Fundstücke (makabres, trauriges, erheiterndes)

NicoleL.
Mitglied seit
15.02.2020

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Vor 305 Jahren wurde in Niederkirchen mein 8-fach Uropa (geboren 1665) gesucht, er war am Dreikönigstag, 06.01.1717 verschwunden.

Im Kirchenbuch gab es eine langen Eintrag des Pfarrers dazu.
Was man bei der Ahnenforschung herausfindet, kann auch wirklich schlimm sein...:

"Also of drei Könige, mittwochs, ist Peter Weyrich mit seinem Schwager nach St. Wendel geritten. Als sie nun daselbst sehr gesoffen und wieder nach Hause reiten wollten, begab es sich, daß einer den anderen verloren und daß der eine zwar nach Hause kommen, der andere aber ist vermisst worden.
Den 07. Januar wurde der Gerber von allen angrenzenden Dörfern gesucht, aber nicht gefunden worden, welches auch den 08. 09.und 10. Januar wiewohl vergeblich geschehen.
Den 11. Januar hat des Gerbers Kopf, nur mehr aus einem blutigen Gestell, ohn alles Fleich of hiesigen Zensoren Mist nebst dem Hoor dabei gelegen, welcher von einem Hund, so ihn rum abgenagt, unweit dorten gesehen worden, worauf die Gemeinde der Hundespurnachgegangen und ihn auf dem Solch, ungefähr eine halbe Stunde wegs, tot aufgefunden.
Das tote Pferd mit den Füßen bergan, der Leib des Gerbers unter dem Sattel, der eine Fuß und dem Pferd, den Zaum in der Hand haltend, den Mantel um, dergleichen das Halstuch und der Hals so glatt, als wäre er abgemeiselt worden.
Worauf sie ihn auf einen Karch geladen, nachts in hiesigen Zensoren Adam Cullman Scheuer gestellt und ist den 12.Januar ohne die geringste Leichenzeremonie durch seine Freunde begraben worden."
Er soll wohl häufig gotteslästerlich geflucht haben und wurde als gottloser Mensch gesehen, deshalb wurde erzählt, er sei in der Nacht bei schwerem Gewitter vom Blitz getroffen worden, als Gottesurteil.
Sein Kopf wurde außerhalb der Kirchhofmauer verscharrt, sein Körper auf einem ihn gehörigen Acker vergraben.
Wahrscheinlich war es ein Raubmord.

JWenig
Mitglied seit
17.02.2019

2 Beiträge

Kirchenbuch Hopfgarten Vadenrod, Trauungen Überschrift 1647:
"Hauß und Güter vererben die Eltern, aber ein
vernünfftig Weib kömmett vom Herrn."

Direktlink: http://www.archion.de/p/d5ff995ae2/

Franz_Ridler
Mitglied seit
03.04.2015

1936 Beiträge

Das ist aus den Sprüchen Salomos 19,14.
Der Vers davor ist auch sehr schön: "... ein zänkisches Weib (ist) wie ein ständig triefendes Dach"!

Ffuss
Mitglied seit
08.03.2019

43 Beiträge

http://www.archion.de/p/500f97d97b/

Am 18.Februar 1965 feiert Christina Zimmermann, geborene Gerber, in Freiamt (Baden-Württemberg, LK Emmendingen) ihren 100.Geburtstag.
Der Pfarrer beschreibt ihre körperliche Verfassung und die Anteilnahme der Bevölkerung. Selbst Ministerpräsident Kurt-Georg Kiesinger (später Bundeskanzler) schickte ein Glückwunschschreiben.
"Sie geht an 2 Stöcken, hat keine Zähne mehr und hört schlecht"

Auch ihre Geschwister erreichten hohes Alter von 92 bzw. 97 Jahren (auf der linken Seite daneben zu lesen).

Sehr schön, teilweise amüsant, was die Pfarrer im Familienbuch verewigt haben.

Gruß Florian