscht

KB Unternbibert Beerdigung Jahr 1787 Seite 35
19. Margaretha Barbara Weberin, Johann Leonhard We-
bers, Crailsheimischer Unterthan, Müllermeisters auf der
Bilzmühle, und nachheriger Köbler allhier hinterlassene
einzige eheliche Tochter, hat sich jederzeit eines guten und
Christlichen Wandels beflissen, aber seit einem Jahr hir mit
schwermüthigen Gedanken, und großer Herzensangst
zu kämpfen, in welcher sie auch, ohne Zweifel, in der vor-
her off greifenden Hoffnung, daß ihr, durch langan-
haltendes Gehör leichter ums Herz werden möge, ohne von
jemand bemerkt zu werden 8. October: abends von hier weggeangen, und sich 3.
Wochen lang unter freyem Himmel in Wäldern und Gebüsch
aufhielt, währen welcher Zeit, man nichts von ihr aus-
findig machen konnte. Den 27. benannten Monaths aber,
traf sie, ein von Neu Katterbach nach Adelsdorf gehender
Mann, ohnweit Adelsdorf, schon in grosser Schwachheit
an einem Bach sitzend an, und schaffte ihr, auf ihre Bitte
einen Trunk Wasser aus dem Bach. Nachdem sie sich
damit in ihrer letzten Schwachheit gelabt hatte, erzeigte
ihr Gott das, was schon ein ganzes Jahr lang ihr höchster
Wunsch und flehendliches bitten war, und mächtigen
Leiden durch den Tod ein Ende. Sie starb Mittags gegen
12. Uhr, unter dem Gebet und Zuspruch einiger von
Adelsdorf aus, zu ihrer Hülfe eilenden Christlicher Per-
sonen, die auch den verblasten Leichnam sogleich in des
Ort schafften. Tags darauf, wurde sie nach dem man
vorher in Markt Erlbach und Neuhof die Jura stolai be-
zahlt hatte, von Adelsdorf hierher, in das mütterliche
Haus geführt, und den 31. October: zur Grabes-Ruhe
gebracht mit einer Leichenpredigt über Apoc: VII 14-17
Diese sind die kommen sind aus grossen Trübsalen -----
----------------------- und Gott wird abwichen allte Tränen von
ihren Augen. Aet: 29. Jahr 7. Monathe u. 2. Tage.

KrisK
Mitglied seit
17.07.2015

261 Beiträge

Ein Kind mit zwei Vätern - jo, kommt wohl immer wieder vor. Heutzutage kann man´s ganz genau wissen, "damals" war´s wohl höchstens Dorfklatsch und die Ähnlichkeit musste es zeigen, wer denn nun dazu gehörte.

Und der Pastor hat es ganz genau festgehalten:
http://www.archion.de/p/dff89ecce5/

saburasti
Mitglied seit
04.01.2015

153 Beiträge

Na wer möchte seine eigene Tinte herstellen?
Ich hab hier ein Tintenrezept gefunden ...

https://www.archion.de/de/viewer/?no_cache=1&type=churchRegister&uid=185512

LG
Saburasti

Eva64
Mitglied seit
04.01.2015

184 Beiträge

http://www.archion.de/p/723ce6538d/

Kurz und knapp: Dieses Kind ist auf der Straße gefunden worden

Grüße
Eva

KrisK
Mitglied seit
17.07.2015

261 Beiträge

Eine ehemalige und wohl adelige Nonne heiratet einen Soldaten - welche Geschichte da wohl hintersteckt?

http://www.archion.de/p/fba79312ec/

ChristianBruch
Mitglied seit
07.01.2015

2 Beiträge

Kindsmord im Jahr 1699 in der Familie meiner Vorfahren:

Kirchenbuch Ulmet (Kusel)

Barbara, Peter Dollen Tochter zu Ertzweiler hatt sich mit einem, so ihr Geschwister Kindt gewesen, in Blutschand eingehalten, ist von ihm schwanger worden, als manns ihr angesehen, hat sie sich fast ein halb Jahr eingehalten, auch sogar dass sie sich der Kirch entschlagen hat jeder Zeit dass geblüdt eingewendet, die Sach mit einem Geschwülst beschürt. Undt dahero nit nur rath bey dem Medicus gesuchet, sondern auch starke tränk eingenohmen. Obschon ich der Pfarrer neben vieler andere leuthen Gespräch den Vatter wissen lassen, dass seine Tochter der gemeinen Sage nach schwanger seye, hatt er solches durch allzu große Liebe verblendet nit glauben wollen, männiglich getrohet, biß endlich die Tochter, welche sie gantz, ob sie schon ihr gräme und schmerzen gehöret undt die Nacht und Tag gesehen allein gelassen, ein Sohn gebohren, welchem sie allsbald den Kopf eingetrükt undt also ermordet; ob solches schon niemandt für gewiss gewusst, so hat man doch solches gemuthmaßet, und aller orthen so stark davon geredet, dass man dem Ampt davon part geben müssen; darauf sie dann eingezogen worden, undt darauf gleich exammiert, hat sie alles bekannt, dass sie nehmlich von Fritz Bachen, weylandt Hannß Bachen Sohn zu Ertzweiler, welcher Geschwister Kindt mit ihr gewesen, schwanger gewesen, dass sie dem Kindt den Kopf gleich nach der Geburth eingetrükt, u. selbiges in den Entenstall begraben, worauf dann hl. Schwebel ..mann die Person wieder dahin führen lassen, dass dann das Kindt gefunden; aber schon bey drey Wochen begraben war, hat er es doch heraus thun, undt auf unserem Kirchhoff begraben lassen; darauf sich die Person, nachdem sie bey 3 Wochen zu Lichttenberg im Thurm gesessen, zum Todt condemnirt wordt; nachdem ich sie im Gefängniß offtmals besucht, H. Keller Pfarrer zu Kusel, undt H. Rausch Inspector in den letzten Tagen, der gleichen gethan, hatt sie nach gehabtem Trost und Unterricht sich frey zum Todt resolvirt, ihre große Sünde bereuet, undt in Gedult und Standhaftigkeit den Todt durchs Schwert nachdem sie sich wohl ausserlichen ansehen nach preapariert gehabt, außgestanden. Geschehen zu Kusel nahe beym Gericht - d. 19. Juli 1699. Sie war getauft Anno 1679 d 20. Juli.

msiegle
Mitglied seit
10.01.2015

612 Beiträge

Hektik!
Nach vielen Jahren der Familienforschung habe ich soeben eine für mich "neue" Todesursache gefunden:
(Lorch, Dekanat Schwäbisch Gmünd (Württemberg), April 1735)

"Johan Georg Bihl, gewesener Bürger und
Schuhmacher allhier laborierte lange Zeit an
der Hectic und starb entlich an derselben
in dem 30.sten Jahr seines Alters."

Vielleicht heute aktueller denn je ...?

Mit nachdenklichen Grüßen
und den besten Wünschen für ein
Gutes, gesundes und vor allem RUHIGES neues Jahr 2019
an alle Mitforscher und das ganze Archion-Team

Michael