Einstieg in die Familienforschung

Die Familienforschung beginnt in der Regel bei einer heute lebenden Person, möglicherweise mit Ihnen selbst. Von dieser Person werden zu Anfang der genealogischen Forschung relevante Daten über die Eltern, Großeltern, Urgroßeltern usw. ermittelt.

Im ersten Schritt erhebt man Informationen aus privaten Dokumenten und durch Befragung von Verwandten und Freunden der Familie.

Anfangs sind meist die Standesämter und die zuständigen Archive die ersten Ansprechpartner, denn dort befinden sich die familiengeschichtlich relevanten Dokumente aus der jüngeren Vergangenheit.

Durch das Personenstandsgesetz, das zum 1.1.1876 in Kraft trat (der Zeitpunkt weicht in den einzelnen deutschen Ländern z. T. voneinander ab), wurden die Standesämter mit der Beurkundung aller Personenstandsfälle beauftragt. Für die Zeit vor dem Personenstandsgesetz sind die Kirchenbücher die maßgeblichen Quellen zur Familienforschung.

In jedem Fall ist die Kenntnis des Ortes, an dem die gesuchte Person gelebt hat, unerlässlich. Alle historischen Personendaten müssen in der Regel aus den gemeindebezogenen Kirchenbüchern ermittelt werden.

Wenn der entsprechende Ort bekannt ist und die in Frage kommende Gemeinde identifiziert werden konnte, ist zu prüfen, ob Kirchenbücher dieser Gemeinde in Archion verzeichnet sind. Finden Sie den Ort und seine Kirchenbücher hier im Portal, ist dort vermerkt, ob die Kirchenbücher schon digital in Archion vorliegen. Wenn ja, können Sie diese, wenn Sie angemeldet sind, anschauen. Wenn nicht, können Sie sich an das zuständige Archiv wenden, dessen Kontaktdaten hinterlegt sind.

Allgemeine Tipps

Tragen Sie Unterlagen und Kenntnisse über Ihre Familie zusammen, z. B.: Familienbibeln, Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden, Testamente, Tagebücher, Todesanzeigen und Ähnliche.

Nehmen Sie sich Zeit und versuchen Sie sich nicht als Einzelkämpfer. Hilfreiche Kontakte zu anderen Familienforschern vermitteln genealogische Vereine.

Nutzen Sie vorhandene genealogische Hilfsmittel und Nachschlagewerke wie z.B. die Ortsfamilienbücher. Das Internet bietet eine Fülle an Informationen zur Genealogie. Einen guten Überblick mit hilfreichen Tipps und Links verschafft hier das Genealogienetz des Vereins für Computergenealogie.

Auskünfte über Personenstandsfälle (Geburt, Eheschließung, Sterbefälle) für die Zeit ab 1876 bis in die Gegenwart geben die örtlichen Standesämter.

Jede evangelische Landeskirche bzw. jedes katholische Bistum unterhält ein eigenes kirchliches Zentralarchiv. Wenn Sie die Kirchenbücher nicht bei uns digital vorfinden, wenden Sie sich an das jeweils zuständige Archiv.

Erwerben Sie sich für das Lesen der älteren handschriftlichen Quellen die nötigen paläographischen Kenntnisse! Unsere Arbeitshilfen sollen Ihnen dabei eine erste Hilfestellung sein.

Weitere Quellen zur Familienforschung wie etwa Bürgerbücher, Gerichtsprotokolle, Grundbücher, Steuerlisten oder Musterungslisten befinden sich in den staatlichen und kommunalen Archiven.