Fundstücke (makabres, trauriges, erheiterndes)

KrisK
Mitglied seit
17.07.2015

200 Beiträge

Uffeln stimmt so. Das ist heute Rothenuffeln.

Und ein "lang nie erhörtes..." ist wirklich schön formuliert.
Aber beim Klecks weiß ich einfach nicht weiter. So etwa sie Übel muss es aber sein.

Und ich frage mich, warum die Taufe woanders war - hat der heimatliche Pastor sich etwa geweigert?

KrisK
Mitglied seit
17.07.2015

200 Beiträge

"obiit 1721 auf der Reise aus Ostindien"

Und das im beschaulichen Vlotho.

http://www.archion.de/p/600ca90474/

Freezard
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30.05.2018

187 Beiträge

Noch was zum Schmidt aus Uffeln, dies war ein lang nie erhörtes
expl!)
Kurz für Exempel, wie auch der Lehrer Lämpel schon befand.
Gruß,
Rainer

msiegle
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10.01.2015

206 Beiträge

Über 400 mal Taufpaten in Zwerenberg, Dekanat Calw (1568-1607):
Pfarrer Martin Eblin und seinen Ehefrauen (beide Namens Catharina)

Martin Eblin war von 1568 bis zu seinem Tod am 22.02.1607 Pfarrer in Zwerenberg und hat in dieser Zeit dort 1.646 Kinder getauft.
Auffälligerweise sind in Zwerenberg in diesem Zeitraum neben dem Pfarrers-Ehepaar auch andere Personen zig-fach Paten, beispielsweise ein Jerg Kauffmann, dessen Ehefrau, ein Claus Wurster oder auch Marina Schuch (die Witwe des früheren Pfarrers Bonifaz Schuch in Zwerenberg).

Pfarrer Martin Eblin war von 1568 bis zu seinem Tod am 22.02.1607 insgesamt 125 mal Taufpate, seine erste Frau Catharina NN war bei 100 Taufen Patin (bis zu sechs Taufen hintereinander oder bis zu 12 Taufen in einem Jahr!), seine zweite Frau Catharina Schenckh (oo 15.08.1582) war bei 194 Taufen Taufpatin; insgesamt sind das 419 Taufen.
Martin Eblin hat alle Taufen per Randnotiz durchnummeriert, bei denen er selbst oder seine jeweilige Ehefrau Taufpaten oder selbst die Eltern waren (also auch bei seinen 14 in Zwerenberg geborenen Kindern). Er kommt dabei nach seiner Zählung auf insgesamt 444 „persönliche Beteiligungen" (ich nenne das jetzt einfach mal so ...und: ich weiß, dass die Zahlen nicht ganz exakt zusammenpassen: entweder hat sich Martin oder habe ich mich verzählt Aber die Dimension ist in jedem Fall exorbitant, finde ich...].

Oft hat er dabei den Namen seiner Frau Catharina (manchmal auch seinen eigenen) in auffälligen lateinischen Großbuchstaben hervorgehoben:
http://www.archion.de/p/c16274cd11/

Bei seiner letzten Taufe am 02.02.1607 tauft er seinen Enkel Johannes (Kind seines Sohns Johann Eblin und dessen Ehefrau Kinigunda). Am 22.02.1607 stirbt Martin Eblin in Zwerenberg (Quelle Todesdatum: Pfarrerbuch Herzogtum Würrtemberg (www.wkgo.de)). Seine Witwe Catharina ist darüberhinaus jahrelang weiterhin als Patin „tätig“, allein in 1607 weitere sechs mal…

Gruß, Michael

msiegle
Mitglied seit
10.01.2015

206 Beiträge

Nicht in der Kirche schlafen! (... und andere Ermahnungen):
Kirchenkonventsprotokoll aus 1670, Waldachtal (Dek. Freudenstadt, Württemberg)
http://www.archion.de/p/8f87c84598/
Auszug daraus:

Anno MDCLXX. Dnca. III. Epiphan. zu Crespach.
1. Ist eine ernstliche Ermahnung geschehen den Gottesdienst fleißiger zu besuchen und sich des Schlafens in d Kirchen, so beÿ etlichen zimblich gemein, zu enthalten.

mickimicki
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21.03.2019

42 Beiträge

Ein "angeheiterter" Großvater 1701.
Wenige Monate zuvor hatte seine Tochter in der Kirche öffentlich "poenitentiam" ablegen müssen, weil sie ein uneheliches Kind erwartete. Das hindert den frischgebackenen Großvater nicht, die Geburt der Enkelin ausgiebig zu feiern:

http://www.archion.de/p/8f07953dd4/

[1]1. Elbet. Hof Johans Tochter d 17. £. 7br ein
Kind gebohrn. D....(durchgestrichen.)

(den 18. 7br. 1701 getauft worden.
Elbeth get.)

(Suscep. [= Paten?]
Ein man von Ebsdorf. (?)
Margreth. Dönges gerhards. Hausfrau
Elbeth. johs Curt Abels hausfrau.)

Der Hof Johan geht Sonnabents uf Ebsdorf zu dem Bischof* oder dem Vatter des Kindes. Sauft sich
Voll U. Toll. Kommt in der Nacht, für des opfermans thur. item für dönges gerhards thür
ruft? u. schreiet: Ihr solt Morn fru Gevatter seyn zu Oberwallgern.
Des Morgens frühe kommt er gelaufen ins Pfarhaus noch wohl bezecht. mit Wortten: das Kind soll
heut getauft werden. die Gevattern warden? uf euch? droben? zu Wallgern. gehet drauf nach Lohr
u. Stedenbach, sauft sich voll. war nit bey der Tauff. Welche ges 3.? Uhr ??? nach mittag.

*d.i. Petrus Bischoff, der Kindsvater, ein "Trajoner"

Harald477473
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14.02.2017

24 Beiträge

Zitiert von: lobster58

Ganz lehrreich sind diese Schicksale für die Dauernörgler aus dem Forum oder für "deutsche Jammerer auf hohem Niveau". Im Vergleich dazu werden diese Luxusproblemchen bedeutungslos. Für ein uneheliches Kind wurde man vor das Kirchengericht gezerrt, angeblich ehrbare Männer in diesen Gremien entschieden damals über Menschenschicksale.... Der Staat unterstützt heute ledige/alleinerziehende Mütter, finanziell samt staatlicher Kinderbetreuung und doch ist es vielen immer noch nicht genug.
Solche Fundstücke sollten zum nachdenken über unser Luxusleben anregen und nicht schon wieder zum nörgeln ....

100% Zustimmung! Aber nörgeln liegt in der Natur des Menschen weil er immer mehr möchte und mit nichts zufrieden ist!

KrisK
Mitglied seit
17.07.2015

200 Beiträge

Wenn die Frau im Kranze erschien und doch nicht durfte - vermerkte der Pastor das im Kirchenbuch.
Hannover-Schlosskirche 1739

Gut, dass solche Zeiten vorbei sind.

http://www.archion.de/p/db0086a3b3/

KrisK
Mitglied seit
17.07.2015

200 Beiträge

Und noch ein Fall aus demselben Kirchenbuch - da wird dann nachträglich die Bezeichnung "Jungfrau" gestrichen:
http://www.archion.de/p/975250b734/

KrisK
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17.07.2015

200 Beiträge

Celle-Stadt 1733

Erst noch die langjährige Konkubine geheiratet (der Kinder wegen), am nächsten Tag gehängt...

http://www.archion.de/p/f856edd581/