Fundstücke (makabres, trauriges, erheiterndes)

msiegle
Mitglied seit
10.01.2015

1137 Beiträge

Doppel-Postings 1599 (!)
Taufen in Eibensbach, Dek. Brackenheim, Württemberg
http://www.archion.de/p/cb5ba2e328/

Ein kompletter Taufjahrgang wurde versehentlich
zweimal eingetragen. Zum Glück hat es jemand noch
gemerkt und fast eine ganze Seite elegant durchgestrichen.

#### DOPPPPPELT ####
...gab es also auch schon lang vor Archion, und das sogar ganz ohne Internet und Browser

emmi-49
Mitglied seit
23.01.2020

54 Beiträge

Aus dem Sterberegister im Jahr 1800 von Melle - Neuendorf

"Johann Henrich Sipper, Excolonus, geb. 1710, get. d. 13. May.
In 3 Ehen zeugte er 21 Kinder. Die Zahl seiner KinderKinder betrugen bey seinem Tode 52. Die Zahl seiner KinderKinderKinder - 21. Mithin betrug seine ganze Nachkommenschaft 94, von denen 60 noch leben, die den ehrwürdigen rechtschaffenen Greis zum Grabe begleiten können, 34 aber sind nicht mehr von seinen Nachkommen am Leben."
Sein Alter 90 Jahre und 6 Monate.

Seaotter
Mitglied seit
02.07.2021

336 Beiträge

... aus 3 Ehen 21 Kinder
Enkelkinder 52.
Urenkelkinder 21.
seine ganze Nachkommenschaft 94 ...

in 3 Ehen 21 Kinder = im Schnitt nur 7 Kinder pro Ehe
21 Enkelinder zeugen nur 52 Urenkel = im Schnitt nur 2 oder 3

Das war doch ganz normal.
M. M. nach weder makaber, traurig noch erheiternd -
einfach des Lebens Fluss - wie vieles Andere auch.

Traurig ist, dass in D jedes Jahr über 50.000 Kinder geboren werden,
deren Vater nicht bekannt ist - und diese Kinder niemals Vorfahrensuche in väterlicher Linie durchführen können ...

VG.

emmi-49
Mitglied seit
23.01.2020

54 Beiträge

Mir ging es mehr darum, dass so etwas im Kirchenbuch erwähnt wird. Das war mir noch nie begegnet. Bei den Enkel und Urenkeln sind sicher nur die gezählt, die in der Nähe des Ortes geblieben sind, es sind bestimmt mehr... Und vielleicht ist eine Ehefrau beim 1. kind verstorben, dann teilen sich die beiden anderen Frauen die restlichen 20 Kinder, was aber damals ja auch nôch normal war.
Liebe Grüße
Emmi

erwin735
Mitglied seit
27.04.2020

2 Beiträge

Ein Beispiel altpreußischer Rechtsprechung vor genau 300 Jahren:

"1721, d. 24. Octob: Ist Barbara Krausin, von 24 Jahr, wegen ihrer begangenen Missethat, da sie zu Herrendorff beym Andres Caminsky ihrem Wihrt das Haus angestekket u. Vieh, Pferd etc. auch seyn Getreyd verbrannt worden, durch Urtheil u. Recht mit dem Schwerdt vom Leben Zum Todt gebracht, u. ihr Cörper nachmals auff dem Scheiter Hauffen verbrannt worden. Sie hat ihren Todt durch Gottes sonderbahren Beystand behertzt u. unerschrokken ausgestanden, und ist seelig in den Wunden ihres Erlösers Jesu eingeschlaffen."

Gefunden in: Kreis Friedland (Provinz Ostpreußen) > Auglitten-Schönwalde > Bestattungen 1695 - 1749, Bild 20

Friedaschmidt1.1
Mitglied seit
08.04.2017

105 Beiträge

Hier hat sich der Pastor künstlerisch betätigt:

http://www.archion.de/p/8220fefc7b/

gefunden im Kirchenkreis Mecklenburg, Klütz

Harden
Mitglied seit
04.01.2015

68 Beiträge

Und wieder ein Unglücksfall:

http://www.archion.de/p/800796512c/

"den 5. Xbris. (1701) sind Hanß Jerg - Und Wilhelm Ludwig - Visenhäuser, zween leibliche Brüder, und gutten prädicats, in Ihrem Weinberg von einem Erdenloch erschlag und tot ausgegraben worden, einer 30. Jahr alt weniger 3. Monat, dieser alt 25. Jahr und 5. Monat. Gott ..?.. sie mit Freuden".

Vielleicht kann jemand das fehlende Wort entziffern...

Franz_Ridler
Mitglied seit
03.04.2015

1938 Beiträge

Zitiert von: Harden
Vielleicht kann jemand das fehlende Wort entziffern...

erweckhe

Hauke1
Mitglied seit
25.02.2018

11 Beiträge

Moin, hier mal mein Lieblingseintrag!

21.05.1721 Katharinenheerd/Nordfriesland

Die alte Dienstmagd..1 Jahr bei Broder Schmidt im Dienst gestanden...zum Vater des Kindes angegeben und ausgesagt einen fremder dänischen Dröscher, welcher vorigen Herbst in der Wintergerstenernte etliche Tage da gedroschen,der ihr sollte eine halbe Birne zu essen gegeben haben.

die Anspielung geht auf die pikante Geschichte um die Halbe Birne aus dem 13. Jahrhundert hervor.

Venlig hilsen,freundlich Grüsse

Hauke

msiegle
Mitglied seit
10.01.2015

1137 Beiträge

19. Mai 1724
Tödlicher Sturz vom Baum:

Andreas; Andreas Schneiders dermaln Schulmeisters
zu Allmerspach ehel(iche)r Sohn: war Mittwochs vor dem
Fest der Himmelfarth Christi d 17ten Maij ohnfern
von Allmerspach am Rudersperger Weeg von einer
Aichen auf deren Er Laub streiffte gestürzt und
augenblicklich tod auf dem Platz geblieben: nachdeme er
wenig minute vorhero einer vorbeygehenden Frau, die ihn gefragt
Mein! Wer hat dich auf diesen hohen Baum gethan?
zur Antwortt gegeben, Unser Herr Gott!
aet. 12. Jahr 4. Monath 9. Tag. Gott erwecke
Ihn mit Clarheit!

http://www.archion.de/p/fe182f5234/

Kleine Anmerkung:
Üblich sind bei Sterbeeinträgen dieser Art in Württemberg oft Zusprüche wie z.B.:
"Gott erwecke ihn am jüngsten Tag mit Freuden".
- Dass jemand eine Auferweckung mit Klarheit gewünscht wurde las ich hier zum ersten Mal